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Aktualisiert: 09.08.2019

Vitovalor PT2

Die Vitovalor PT2 ist die aktuelle Viessmann Brennstoffzelle und das Nachfolgemodell der Vitovalor 300-P. Die PT2 ist ein Komplettpaket mit Gasbrennwert-Spitzenlastkessel für neuere oder sanierte Ein- und Zweifamilienhäuser und arbeitet mit einer PEM-Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von bis zu 0,75kW und einer thermischen Leistung von bis zu 1,1kW. Wer bereits eine Heizungslösung besitzt, findet mit der Vitovalor PA eine reine Brennstoffzelle, die man in das Heizsystem integrieren kann.
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Vitovalor PT2, die Brennstoffzelle von Viessmann

Die Viessmann Werke sind ein 1917 gegründetes Familienunternehmen mit Sitz in Allendorf (Eder), das Heiztechnik-Produkte sowie Industrie- und Kühlsysteme entwickelt und herstellt und zu den führenden Anbietern auf dem deutschen ebenso wie dem internationalen Markt zählt. Weltweit beschäftigen die Viessmann Werke rund 12.100 Mitarbeiter.

Die Brennstoffzelleneheizung Vitovalor PT2 (das Nachfolgemodell der Vitovalor 300-P) ist ein Neuzugang im Produktangebot von Viessmann. Die Viessmann Brennstoffzelle kommt im vollwertigen Komplettpaket: die Energiezentrale enthält die Brennstoffzelle mit einer elektrischen Leistung von 0,75 Kilowatt (kW) und einer thermischen Leistung von 1,1 kW und einen Gasbrennwert-Spitzenlastkessel in vier möglichen Leistungsklassen inklusive eines Warmwasserspeichers mit 200 Litern Fassungsvermögen. Die Vitovalor PT2 ist also nicht auf einen vorhandenen Heizkessel angewiesen. Diese Konfiguration spart außerdem Platz und sorgt für eine einfache und schnelle Montage.

In der Vitovalor PT2 verrichtet eine PEM-Brennstoffzelle (siehe auch: Brennstoffzellentypen) ihre Arbeit. PEM arbeiten bei Temperaturen von meist unter 100 Grad Celsius. Die Niedertemperatur-Brennstoffzelle ist deswegen sehr langlebig und preiswert in der Herstellung. Auch der Wartungsbedarf fällt vergleichsweise gering aus. Eine PEM startet schnell und ist im Teillastbetrieb gut regelbar. Ihr elektrischer Wirkungsgrad ist nicht so hoch wie es bei SOFC-Brennstoffzellen der Fall ist, allerdings liegt der Fokus der Vitovalor nicht auf der Maximierung der Stromproduktion, sondern aus der effizienten und umweltschonenden Versorgung von Ein- und Zweifamilienhäusern mit Strom und Wärme gleichzeitig. Die Brennstoffzellenheizung eignet sich bis zu einem jährlichen Wärmebedarf von 32000 kWh pro Jahr und einem Strombedarf von bis zu 6200 kWh. Pro Tag kann die Vitovalor PT2 maximal 18 kWh Strom produzieren.

Datenblatt: Vitovalor PT2 im Detail

Modell: Vitovalor PT2
Brennstoffzellen-Typ PEFC / PEM Proton Exchange Membrane Fuel Cell bzw. Polymerelektrolytmembran - Brennstoffzelle
Elektrische Leistung bis zu 0,75 kWel
Thermische Leistung: bis zu 1,1 kWth (nur Brennstoffzelle)
Elektrischer Wirkungsgrad bis zu 37%
Gesamtwirkungsgrad bis zu 92%
Energieeffizienz A++ für Raumheizung, A für Warmwasserbereitung
Maße 595 x 1200 x 1800mm, 0,72m2 Stellfläche erforderlich, Mindestraumhöhe 2000mm
Gewicht 326kg Gesamtgerät, davon 197kg Brennstoffzellenmodul und 129kg Speichertower/Kesselmodul
Spitzenlastkessel / Zusatzheizgerät Ja, in vier verschiedenen Ausführungen
Nominelle Heizleistung Modelle
E11T: 0,9 - 11,4 kW
E19T: 0,9 - 19 kW
E25T: 0,9 - 24,5 kW
E32T: 0,9 - 30,8 kW
Inhalt Warmwasserspeicher 220 Liter
Preis Circa 28.500 Euro

Die Vitovalor PT2 ist zweiteilig: Sie besteht aus der von Panasonic entwickelten Brennstoffzelle und dem Gasbrennwertmodul von Viessmann. Beide lassen sich bei Bedarf einzeln transportieren und aufstellen.

Die Viessmann Brennstoffzelle arbeitet mit einer Rücklauftemperatur von unter 50 Grad Celsius am effizientesten. Damit eignet sie sich vor allem im Konzert mit einer Fußbodenheizung. Aber auch modernere Flachheizkörper können mit diesen niedrigeren Temperaturen gut umgehen.

Beistelllösung bei vorhandener Gasheizung: Vitovalor PA

Mit der Vitovalor PA2 hat Viessmann auch ein Brennstoffzellen-Modul zur Nachrüstung im Angebot. Dies ist dann interessant, wenn im Hause bereits eine moderne Gasheizung vorhanden ist und man keinen Austausch vornehmen möchte. Brennstoffzelle, Gasaufbereitung und Regelung sind dort in einem kompakten, 1,6 Meter hohem Gehäuse integriert. Die Leistungsdaten entsprechen den Einträgen aus der obigen Tabelle, also 0,75kW elektrische Leistung und 1,1 kW thermische Leistung.

Vitovalor PT2: Preis, Fördergelder, Betrachtungen zur Wirtschaftlichkeit

Die Vitovalor PT2 ist für ungefähr 28.500 Euro erhältlich. Auf den ersten Blick scheinen Brennstoffzellenheizungen generell teurer als herkömmliche Heizsysteme, jedoch ist die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei dieser Heiztechnik ein wenig komplexer: zum einen wird die Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung durch KfW oder BAFA stark gefördert, zum anderen gibt es verschiedene Modelle, überschüssigen Strom vergütet in das allgemeine Stromnetz einzuspeisen. Schlussendlich spart man mit dem Eigenverbrauch des Stroms aus der Brennstoffzelle signifikante Ausgaben für den Bezug von Strom aus dem Netz.

Förderung der Viessmann Brennstoffzelle:

Der Erwerb einer Vitovalor PT2 wird durch verschiedene Quellen gefördert. Hauptbestandteil der Förderung ist die KfW-Bank. Über das KfW Programm 433 erhält der Käufer dieser Brennstoffzellenheizung insgesamt 9.300 Euro.

KfW 433 - Programm Förderhöhe für Vitovalor PT2
Festbetrag 5.700 Euro
Bonus 450 Euro je angefangenen 100 Watt kWel im Bereich von 0,25 bis 5,0 kWel

Die KfW vergibt über dieses Programm einen Festbetrag von 5.700 Euro zuzüglich 450 Euro je angefangenen 100 Watt elektrischer Leistung. Da die PT2 eine elektrische Leistung von 750 Watt aufweist, ergibt sich daraus der Förderbetrag von 5.700 Euro Festbetrag + 3.150 Euro Bonus (8 * 450) = 9.300 Euro Förderung.

Auf der Firmenseite wird eine Gesamtförderung von 11.100 Euro angegeben. Für das KfW-Programm 433 gibt es jedoch 9.300 Euro. Das liegt daran, dass der KWK-Zuschlag nach KWK-Gesetz als Pauschale hinzugerechnet wird. Als Käufer eines BHKW (auch Brennstoffzellenheizungen zählen dazu) hat man als Betreiber einer eher kleinen Anlage mit einer elektrischen Leistung von bis zu 2 Kilowatt die Wahl,

  • sich den selbst erzeugten Strom für derzeit 8 Cent pro Kilowattstunde vergüten zu lassen (Eigenverbrauch für 4 Cent pro Kilowattstunde)

oder

  • sich direkt bei der Anschaffung der Brennstoffzelle einen Pauschalbetrag auszahlen zu lassen, der von 60.000 Vollbenutzungsstunden mit entsprechender Einsspeisung ausgeht. Dieser Pauschalbetrag würde sich bei der Vitovalor PT2 auf 1.800 Euro belaufen. Zusammen mit der KfW-Förderung ergibt das die benannten 11.100 Euro.

Stromspeicher-Systeme erhöhen die Eigenverbrauchsquote

Das Viessmann Stromspeicher-System Vitocharge Stromspeicher steigert die Eigenverbrauchsquote im Haushalt deutlich. Produziert die Brennstoffzellenheizung mehr Strom als gerade benötigt wird, wird dieser ins Netz eingespeist. In einer Kombination von Vitovalor PT2 mit dem Stromspeicher-System Vitocharge kann dieser Strom gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt selbst genutzt werden. Der Vitocharge fasst 3,87 bis 15,5 kWh. Dadurch reduziert sich der zusätzliche Bezug von teurem Netzstrom merklich.

Konnektivität & Serviceleistungen

Nach Herstellerangaben ist eine Wartung nur alle fünf Jahre vonnöten. Der Brennstoffzellenstack ist demnach auf eine Lebensdauer von 12 Jahren ausgelegt, das Gerät als solches könne aber bis zu 20 Jahre lang seine Arbeit verrichten.

Der integrierte Energiemanager von Viessmann reagiert auf die individuellen Gegebenheiten im Haushalt. So wird beispielsweise die Brennstoffzelle erst eingeschaltet, wenn lange Laufzeiten und eine entsprechende Stromproduktion zu erwarten sind. Die Bedienung erfolgt über ein 7 Zoll großes Farb-Touch-Display.

Viessmann bietet für Steuerung und Kontrolle der Vitovalor PT2 entsprechende Apps über den Google Play Store und den App Store an, die auf die integrierte WLAN-Schnittstelle zugreifen. Es lässt sich auch festlegen, dass nur ein bestimmter Fachmann Fernzugriff auf die Heizungsanlage erhält, der bei Störungen oder Auffälligkeiten eingreifen und Ausfälle vermeiden kann.

Abbildung: Viessmann Werke

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de