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    Gasheizung erneuern: die Vorgehensweise

    Sie wollen die Gasheizung erneuern? Ein einfacher Wechsel des Kessels ist zwar möglich - doch so verschenken Sie ein großes Einsparpotential bei Ihren Heizkosten. Wir zeigen, worauf Sie besonders achten sollten, wenn Sie Ihre Gasheizung erneuern und mit welchen kleinen und schnellen Maßnahmen Sie das Optimum aus Ihrer neuen Gasheizung herausholen.
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    Gasheizung erneuern: Kesseltypen, Vorgehensweise & Fachbetriebe

    Wenn die Gasheizung bereits über 20 Jahre alt sind und sich Ausfallerscheinungen häufen, sollte man bald die Gasheizung erneuern lassen. Auch wenn der Schornsteinfeger im Rahmen der wiederkehrenden Abgasmessung auf Probleme stößt, kann das auf Sanierungsbedarf hinweisen, wenn zum Beispiel deutlich wird, dass die Verbrennung nicht mehr effizient abläuft. In einem solchen Fall ist der Austausch relativ dringend. Aber auch, wenn die Gasheizung noch mehr oder minder gut ihre Arbeit verrichtet kann es sich durchaus schnell lohnen, die Heizung zu erneuern.

    Alte Konstanttemperaturkessel aus den 70er oder 80er Jahren trifft man altersbedingt nicht mehr allzu oft in deutschen Heizungskellern an. Hier rechnet sich der Austausch sehr schnell: Einsparung von 20 - 30 Prozent sind nicht unrealistisch, wenn Sie die alte Gasheizung erneuern und gegen eine aktuelle Gasbrennwertheizung wechseln. 

    Bei Niedertemperaturkesseln, wie sie seit den 80er Jahren zu finden sind, kann sich der Austausch auch lohnen. Wenn Sie hier die Gasheizung erneuern und mit Brennwerttechnik ausstatten, liegen die Einsparungen durchaus noch bei respektablen 6 bis 12 Prozent durch den Brennwerteffekt, den die Niedertemperaturkessel noch nicht nutzen konnten.

    Video: Zukunft Erdgas e.V. via Youtube

    Gasheizung erneuern oder auf einen anderen Heizungstyp umsteigen?

    Die Gasheizung mit Brennwerttechnik ist inzwischen im Neubau wie im Bestandsbau die vorherrschende Heizung, da sie eine gute Kombination aus niedrigen Anschaffungskosten, erprobter Technik, guten Verbrennungswerten und hoher Effizienz bei vergleichsweise niedrigem Wartungsaufwand bietet. Ein Gasanschluss liegt oft bereits in vorteilhafter Nähe und so verläuft der Einbau preiswert und schnell.

    Ein Wechsel auf eine Wärmepumpe würde auf niedrigere Heizkosten hinauslaufen, allerdings sind im Gegenzug die Investitionen meist mehr als doppelt so hoch wie wenn Sie nur die Gasheizung erneuern. Hier spielt die Ausrichtung an langfristigen Einsparungen und die Höhe der Investitionsbereitschaft eine große Rolle. Eine Pelletheizung hat niedrigere Heizkosten, aber auch sie ist deutlich teurer in der Anschaffung als eine Gasheizung - heizt aber dafür mit einem nachwachsenden und regional verfügbaren Rohstoff.

    Wenn man erneuerbare Wärmequellen mit einbinden möchte, ist auch das problemlos über einen Pufferspeicher möglich, der die Energie aller Wärmequellen an einem Ort zusammenlaufen lässt. So ist im Neubau die Kombination von Gasheizung und Solarthermieanlage ein sehr übliches Verfahren, um die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes zu erfüllen. Dies ist auch im Bestandsbau sehr einfach durchzuführen.

    Die Auswahl des richtigen Kessels...

    Ein wichtiger Punkt, wenn Sie eine Gasheizung erneuern, ist eine Heizlastberechnung, in deren Verlauf der Wärmebedarf eines Gebäudes noch einmal möglichst genau bestimmt wird. So kann der Fachmann bei der Kesselwahl Modelle ausschließen, die für ein Gebäude überdimensioniert wären (ein Problem, dem man bei älteren Anlagen und Gebäuden recht oft begegnet). Oft begleitet der Heizungstausch weitere Arbeiten an einem Gebäude, welche die energetische Qualität eines Hauses maßgeblich verändern, zum Beispiel ein Fenstertausch oder die Anbringung zusätzlicher Wärmedämmung. In diesem Fall sollte man Heizlastberechnung, Kesselwahl und -Einbau an das Ende der Arbeiten stellen.

    Die Maximalleistung ist nicht das einzige Auswahlkriterium. Ein Heizkessel arbeitet nur an einer sehr geringen Zahl an Tagen im Jahr mit der Höchstleistung und feuert ansonsten im Teillastbetrieb. Das führt zu einer geringeren Heizeffizienz. Das Stichwort heißt "Modulation". Ein modulierender Brenner passt seine Leistung stufenlos an den geforderten Wärmebedarf an, bis zu einer bestimmten Mindestleistung. Diese sollte möglichst gering sein ( > großer Modulationsbereich). Das führt zu weniger Brennerstarts, längeren Brennerlaufzeiten (in diesem Fall gut) und niedrigeren Wärmeverlusten. Übrigens reduziert auch die Kesselaufstellung im beheizten Wohnbereich die Wärmeverluste.

    ...und die Optimierung des Gesamtsystems

    Wenn Sie die Gasheizung erneuern sollten Sie aber nicht nur an den Kessel selbst denken. Er ist nur ein - wenngleich wichtiger - Teil eines größeren Systems. Ein großes Einsparpotential realisieren Sie mit dem hydraulischen Abgleich. Er garantiert, dass alle Heizkörper die nötige Wärme bekommen und keiner zu heiß wird oder kalt bleibt. Gleichzeitig wird eine Hocheffizienzpumpe verbaut und die Heizung an die Immobilie angepasst eingestellt. Alleine dadurch sinken die Heizkosten um einige weitere Prozent. Bei Bedarf sollte geprüft werden, ob man auch die Systemtemperaturen senken kann (größere Heizkörper, Niedertemperaturheizkörper, Fubbodenheizung, andere Regelung). Niedrigere Temperaturen sorgen dafür, dass die neue Gasheizung länger im Brennwertbereich arbeiten kann und ihre Vorteile voll ausspielt.

    Auch vermeintliche Kleinigkeiten spielen eine Rolle, wenn Sie eine Gasheizung erneuern. Lassen sie prüfen, ob bestehende Speicher oder Rohrleitungen hinreichend gut gedämmt sind und holen Sie dies gegebenenfalls nach. Dort verstecken sich weitere ungehobene Effizienzschätze.

    Weitere Hilfen, wenn Sie eine Gasheizung erneuern:

    • In unserer Gasheizungscheckliste finden Sie alle wichtigen Informationen in Kurzform noch einmal zusammengefasst
    • Im Heizungsfinder Forum können Sie Detailfragen kostenfrei mit unseren weiteren Nutzern und Fachleuten diskutieren

    Unsere gelisteten Fachbetriebe für Heiztechnik aus Ihrer Region helfen Ihnen dabei, wenn Sie Ihre Gasheizung erneuern und nehmen gerne Kontakt zu Ihnen auf.


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    Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de