Kosten einer Schornsteinsanierung im Überblick

22. April 2021
Wer bei einer Schornsteinsanierung Kosten kalkuliert, muss einerseits Arbeitskosten, andererseits auch Materialkosten berücksichtigen. Die Höhe der Kosten für die Schornteinsanierung hängt davon ab, welche Arbeiten konkret anfallen. Das kann je nach Sanierung sehr unterschiedlich sein.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
HeizungenGasheizungAbgassystemSanierungskosten

Schornsteinsanierung Kosten – was fällt wann an?

Doppelwandige Abgasführung aus Kunststoff,
Bild: Westaflex werk GmbH
Eine häufige Schornsteinsanierung ist das Einführen einer Abgasleitung mit geringerem Durchmesser in einen gemauerten Schornstein. Zur Wahl stehen einwandige oder doppelwandige Edelstahlrohre. Entscheidet man sich für Komplettpakete, können bei dieser Schornsteinsanierung Kosten anfallen, die zwischen 1.000 Euro und 2.000 Euro für eine 7,5m bis 10, lange Abgasleitung aus Edelstahl liegen. Darin enthalten sind Kosten für die Montage, die je nach Aufwand zwischen 300 und 600 Euro kostet. Da das Rohr in einen vorhandenen Schornstein eingesetzt wird, sind in der Regel keine weiteren Bauteile nötig.

Schornsteinsanierung & Kosten für Materialien

Materialien beeinflussen bei der Schornsteinsanierung die Kosten ebenfalls: Oben genannte Preisbeispiele gelten für einwandige Abgasleitungen. Man kann sich allerdings auch für zweiwandige oder dreischalige entscheiden, was bei der Schornsteinsanierung Kosten jedoch vergrößert.

Einwandiges Rohr Doppelwandiges Rohr
Edelstahlrohr Kosten (pro m) 60 bis 90 Euro 120 bis 140 Euro
Montagekosten inkl. Stemmarbeiten (pauschal) 300 bis 600 Euro 300 bis 600 Euro
Durchschnittliche Kosten für 10m langes Edelstahlrohr 900 bis 1.500 Euro 1.500 bis 2.000 Euro

Einflussfaktoren für den Preis einer Schornsteinsanierung

  1. Höhe des Schornsteins, durch den die Abgasleitung gezogen wird
  2. Querschnitt der Leitung
  3. Material des Schornsteins (sofern Asbest verbaut ist)

Nimmt man eine einwandige Abgasleitung mit einem Durchmesser von 113 Millimetern, kann das bei der Schornsteinsanierung Kosten durchaus um 300 Euro im Vergleich zu einer Abgasleitung mit 180 Millimeter Durchmesser senken.

Die hier genannten Preise sind jedoch Orientierungspreise, von denen tatsächliche Preise abweichen können. Wer Kosten vergleicht, muss aufpassen, ob reine Materialkosten genannt oder Komplettpreisangaben für Material und Installation gemacht werden. Das ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich.

Brennwertheizungen geben mehr Freiheit beim Abgassystem

Wenn eine moderne Brennwertheizung installiert werden soll, dann wird bei dem oft einschaligen Schornstein eine Sanierung notwendig. Für den Betrieb einer solcher Heizung ist es unerlässlich ein säure- und wasserdampfbeständiges, doppelwandiges Abgasrohr einzulassen. Andernfalls sind ohne Schornsteinsanierung Probleme vorprogrammiert: Kondensation im Schornstein führt am Ende zur Versottung und zu Säureschäden, die am Ende deutlich höhere Kosten verursacht. Besser ist es das Thema gleich anzugehen:

Bei einer Brennwert- oder einer anderen Gasheizung mit relativ kühlen Abgasen, die durch Abgasleitungen abgeleitet werden, besteht eine höhere Flexibilität bei der Frage nach dem Aufstellort. So ist beispielsweise auch ein Platz unter dem Dach mit kurzer Abgasleitung möglich oder ein Abgassystem, bei der die Abgasleitung auf kurzer Länge durch die Wand nach außen geführt wird. Auch das kann bei der Schornsteinsanierung Kosten beeinflussen, wobei die Sanierung hier allerdings streng genommen keine ist, sondern eher eine Neuinstallation.

Nicht auf Kosten der Sorgfalt sparen

Fachbetriebe für Gasheizungen zeigen, welche Kosten bei der möglicherweise notwendigen Schornsteinsanierung anfallen. Unter Umständen kann man mit entsprechender handwerklicher Begabung Eigenleistungen einbringen, um bei der Schornsteinsanierung Kosten einzusparen - z.B. bei den notwendigen Stemmarbeiten. Allerdings darf dies nicht auf Kosten der Qualität der Arbeit gehen und das nicht alleine, weil der Schornsteinfeger sonst Nachbesserungen verlangt. Ganz ohne Hilfe sollten nur Fachleute arbeiten.

Höhere Schornsteinsanierungskosten bei Asbest

Schornsteine, die zwischen 1960 und den den späten 1980er Jahren gebaut wurden, können Asbest enthalten. Hier ist bei Schäden am Schornstein und bei Sanierungen Vorsicht geboten. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihr Schornstein Asbest enthält, fragen Sie Ihren Schornsteinfeger oder einen Fachmann für Asbestsanierung. Bei der Sanierung des Schornsteins muss dann darauf geachtet werden, dass Risse verschlossen werden und das neue Abgasrohr besonders vorsichtig angebracht wird.

Ist die Sanierung abgeschlossen und die Gasheizung in Betrieb, müssen Abgasleitung regelmäßig durch einen Schornsteinfeger überprüft werden.

Weiterlesen zum Thema "Schornsteinfeger"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Experten und Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen rund ums Thema Heizungen
Jetzt Frage stellen