Die Gasheizung im Einfamilienhaus

Die Gasheizung ist im Einfamilienhaus die vorherrschende Heiztechnik. Die Gasbrennwertheizung ist Stand der Technik und ist günstig in der Anschaffung und heizt sehr effizient. Bei Bedarf koppelt man die Gasheizung im Einfamilienhaus mit weiteren Wärmeerzeugern wie einer Solarthermieanlage oder einem Kaminofen.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Gasheizung im Einfamilienhaus

Wie auch in anderen Dingen gilt bei der Heizungswahl im Einfamilienhaus: Haus ist nicht gleich Haus. Die Wohnfläche hat ebenso einen Einfluss auf den Energiehunger eines Gebäudes wie das Jahr, in dem es gebaut wurde. So hat ein Haus von 150 Quadratmetern Wohnfläche aus den siebzigern durchaus eine zu drei- oder vierfache Heizlast wie ein Haus, das seit 2002 fertiggestellt worden ist. Die Heizlasten für eine Gasheizung im Einfamilienhaus liegen so durchaus zwischen 5 bis 25 kW. Die Warmwasserbereitung ist natürlich auch noch zu berücksichtigen, so dass man im Durchschnitt wohl bei einem Leistungsbereich zwischen 12 und 24 kW ausgehen kann, den eigentlich alle gängigen Heizungen abdecken. Im Neubau reichen die Heizungen im niedrigen zweistelligen Leistungsbereich meist bereits aus.

Die Aufstellung moderner Kessel im beheizten Bereich spart Energie, Abbildung: Viessmann Werke

Man sollte also genau darauf achten, dass die Gasheizung vom Leistungsbereich betrachtet gut zur Immobilie passt und eine genaue Heizlastberechnung erstellen lassen, wenn dies nicht bereits getan worden ist (früher wurden Heizungen gerne zu groß ausgelegt). Wichtig ist es, einen Kessel zu finden, der seine Leistung möglichst weit runterfahren kann. Dies bezeichnet man als Modulation. So vermeidet man häufige Systemstarts, reduziert den Verschleiß und spart Heizkosten.

Modernisierung mit Brennwerttechnik zahlt sich aus

Heizung der Wahl im Einfamilienhaus ist die Gasheizung mit Brennwerttechnik. Ältere Niedertemperaturkessel sind im Altbau noch oft zu finden, aber bei der Heizungssanierung oder im Neubau ist die Brennwertheizung der Stand der Technik und ist von einigen Ausnahmen eigentlich durchweg zu empfehlen, wenn es um das Heizen mit Gas geht. Oft muss bei einer neuen Brennwert-Gasheizung im Einfamilienhaus der Schornstein an die neue Heizung angepasst werden, wenn eine Heizungssanierung ansteht, da ältere Schornsteine nicht für das nun anfallende Kondensat aus der Verbrennung geeignet sind. Ansonsten ändert sich bei einer neuen Gasheizung im Einfamilienhaus recht wenig.

Auch beim Aufstellungsort ist man sehr flexibel. Die klassische Gasheizung im Keller ist ebenso möglich wie die Montage im Wohnbereich oder als "Dachheizzentrale" im Dachgeschoss. Die Aufstellung im beheizten Wohnbereich vermindert übrigens Wärmeverluste deutlich (dann ist aber ein gewisses Augenmerk auf die Geräuschentwicklung zu richten). Zusätzlich muss die Frage nach der Warmwasserbereitung geklärt werden. Sie kann entweder zentral über den Kessel erfolgen oder dezentral, zum Beispiel mit Durchlauferhitzern oder einzelnen Gasthermen an den Entnahmestellen. Letzteres ist eher im Mehrfamilienhaus üblich.

Die Kosten für eine Gasheizung im Einfamilienhaus beginnen mit allen Montagearbeiten meist bei 5.000 Euro bis 8.000 Euro, wenn nur ein Kesseltausch ansteht. Im Bestandsbau bekommen Sie übrigens beim Wechsel auf Brennwerttechnik mit Solar Fördergelder durch das BAFA. Im Neubau können Sie eventuell auf zinsgünstige Finanzierungsangebote der KfW zurückgreifen. Hier finden Sie mehr Informationen zur Förderung einer Gasheizung im Einfamilienhaus.

Im Neubau stellenweise durch das EEWärmeG gefordert, aber auch im Bestandsbau immer öfter anzutreffen, ist die Kombination der Gasheizung mit weiteren Wärmeerzeugern (die sogenannte Hybrid-Heizung). Ein Pufferspeicher (oder mehrere verschiedene) dienen als Wärmereservoir, in das verschiedene Erzeuger gleichzeitig einspeisen. So schafft man ein kombiniertes System, das zum Beispiel auch regenerative Energien wie eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe in das Heizungssystem integriert.

Weitere Hilfen rund um Anschaffung und Einbau einer Gasheizung

Abgesehen davon ist die Erneuerung oder der Neueinbau einer Gasheizung im Einfamilienhaus sehr einfach und schnell durchgeführt. Nicht vergessen: die fachgerechte Einstellung der Heizung und ein hydraulischer Abgleich des Heizsystems! Gerade bei einem Umstieg auf eine Brennwertheizung kommt es darauf an, dass die Heizkörper (eventuell sollte man auch diese sanieren - der Heizungsbauer hilft hier gerne beratend weiter) und das System insgesamt gut mit dem Kessel zusammenarbeiten.

Fragen zur Gasheizung im Einfamilienhaus? Bei uns im Heizungsfinder Forum können Sie Fragen stellen und zu allen Problemen diskutieren. Alle wichtigen Grundlagen finden Sie auch in unserer Checkliste für Gasheizungen.

Sie möchten eine neue Gasheizung? Hier finden Sie Fachbetriebe für Heiztechnik aus Ihrer Region, die Ihnen gerne kostenfrei Angebote erstellen. So können Sie ausgiebig vergleichen.


Weiterlesen zum Thema "Mehrfamilienhaus"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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