Was man beim Kauf einer Gasheizung beachten sollte

Die Gasheizung ist im Vergleich zu anderen Systemen relativ einfach planbar und stellt eher geringe Anforderungen an eine Immobilie. Ganz ohne vorherige Planung sollte man aber nicht zum Kauf schreiten. Was Sie klären sollten, bevor Sie einen Fachmann mit dem Einbau einer Gasheizung beauftragen, klären wir in diesem Teil der Gasheizung Checkliste.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenGasheizungChecklisteMachbarkeit

Eignet sich mein Haus für eine Gasheizung?

Grundsätzlich ist eine Gasheizung für den Bestandsbau wie den Neubau geeignet und deckt alle Anforderungsbereiche problemlos ab.

  • Als Stand der Technik sind Gaskessel mit Brennwerttechnik anzusehen. Sie nutzen nicht nur den Heizwert des Brennstoffes aus, sondern gewinnen Energie aus dem Kondensat, das bei der Verbrennung des Gases anfällt, zurück. Mit herkömmlicher Technik geht diese Energie verloren. Einer Brennwertheizung sollte generell immer der Vorzug gegenüber einem Kessel ohne Brennwertnutzung gegeben werden. Die entstehenden Mehrkosten amortisieren sich meist schnell.
  • Für den Betrieb einer Gasheizung benötigen sie einen Gasanschluss. Kontaktieren Sie ihren Gasversorger und erkundigen Sie sich, ob ein Anschluss bereits vorhanden ist. Ist dieser nicht vorhanden, müssen Sie einen Zugang beantragen. Die Kosten sind abhängig vom Versorger und reichen von pauschaler Abrechnung bis hin zu einer Staffelung nach der Entfernung, über welche der Zugang gelegt werden muss.
  • Möchten oder können Sie keinen Anschluss legen, ist Flüssiggas eine Alternative. Ähnlich wie bei einer Öl- oder Pelletheizung wird der Brennstoff in einem speziellen Druckbehälter ober- oder unterirdisch gelagert. Hierfür ist ein gewisser Platzbedarf auf dem Grundstück erforderlich. Sie sind bundeslandabhängig genehmigungs- bzw. anzeigepflichtig und müssen regelmäßig geprüft werden.
  • Der Aufstellungsort ist kein sonderlich großes Problem bei der Gasheizung, da die Kesselabmessung vergleichsweise gering ist. Das Gerät benötigt keinen bestimmten Heizraum und kann beispielsweise unter dem Dach oder wandhängend installiert werden.
  • Ein eigener Heizraum bietet den Vorteil, dass zusätzliche Speicher großzügiger ausgelegt werden können (auch im Hinblick auf spätere Erweiterungen z.B. durch eine Solarthermieanlage). Auch werden Betriebsgeräusche nicht wahrgenommen und die Wartung gestaltet sich einfacher.
  • Genaues Augenmerk sollte auf dem Schornstein liegen. Dieser muss unbedingt feuchteunempfindlich sein (anfallendes Kondensat). Meist muss eine passende Leitung zusätzlich eingesetzt werden. Der zuständige Schornsteinfeger sollte in diesem Fall befragt werden. Alternativ kann die Hauswand durchbohrt und eine entsprechende Abführung (bzw. auch Luftzuführung) nach draußen gelegt werden.
  • Das anfallende Kondensat muss über einen Abwasseranschluss abgeleitet werden (meist kein Problem).
  • In der Wahl der Heizkörper (Radiatorheizkörper, Fußbodenheizung) ist man bei der Gasheizung frei. Vor allem bei Brennwerttechnik bietet sich jedoch ein System wie die Fußbodenheizung an - dies führt zu einem besseren Ausnutzen des Kondensatanfalls. Auch die Einbindung weiterer Heizquellen wie einer Solarthermieanlage kommen Niedertemperaturheizkörper sehr entgegen.

Kosten einer Gasheizung

  • Die Kosten einer Brennwertheizung liegen incl. Schornsteinsanierung im Durchschnitt zwischen 6000 bis 8000 Euro im Einfamilienhaus.
  • Die Kosten für einen evtl. notwendigen Gasanschluss liegen im Schnitt zwischen 1500 bis 3000 Euro, können diesen Wert in ungünstigen Fällen aber deutlich überschreiten.
  • Eine Schornsteinsanierung schlägt durchschnittlich mit circa 500 bis 1000 € zu Buche.

Fördermittel für eine Gasbrennwertheizung

  • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt den Kesseltauschbonus von 500 Euro, wenn in einem Bestandsbau eine alte Gasheizung ohne Brennwert gegen einen Kessel mit Brennwerttechnik in Kombination mit einer Solarthermieanlage (Wasser+Raumheizung) ausgetauscht wird.
  • Weitere Fördermittel gibt es durch die KfW-Bankengruppe, wenn eine Sanierungsmaßnahme zum Erreichen des Energieeffizienzhausstandards führt.

Der nächste Schritt beim Kauf einer Gasheizung besteht darin, kompetente Fachbetriebe für Gasheizungen zu finden. Teil 2 unserer Checkliste führt Sie durch den Gasheizungs Ortstermin.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Weiterlesen zum Thema "Ortstermin"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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