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Konstanttemperaturkessel - Heute noch effizient?

Der Konstanttemperaturkessel, ob mit Gas oder Öl befeuert, war bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts der Standardheizkessel in deutschen Gebäuden und ist immer noch sehr zahlreich in vielen Immobilien vertreten. Ein Überblick über die Eigenschaften des Konstanttemperaturkessels.
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Konstanttemperaturkessel - der veraltete Standartkessel

Konstanttemperaturkessel© Dan Race - Fotolia.comDie Eigenschaften des Konstanttemperatur­kessels drücken sich bereits im Namen aus: dieser Kesseltyp arbeitet unter konstant (hohen) Temperaturen von mehr als 70 Grad Celsius, unter anderem zur Vermeidung von Abgaskondensation (ein Effekt, den sich moderne Brennwertkessel gezielt zunutze machen).

Ein Konstanttemperaturkessel  erzeugt durch dauerhafte Erhitzung hohe Abgas­temperaturen, sowie enorme Wärme­abstrahlung. Dies wirkt sich negativ auf den Gas- und Ölverbrauch aus. Der Konstanttemperaturkessel kühlt außerdem bei schlechter Dämmung schnell aus.

Insgesamt belaufen sich die Wärmeenergieverluste bei einem Konstanttemperaturkessel auf insgesamt ca. 20%. Mit einem Wirkungsgrad von lediglich ca. 70% (bezogen auf den Brennwert) gilt dieser Gaskessel-Typ heute als ineffizient und unökologisch. Bei Neubauten ist der Einbau mittlerweile nicht mehr gestattet.

Wirkungsgrad und Nachteile vom Konstanttemperaturkessel

Den Konstanttemperaturkessel kennzeichnet außerdem, dass er sich nur mangelhaft an die vorherrschenden Aussentemperaturen anpassen lässt. Er arbeitet permanent mit gleicher Kesseltemperatur und muss daher gemäß der Witterung und der Jahreszeiten ständig an- und wieder abgeschaltet werden. Verschärfend kommt hinzu, dass die Heizkessel im früheren Heizungsbau fast immer überdimensioniert wurden und daher häufig in einem ungünstigen Lastbereich arbeiten. 

Heutige Neubauten haben einen geringeren Wärmebedarf als Altbauten. In Altbauten wurden die Anlagen mit Radiatoren von ca 70-90 Grad Celsius Temperatur ausgelegt. Diese hohen Temperaturen sind heute nicht mehr notwendig, da durch nachträgliches Wärmedämmen, Erneuerungen der Fenster und Türen, der Heizbedarf auch bei Altbauten beträchtlich gesunken ist.

Modernisierung eines Konstanttemperturkessels

Um einen Konstanttemperaturkessel zu modernisieren reicht es nicht aus, nur den Brenner auszutauschen. Abgasverluste und Schadstoffemissionen sind zwar rückläufig, der hohe Abstrahlverlust und der Verlust der Betriebsbereitschaft verbleiben jedoch. Eine nachträgliche Dämmung des Kessels oder der Austausch der Regelung können ebenso vollzogen werden. Im Einzelnen werden diese Neuerungen jedoch nicht zu einer effektiven Ersparnis führen. Eine Heizungsanlage mit Konstanttemperaturkessel  zu behalten ist im Endeffekt nur noch in Einzelfällen ratsam, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte im Bereich der Abgasverluste eingehalten werden.

Seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen verstärkt Niedertemperaturkessel auf den Markt. Sie arbeiten mit niedrigeren Systemtemperaturen von 35 bis 70 Grad und vor allem können sie diese in Abhängigkeit von der Außentemperatur anpassen und somit bedarfsgerechter heizen.

Die neuste und effizienteste Entwicklung bei Gas (und Öl)Kesseln liegt in der Brennwerttechnik. Auch Brennwertkessel arbeiten regelbar und führen bewusst die Kondensation des Abgases herbei, um diesen noch weitere Wärme zu entziehen, die ansonsten ungenutzt durch den Schornstein verloren gehen würde - die beste Wahl für eine zeitgemäße Heizungsmodernisierung.

Fachbetriebe für Heiztechnik helfen Ihnen bei der Wahl des richtigen Systems und erstellen gern Wirtschaftlichkeitsberechnungen für ihr Vorhaben.


Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de