Die Gas-Hybrid-Heizung im Überblick

Die Gas-Hybrid-Heizung ist eine sehr moderne Herangehensweise an die Bedürfnisse des energieeffizienten und umweltgerechten Hausbaus. Bewährte und energiesparende Technik verbindet sich mit erneuerbaren Energien. Der sperrige Begriff "Gas-Hybrid-Heizung" steht für eine Kombination der Gasheizung mit einem oder mehreren weiteren Wärmeerzeugern wie zum Beispiel einem Kamin, einer solarthermischen Anlage oder einer Wärmepumpe.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenGasheizungKombination

Die Gas-Hybrid-Heizung ist eine preiswerte und effiziente Heizlösung

© Ingo Bartussek - Fotolia.comMit einer Gas-Hybrid-Heizung mit Brennwerttechnik spart man nicht nur Heizkosten im Bestandsbau, sondern erfüllt im Neubau die Erfordernisse des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) und bekommt ein günstiges Heizsystem, das gleichzeitig die Umwelt deutlich weniger belastet als herkömmliche Systeme. Das EEWärmeG regelt den Einsatz Erneuerbarer Energie beim Bau und sieht eine Mindestquote für regenerative Energien wie Solarenergie oder Biomasse vor.

Die Gas-Hybrid-Heizung ist kein klassisch rein erneuerbares System wie die Pelletheizung oder eine Wärmepumpe. Doch sie ist in Kombination mit erneuerbaren Quellen ein guter Kompromiss zwischen Kosten (die Gasheizung ist immer noch das günstigste Basis-Heizsystem) und einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien bei der Bereitstellung von Wärme. Das Herz einer jeden Hybridheizung ist der (oder die) Pufferspeicher. An diesen Knotenpunkt werden alle Wärmeerzeuger des Hauses angebunden, die dann je nach individueller Konfiguration in diesen einspeisen. Deswegen fallen die Speicher bei den Gas-Hybrid-Heizungen im Vergleich zu älteren Systemen auch recht umfangreich aus.

Die Kombinationsmöglichkeiten einer Gas-Hybrid-Heizung

Gas-Hybrid-Heizung mit Solar: Die Gas-Solarthermie-Kombination sieht man besonders häufig im Neubau, um die Nutzungspflicht des EEWärmeG zu erfüllen. Das ist aber nicht nur lästige Pflichterfüllung, denn mit einer Gas-Hybrid-Heizung senkt man den Energiehunger einer Heizungsanlage deutlich: die energetische Amortisationszeit einer Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung liegt bei wenigen Jahren. Finanziell betrachtet sparen Sie mit einer Solarwärmeanlage dieser Art zwischen 10 bis 30 Prozent der Heizkosten ein. Die meisten Hersteller bieten fertig zusammengestellte Paketlösungen mit Kessel und Kollektoren als Gas-Hybrid-Heizung an. Im Bestandsbau ist die Nachrüstung einer Heizungsunterstützung oder auch einer reinen Warmwasser-Solaranlage meist problemfrei über den bestehenden oder nachzubauenden Speicher möglich, wenn das Dach geeignet ist.

(Video: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.)

Durchschnittlicher Kostenpunkt einer solaren Gas-Hybrid-Heizung anhand eigener Befragung von Kunden:

Gasheizung für Wohnfläche in m2 + Solarthermie? Preis € (netto) für neue Gasheizung
100 - 150 Nein
Ja
5.700 - 15.000
11.500 - 16.800
155 - 300 Nein
Ja
5.500 - 23.000
8.000 - 28.000

Die Preise verstehen sich als Durchschnitt. Hierbei inbegriffen sind preiswertere Warmwasser-Solaranlagen ebenso wie teurere heizungsunterstützende Solarthermieanlagen. Detailinformationen zu den Kosten einer Gas-Hybrid-Heizung finden Sie in unserem Schwerpunktartikel zu den Preisen einer Gasheizung.

Gas-Hybrid-Heizung mit Wärmepumpe: eine weitere recht neue Möglichkeit, die Gasheizung zu entlasten und den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren (aus ökologischer Sicht ist hier noch wichtig, dass Sie möglichst "grünen" Strom zum Wärmepumpenbetrieb verwenden). Meist ist diese Variante eine Kombination einer Brennwertheizung mit einer (Split-) Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie ist recht preisgünstig und arbeitet vor allem in den Übergangszeiten (Frühling, Herbst) besonders effizient. In den Wintermonaten, wenn die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe sinkt, übernimmt der Gaskessel größere Teile der Heizlast. Die Preise einer Luft-Luft-Wärmepumpe liegen inklusive Montage bei ungefähr 10.000 Euro. Die Preise für Gasheizungen finden Sie hinter dem Link im obigen Absatz.

© digitalstock - Fotolia.com

Gas-Hybrid-Heizung mit Kaminofen: auch hier gibt es wenig Überraschungen. Der Kaminofen wird ebenso wie die Solaranlage oder die Wärmepumpe an einen gemeinsamen (oder zwei getrennte) Speicher angeschlossen und versorgt das Haus so vor allem in den Übergangszeiten mit natürlicher Wärme.

Während Wärmepumpe und Solaranlage allerdings mehr oder weniger automatisch ihre Arbeit verrichten, muss man beim Kaminofen viel selbst erledigen und ein Dauerbetrieb über eine ganze Heizperiode ist mühsam. Dafür erhält man mit dem Kaminofen aber ein deutliches Plus an Lebensqualität und Gemütlichkeit. Die Wärmestrahlung aus einem Kaminofen im Konzert mit dem lodernden Flammenspiel können die anderen Systeme nicht nachbilden. Allerdings sollten Sie recht einfachen Zugang zu Brennholz haben - im Idealfall selbst geschlagen - da sonst der Kostenvorteil nicht voll zu Ihren Gunsten ausschlägt.

Alternativ zum Kaminofen bietet sich der Pelletofen als Baustein einer Gas-Hybrid-Heizung an. Er ist zwar teurer als ein herkömmlicher Kaminofen, allerdings lässt sich dieser halb- oder vollautomatisch befüllen und ist somit nicht so aufwändig in der alltäglichen Bedienung.

Wasserführende Kaminöfen - also Kaminöfen, die man an den Pufferspeicher anbinden kann - kosten zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Die meisten Kaminöfen bewegen sich allerdings in einen Raum um die 1.500 bis 2.000 Euro. Für einen Pellet-Kaminofen müssen Sie etwas mehr hinlegen: hier stehen die Preise bei ungefähr 3.500 bis 9.000 Euro.

Fachbetriebe für Heiztechnik beraten Sie gern zu einer Gas-Hybrid-Heizung und nehmen die notwendigen Arbeiten für Sie vor.

Weiterlesen zum Thema "mit Solarthermie"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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