Kondensatablauf – wie Kondensat ins Abwasser kommt

Ein Kondensatablauf ist bei modernen Gasheizungen notwendig, da bei der Verbrennung des Gases neben Kohlendioxid auch Wasserdampf und durch dessen Abkühlung zur Energiegewinnung Kondenswasser entsteht. Da es säurehaltig ist, muss beim Kondensatablauf auf geeignete Materialien geachtet werden.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Kondensatablauf – Kondensat ist nicht nur Wasser

Bild: JunkersHerkömmliche Nieder- oder Hochtemperaturkessel sind so konzipiert, dass möglichst wenig Kondensat anfällt, der über einen Kondensatablauf abgeführt werden muss. Bei einem Kessel der den Brennwert nutzt, sieht das anders aus, weil die im Kondensat gespeicherte Energie ebenfalls genutzt wird.

Ein Orientierungswert für die anfallende Menge Kondenswasser sind ein Liter pro Kubikmeter Gas, wobei die tatsächliche Menge deutlich variiert. Das Kondensat bei der Gasverbrennung enthält nicht alleine Wasser:

- Bei der Verbrennung wird Schwefel freigesetzt, der beim Verbrennungsprozess zu Schwefeldioxid und durch Reaktion mit Wasser zu schwefliger Säure wird.

- Sauerstoff und Stickstoff reagieren zu Stickoxid und eventuell weiter zu Säuren wie Salpeter- oder Blausäure.

Diese Stoffe sind im Kondensat der Gasheizung enthalten und im Kondenswasser, das durch in der Abgasleitung und dann den Kondensatablauf abgeführt wird.

Oftmals kann das leicht saure Kondensat über den Kondensatablauf in das normale Abwasser geleitet werden. Aber nicht immer! Orientierungswert für das Kondensat ist ein PH-Wert von 4.

Neutralisation – nötig oder nicht?

Fließt Kondenswasser aus dem Abgassystem durch den Kondensatablauf ins Abwasser, muss das Abwasser-Rohrsystem aus ausreichend resistenten Rohren bestehen, etwa aus PVC- oder Steinzeug-Rohren. Orientieren muss man sich bei der Frage, ob der Kondensatablauf das Kondensat direkt ins Abwasser einleiten darf, an den Bestimmungen der kommunalen Abwasserbehörden. Die orientieren sich aber wiederum meistens am Arbeitsblatt „DWA-A 251“ der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (kurz DWA). Sie wurde 2011 aktualisiert. Laut DWA kann der Kondensatablauf zumeist direkt ins Abwasser geleitet werden bei:

  • „Erdgasfeuerungsanlagen bis zu einer Feuerungsleistung von weniger als 200 kW.“
  • „Ölbrennwertkessel bis 200 kW, die mit schwefelarmen Heizöl EL betrieben werden.“ (Quelle: DWA)

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das „normale“ Abwasser im Jahresdurchschnitt mindestens die 25-fache Menge des Kondensats aus dem Kondensatablauf ausmacht. Ansprechpartner für mehr Informationen sind lokale Fachbetriebe für Gasheizungen oder Abwassernetz-Betreiber.

Wie neutralisiert man Kondensat?

Falls die Neutralisierung vorgeschrieben ist, wird in den Kondensatablauf eine so genannte Neutralisationsbox integriert. Bestandteile solch einer Box sind in der Regel ein Filter (oft „Aktivkohlefilter“) und ein Neutralisations-Mittel, meistens ein Granulat. Die Neutralisationsbox reduziert den PH-Wert des Kondensats aus dem Kondensatablauf auf einen Wert über 6,5. Anschließend wird es ins Abwasser eingeleitet.

Das Beispiel Kondensatablauf zeigt: Wer seine Heizung plant, muss das Komplettsystem planen, wozu im Altbau Änderungen am Schornstein gehören, damit der Schornstein Brennwert nutzbar macht.


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Erfahrungen & Fragen zum Thema Kondensatablauf

Feuerungsanlage erhält keine Genehmigung. Zu Recht?

Die Entscheidung des Schornsteinfegers und der Innung: "Herr ..... bescheinigt ihnen mit einer Abnahme die Betriebs- und Brandsicherheit der Feuerungsanlage. Gegen eine positive Bescheinigung spricht der Querschnitt der Abgasanlage. Die lichte Weite bzw. der lichte Durchmesser von Schornsteinen für Feuerstätten für feste Brennstoffe sollte mind. 130mm betragen(zur Vermeidung eines Verschlusses bei einem evtl. Rußbrand) Sie haben die Möglichkeit eine Genehmigung im Einzellfall bei der unteren Baurechtsbehörde zu beantragen ." Unsere Situation: Unser Kamin (zweizügiger Fertigteilschornstein von der Firma Plewa) hat einen quadratischen Querschnitt von 12x12cm, er ist glasiert und hat eine Kondensatablauf. Wir wollen an den Kamin geblockt eine Ölheizung (vorhanden Niedertemperaturkessel) einen Holzvergaserkessel von Windhager 18KW anschließen. Die Firma *** hat eine Berechnung durchgeführt, laut EN Norm alle Bedingungen erfüllt. Auch die Firma Windhager hat eine Berechnung durchgeführt, hier sind auch alle Bedingungen laut EN erfüllt. Jedoch wurde bei beiden Berechnungen eine Warnung aufgeführt: Feuerstätten-Mindestquerschnitt bei Festbrennstoff. Im Abgasweg 1 ist der hydraulische Durchmesser kleiner als 130mm. Nach Empfehlung des ZIV sollte der lichte Durchmesser bei Festbrennstoffen mindestens 130mm betragen. Der Querschnitt ist jedoch bei einem 12x12cm Querschnitt jedoch größer als bei einem Durchmesser von 13cm. Der Stutzen in Kamin aus Keramik ist bei uns ebenfalls 130mm, dann wird der Zug mit 12x12cm weitergeführt. Nur deswegen (Rußbrandgefahr! Die Empfehlung stammt doch von 2003, da gab es doch noch keinen guten Holzvergaserkessel) wurde uns die Zustimmung verweigert. Der Holzvergaserkessel ist doch Abgasarm, sehr effizient, und es fällt bei 18 KW dann auch nicht soviel Ruß an, entsprechend auch weniger Asche. Nun die Ablehnung des Schornsteinfegers. Macht es in unserem Fall Sinn, sich bei der Unteren Aufsichtsbehörde eine Genehmigung im Einzelfall zu beantragen, wie von der Schornsteinfegerinnung vorgeschlagen. Da ich mich hier nicht auskenne, wäre ich hier um Ihren Rat sehr dankbar. Welche Vorgehensweise ist hier Sinnvoll?
Antwort von Hornberger Kachelofenbau

Dies ist eine Grenzfrage.Wenn Ihnen die Gebühren von 500, -- Euro aufwärts es wert sind probieren Sie es doch einfach. Dadurch können Sie die Kosten durch einen zweiten Schornstein sparen. Natürlich wird bei Betrieb der Kessel beim Öffnen der Heiztüre einen Rauchgasaustritt in den Aufstellraum erzeugen.
dafür tragen Sie dann die Verantwortung und nicht der Schornsteinfeger oder Heizungsbauer.

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