Solarthermie: Förderung 2021 noch umfangreicher

22. Oktober 2021
Die Energiepreise steigen und gleichzeitig werden die Auswirkungen der Nutzung fossiler Brennstoffe immer spürbarer. Die Gedanken daran verderben einem so manche heiße Dusche. Lösen können Sie die Situation auf zwei Weisen: 1. Sie werden zum Kaltduscher. 2. Sie erhitzen Ihr Wasser mittels Solarthermie. Wenn Ihnen Möglichkeit 2 mehr zusagt, gibt es eine gute Nachricht für Sie: Solarthermie-Förderung von bis zu 55 % macht einen Umstieg auf die umweltfreundliche Heiztechnologie durchaus bezahlbar.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenSolarthermieFörderung

Solarthermie-Förderung 2021 im Überblick

  • Für die Anschaffung und Montage einer neuen Solarthermie-Anlage erhalten Sie als Altbau-Besitzer einen Zuschuss von 30 %.
  • Bei Kombination mit einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe erhöht sich die Förderung auf 35 % - 40 %.
  • Weitere 10 % gibt es bei Austausch einer alten Ölheizung.
  • Die Verwendung eines individuellen Sanierungsfahrplans bringt einen Bonus von 5 %.
  • Beim Neubau gibt es für Solarthermie nur dann Fördermittel, wenn ein Effizienzhausstandard erreicht wird.
  • Der Antrag beim BAFA bzw. der KfW muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen.

Inhalt

Mit Solarthermie sich selbst und der Welt etwas Gutes tun

Solarthermie bedient sich einer Energiequelle, die so schnell nicht versiegen wird: der Sonne. Selbst fernab des Äquators profitieren wir in Deutschland noch ausreichend von deren wärmenden Strahlen. Treffen die auf die Kollektoren einer thermischen Solaranlage, kann diese ohne viel Aufwand deren Energie zum Erhitzen von Trinkwasser nutzen. Schon mit zwei Kollektoren lassen sich bis zu 65 % Ihres jährlichen Warmwasserbedarfs decken. Im Sommer sind es sogar 100 %. Und im Winter kann das Trinkwasser via Solarthermie zumindest vorgewärmt werden.

Da die Sonne keine Bezahlung für die Bereitstellung ihrer Energie verlangt und für deren Umwandlung kaum Strom benötigt wird, kommen Sie so viel günstiger an Ihre heiße Dusche als beim Verbrennen von Öl oder Gas. Neben den Kosten für die Brennstoffe sparen Sie außerdem etliches an CO2. Denn eine Solarthermie-Anlage arbeitet völlig emissionslos.

Noch mehr schonen Sie Umwelt und Geldbeutel bei der Entscheidung für eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung. Diese trägt zusätzlich zur Warmwasserbereitung auch zur Raumwärmeversorgung bei. Je nach Alter und Dämmzustand des Hauses kann eine solche Kombi-Anlage bis zu 60 % des Gebäudewärmebedarfs decken. Angesichts der Menge an fossilen Brennstoffen, die Sie so nicht mehr brauchen, dürfte die Sonne auch Sie zum Strahlen bringen.

Einzelne Maßnahme, eingehende Förderung

Natürlich müssen Sie, bevor Sie Geld einsparen können, erst einmal welches ausgeben. So liegen die Anschaffungskosten für eine ausschließlich zur Warmwasserbereitung konzipierten Solaranlage im Durchschnitt bei 3.000 – 6.000 Euro. Möchten Sie lieber ein kombiniertes System mit Heizungsunterstützung, zahlen Sie ungefähr das Doppelte, da hier mehr Kollektorfläche und Speichervolumen benötigt werden. Mit der Anlage allein ist es dann aber nicht getan. Diese muss auch installiert, angeschlossen und in Betrieb genommen werden. Somit kommen noch einmal rund 1.500 – 3.500 Euro dazu.

Bei der 2021 eingeführten Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) werden all diese Schritte als Gesamtpaket gesehen und mit einem einheitlichen Fördersatz bezuschusst. Wenn Sie also in einem Bestandsbau eine Solarthermie-Anlage einbauen, wird dies zwar als Einzelmaßnahme angesehen. Die Förderung im Programm BEG EM umfasst aber nicht nur den Anschaffungspreis der Anlage, sondern auch die Kosten der begleitenden Arbeiten (Umfeldmaßnahmen). Welche das sein können, entnehmen Sie dem "Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen" des BAFA.

Fördersätze - Wer kombiniert, kassiert

Wie hoch die Einzelmaßnahmen-Förderung bei der Solarthermie ausfällt, hängt davon ab, ob Sie sich nur eine Solaranlage zulegen möchten oder ob Sie eine Kombination dieser mit einem anderen Heizsystem planen. Für die Solarthermie allein beträgt der Regelfördersatz 30 %.

Beispiel 1: Beabsichtigen Sie also, eine Solaranlage zur reinen Warmwasserbereitung zu erwerben und einzubauen, verringern sich durch die BEG-Förderung die Kosten für Sie um rund 1.800 Euro.

Kosten Solarthermie-Anlage

4.000 €

Kosten Montage

2.000 €

Regelförderung

30 %

- 1.800 €

Kosten nach Förderung

4.200 €

Zusätzliche 5 % können Sie einsparen, wenn Sie zuvor einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) haben erstellen lassen. Dafür brauchen Sie einen bei der Deutschen Energie-Agentur (dena) gelisteten Energie-Effizienz-Experten (EEE). Dessen Arbeit bekommen Sie aber ebenfalls bezuschusst, und zwar zu 80 % von der Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (BEW). Setzen Sie dann innerhalb von 15 Jahren die im iSFP festgehaltenen Maßnahmen, wie die Errichtung einer Solarthermie-Anlage, um, beschert Ihnen das den fünfprozentigen Bonus.

Dank Solarthermie bekommt sogar Gasheizung noch Förderung

Diesen erhalten Sie auch auf Hybridheizungen – also solche, die aus mindestens zwei Wärmeversorgern bestehen. Hier kommen die Solaranlagen mit Heizungsunterstützung ins Spiel. Sie lassen sich mit anderen Heizsystemen koppeln und senken so deren Betriebskosten. Eine Kombinationsform ist die Gas-Hybridheizung. Auf die Gasheizung allein gibt es wegen des verwendeten fossilen Brennstoffs keine Förderung mehr. Übernimmt aber eine Solarthermie-Anlage mindestens 25 % der Heizlast, erhöht dies den Anteil erneuerbarer Energien im Gebäude. Daher bekommt auch die Gas-Hybridheizung eine Förderung von 30 %.

Beispiel 2: Somit sorgt die Förderung dafür, dass Sie, wenn Sie sich eine Gas-Hybridheizung inklusive einer Solaranlage mit Heizungsunterstützung zulegen, statt rund 15.000 Euro weniger als 10.000 Euro zahlen.

Kosten Solarthermie-Anlage (+ Montage)

10.000 €

Kosten Gasbrennwertkessel (+ Montage)

5.000 €

Regelförderung

30 %

- 4.500 €

iSFP-Bonus

5 %

- 750 €

Kosten nach Förderung

9.750 €

Weitere Kosten würden dazu kommen, wenn Sie erst noch einen Gasanschluss beziehungsweise einen Flüssiggastank brauchen. Daher lohnt sich eine Gas-Hybridheizung dann am ehesten, wenn Sie eine bestehende Gastherme ersetzen möchten. Dabei kommt Ihnen auch zugute, dass Sie auch dann Förderung erhalten, wenn Ihr Gerät von der Austauschpflicht nach §72 des GEG betroffen ist. So müssen alle Gas- und Ölheizungen mit einem Konstanttemperatur-Kessel und einer Leistung zwischen 4 und 400 kW nach 30 Jahren umgerüstet werden. Damit dies bei den besonders klimaschädlichen Ölheizungen möglichst schon früher passiert, bietet die Bundesregierung hierfür einen zusätzlichen Anreiz: eine Austauschprämie von 10 %, die dem Regelfördersatz hinzugefügt wird.

EE-Hybridheizung - Doppelt gut und gut gefördert

Somit können Sie beim Tausch einer alten Ölheizung gegen neue Gas-Hybridheizung bis zu 45 % der Kosten gefördert bekommen. Noch höher fällt die Förderung aus, wenn Sie die Solaranlage mit einem weiteren Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien kombinieren. Infrage kommen dabei sowohl Wärmepumpen als auch Biomasseheizungen. Wegen ihrer umweltschonenden Eigenschaften bekommen Sie für so eine EE-Hybridheizung einen regulären Zuschuss von 35 %. Bei Verwendung einer Pelletheizung können Sie den Fördersatz noch um weitere 5 % erhöhen, wenn Sie sich für ein emissionsarmes Modell entscheiden, das maximal 2,5 g Feinstaub je Kubikmeter freisetzt. Mit diesem Innovationsbonus liegen Sie schon bei 40 %. Kommen dann auch noch Austauschprämie und iSFP-Bonus hinzu, übernimmt der Staat 55 % Ihrer Kosten.

Beispiel 3: Entscheiden Sie sich demnach, eine alte Ölheizung gegen eine EE-Hybridheizung, bestehend aus Solarthermie-Anlage und emissionsarmer Pelletheizung, zu ersetzen, können Sie bei Anwendung des vollen BEG-Fördersatzes über 16.000 Euro sparen.

Kosten Solarthermie-Anlage (+ Montage)

10.000 €

Kosten Pelletheizung (+ Montage)

20.000 €

Regelförderung

35 %

- 10.500 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 3.000 €

Innovationsbonus

5 %

- 1.500 €

iSFP-Bonus

5 %

- 1.500 €

Kosten nach Förderung

13.500 €

Je stärker Sie in umweltfreundliche Technologien investieren, desto höher die Förderung. Solarthermie wird also günstiger, wenn Sie sie mit anderen Sanierungsmaßnahmen kombinieren. Die Hybridheizungen müssen Sie dafür aber auch als eine zusammenhängende Einzelmaßnahme beantragen. Denn ohne die Verbindung mit der Solaranlage bekommen Sie für die Gasheizung keine Förderung; und ohne einen weiteren Erneuerbare-Energien-Wärmeversorger steht Ihnen für die Solaranlage nicht dessen höherer Fördersatz zu.

Fazit Fördersätze

Die maximale Fördersumme für Einzelmaßnahmen beläuft sich auf bis zu 60.000 Euro je Wohneinheit bei einem Wohngebäude und bis zu 1.000 Euro je Quadratmeter (maximal 15 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid) bei einem Nichtwohngebäude. Sollte Ihr Bundesland oder Ihre Kommune ebenfalls ein Programm zum Solarausbau haben, dürfen Sie dieses zusätzlich zur BEG in Anspruch nehmen. Bis zu 60 % Ihrer Kosten können Sie sich so bezuschussen lassen. Eine Kopplung mit anderen KfW- oder BAFA-Programmen dagegen ist nicht möglich.

Voraussetzungen für eine Solarthermie-Förderung

Damit Sie im Rahmen der BEG eine BAFA- oder KfW-Förderung erhalten, muss die Solarthermie einige Anforderungen erfüllen. So sind nur Anlagen förderfähig, die über das europäische Zertifizierungszeichen Solar Keymark verfügen. Dessen Datenblatt muss außerdem einen jährlichen Kollektorertrag von mindestens 525 kWh/m2, bezogen auf den Standort Würzburg, ausweisen. Eine Liste mit Modellen, die diese Kriterien einhalten, ist beim BAFA erhältlich.

Keine Förderung gibt es für selbst gebaute oder gebraucht erworbene bzw. aus gebrauchten Teilen zusammengesetzte Anlagen sowie für Prototypen, von denen bisher weniger als vier in Gebrauch sind. Ebenfalls ausgeschlossen sind Solaranlagen, deren Kollektoren auf der Frontseite keine transparente Abdeckung besitzen (z. B. Schwimmbadabsorber).

Weiterhin gibt es auch Vorschriften zur Verwendung der Solarthermie. Mehr als 50 % der durch sie erzeugten Wärme sollte mindestens einem dieser Zwecke dienen:

  • Warmwasserbereitung
  • Raumheizung
  • kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung
  • solare Kälteerzeugung
  • Zuführung der Wärme u./o. Kälte in ein Wärme- u./o. Kältenetz

Dafür muss die Anlage mit einem Funktionskontrollgerät (Solarregelung) ausgestattet sein. Es sei denn, sie besitzt Luftkollektoren. Bei Vakuumröhrenkollektoren ab einer Fläche von 20 m2 und bei Flachkollektoren ab 30 m2 ist außerdem eine Erfassung der solaren Erträge im Kollektorkreislauf (z. B. per Wärmemengenzähler) erforderlich.

Ertragsabhängige Förderung für große Solaranlagen

Für solche größeren Solarthermie-Anlagen mit einer Bruttokollektorfläche von mehr als 20 m2 hält die BEG noch eine Alternative zu den festgesetzten Prozentsätzen bereit: die ertragsabhängige Förderung. Dazu brauchen Sie den für Würzburg bei einer mittleren Temperatur von 50 °C ermittelten jährlichen Kollektorertrag. Multipliziert mit der Anzahl der Solarmodule und einem Betrag von 0,45 Euro ergibt sich daraus die Fördersumme. Bis zu 60 % Zuschuss können Sie bei der ertragsabhängigen Förderung bekommen. Da diese allerdings Umfeldmaßnahmen nicht mit einbezieht, fallen die Beträge in der Regel geringer als bei der prozentualen Förderung aus.

Förderung der Solarthermie bei Sanierung und Neubau

Eine solche prozentuale Förderung gibt es bei der BEG übrigens nicht nur für Einzelmaßnahmen, sondern auch für gesamte Maßnahmenpakete, wenn diese eine Steigerung der Energieeffizienz zur Folge haben. Denn umweltschonend sind Häuser nur dann, wenn: a) in ihnen möglichst wenig Wärme über die Gebäudehülle entweicht (Transmissionswärmeverlust) und b) zur Deckung ihres Wärmebedarfs ein erneuerbarer Energieträger eingesetzt, der ohne Energieverluste bereitgestellt werden kann (Primärenergiebedarf).

Erstere erreichen Sie durch eine Verbesserung der Dämmsituation und einen Austausch alter Fenster und Türen. Bei Zweitem kann die Solarthermie einen wichtigen Beitrag leisten. Denn da die Sonnenenergie direkt am Gebäude und ohne großen Aufwand gewonnen und umgewandelt wird, liegt deren nicht erneuerbarer Anteil des Primärenergiefaktors bei 0. Bei Öl und Gas dagegen beträgt er 1,1. Je mehr dafür getan wird, dass weniger fossile Brennstoffe in einem Haus zum Einsatz kommen, desto besser für das Klima. Daher unterstützt der Staat Bau- und Sanierungsprojekte, die darauf abzielen.

Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) wurden sogenannte Effizienzhausstufen festgelegt. Für jede gibt es genaue Vorgaben zur maximalen Höhe von Transmissionswärmeverlust und Primärenergiebedarf. Werden also bei einer Sanierung oder einem Neubau diese Werte erreicht, erhalten Sie eine Förderung über die Programme BEG WG oder BEG NWG. Bei BEG WG geht es darum, ein Wohngebäude (WG) zum Effizienzhaus (EH) zu machen. Wenn ein Nichtwohngebäude (NWG) wie eine Schule zu einem Effizienzgebäude (EG) werden soll, fällt dies in die Zuständigkeit des BEG NWG.

Handelt es sich um einen Neubau, sieht die Förderung wie folgt aus:

Höher fallen die Fördersätze aus, wenn Sie einen Altbau entsprechend modernisieren:


Die Werte beziehen sich dabei auf die Obergrenze der förderfähigen Kosten. Bei Nichtwohngebäuden sind dies 2.000 Euro je m2 beheizter Nettogrundfläche (NGF) bzw. 30 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid (ZWB). Für Wohngebäude liegt der Höchstbetrag bei 120.000 Euro je Wohneinheit. Wird die Wohnung zu mindestens 55 % mit erneuerbaren Energien beheizt, fällt sie in die EE-Klasse. Dadurch steigt nicht nur der Fördersatz um 2,5 – 5 %, auch die Fördersumme ist mit bis zu 150.000 Euro höher. Der Einbau einer EE-Hybridheizung aus Solarthermie und einem weiteren regenerativen Wärmeversorger lohnt sich also nicht nur aus Umweltgesichtspunkten, sondern sorgt auch für eine höhere Gesamtförderung.

Eine energetische Sanierung muss dabei nicht in einem Zug durchgeführt werden. Denn Sie haben jedes Jahr erneut Anspruch auf Zuschüsse, sofern Ihre Maßnahmen zu einer noch höheren Effizienzhausklasse führen. Einzig der EE-Bonus wird Ihnen nur einmal gewährt. Um sicherzustellen, dass die Umbauarbeiten vorgabenkonform ablaufen, muss ein zugelassener Energie-Effizienz-Experte (EEE) die Fachplanung und Baubegleitung übernehmen. Die Kosten hierfür werden Ihnen zu 50 % erstattet. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern dürfen sie maximal 10.000 Euro und bei Mehrfamilienhäusern maximal 4.000 Euro je Wohneinheit betragen. Für Nichtwohngebäude gilt eine Obergrenze von 10 Euro je m2 bzw. 40.000 Euro je Zuwendungsbescheid.

Antragsverfahren bei BAFA und KfW

Für den Erhalt einer Förderung ist es wichtig, rechtzeitig den Antrag zu stellen. Dies muss geschehen, bevor Sie ein Fachunternehmen beauftragen oder Materialien kaufen. Einzig Planungsleistungen dürfen im Vorfeld in Anspruch genommen werden. Denn für die Beantragung müssen Sie bereits die Höhe der förderfähigen Kosten kennen. Da es im Verlauf der Umsetzung zu Preissteigerungen kommen kann, empfiehlt es sich, diese ruhig etwas aufzurunden. Denn ist die Fördersumme einmal berechnet, findet keine spätere Anpassung mehr statt.

Die Vergabe der Förderung läuft entweder über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder über die Bankengruppe KfW. An wen Sie sich wenden müssen, hängt von der Programmkategorie und der Form, in welcher Sie die Förderung erhalten möchten, ab. Für einen direkten Investitionszuschuss im Rahmen des BEG EM sind Sie beim BAFA an der richtigen Adresse.

Die Programme BEG WG und BEG NWG laufen dagegen bis Ende 2022 nur über die KfW. Dort bekommen Sie auch einen zinsgünstigen Kredit, sollte Ihnen zur Umsetzung Ihres Projektes nicht genug Kapital zur Verfügung stehen. Die maximale Kreditsumme entspricht dabei der jeweiligen Höchstgrenze förderfähiger Kosten. Die Förderung erhalten Sie dann als laufzeitverkürzenden Teilschuldenerlass nach Abzahlung Ihrer Raten.

Auch bei der Art der Beantragung gibt es bei beiden Institutionen Unterschiede. Während das BAFA dafür ein elektronisches Formular auf seiner Webseite bereitstellt, läuft diese bei der KfW-Förderung über einen Finanzierungspartner Ihrer Wahl (Hausbankprinzip). Außerdem verlangt die KfW die Beauftragung eines Energie-Effizienz-Experten.

Nach Stellung des Antrags bekommen Sie eine Eingangsbestätigung. Sobald Sie diese haben, können Sie mit Ihrem Vorhaben beginnen. Wollen Sie erst sicher gehen, dass Ihnen die Förderung auch zugesprochen wird, warten Sie den Zuwendungsbescheid ab. Mit dessen Zustellung bleiben Ihnen 24 Monate zur Durchführung der angegebenen Maßnahmen (Bewilligungsfrist). Wenn Ihnen dies aus nachvollziehbaren Gründen nicht möglich ist, lässt sich eine Verlängerung um weitere 2 Jahre beantragen. Ist die Umsetzung dann abgeschlossen, müssen Sie innerhalb von 6 Monaten einen Verwendungsnachweis einreichen. Welche Unterlagen, z. B. Rechnungen und Fachunternehmererklärung, dafür nötig sind, entnehmen Sie dem Zuwendungsbescheid. Entspricht alles den Vorgaben, bekommen Sie anschließend den Förderbetrag ausgezahlt.

Steuerförderung anstelle von BEG

Haben Sie Ihre Solarthermie-Anlage bereits angeschafft oder sogar schon eingebaut, ist noch nicht alles verloren. Denn da dem Staat sehr an der Ankurbelung der Sanierungsrate gelegen ist, bietet er Eigenheimbesitzern neben der BEG auch noch eine Steuerförderung. Um von dieser profitieren zu können, muss Ihr Haus mindestens 10 Jahre alt sein und von Ihnen ausschließlich zum Wohnen genutzt werden. Dabei kann es sich auch um ein Ferienhaus in einem anderen EWR-Land handeln.

Im Jahr nach der Fertigstellung Ihres Projekts geben Sie dessen Kosten dann in Ihrer Steuererklärung an. Als Nachweis für die Förderfähigkeit brauchen Sie neben Rechnungen eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens, dass Ihre Solaranlage die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Jene dienen auch bei der BEG-Förderung als .

Im Gegensatz zu dieser bekommen Sie bei der Steuerförderung aber nur 20 % der Investitionskosten erstattet. Diese dürfen maximal 200.000 Euro betragen. Auch bekommen Sie den Steuerbonus auch nicht mit einem Mal ausgezahlt, sondern über drei Jahre verteilt als Nachlass auf die Einkommenssteuer. Sollten Sie noch die Möglichkeit haben, eine BEG-Förderung zu beantragen, klären Sie am besten mit einem Steuerberater, welche Form des Zuschusses in Ihrem Fall am geeignetsten ist.

Ob Ihr Gebäude überhaupt die Voraussetzungen in Bezug auf Dachneigung und -ausrichtung sowie Sonneneinstrahlung mitbringt, die Ihnen warmes Duschwasser ermöglichen, kann ein auf Solarthermie spezialisierter Fachbetrieb für Sie feststellen. Sollten Sie noch Fragen zu den staatlichen Förderprogrammen haben, finden Sie weitere Informationen dazu beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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Für die Solarthermie allein ja,für die Gasheizung nur in Verbindung mit Erneuerbaren Energiequellen über die bafa

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