Die Gasheizung im Mehrfamilienhaus

Heizkosten sind ein Kernargument in der Vermietbarkeit einer Immobilie. Die Nachfrage nach energieeffizienten Immobilien ist gerade in Ballungsgebieten deutlich sichtbar - energieeffiziente Gebäude sind ein Wettbewerbsvorteil. Die Heizung ist ein wichtiger Baustein in der Energieeffizienz eines Gebäudes und die Gasheizung ist im Mehrfamilienhaus das System mit der höchsten Verbreitung.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenGasheizungNeue GasheizungMehrfamilienhaus

Gasheizung im Mehrfamilienhaus sanieren und optimieren

Die Gasbrennwert-Kaskade: mehrere Kessel arbeiten zusammen
und werden nach Bedarf zu- oder abgeschaltet,
Bild: Bosch Thermotechnik GmbH
Gerade bei älteren Niedertemperaturkesseln oder ganz besonders bei alten Standardkesseln lohnt sich eine Modernisierung mit Brennwerttechnik. Die Einsparungen bei einer Modernisierung mit aktueller Brennwerttechnik liegen zwischen 11 (bei NT-Kesseln) und 30 Prozent (Standardkesseln).

Oft ist der Heizungstausch die Sanierungsoption, mit der man mit dem geringsten Mitteleinsatz die höchsten Ersparnisse erzielt. Allerdings ist jede Immobile ein Unikat und deshalb steht die detaillierte Energieberatung durch einen Sachverständige an erster Stelle vor jeder Sanierung, um den Energiebedarf noch einmal genau festzustellen und die Gasheizung exakt an das Mehrfamilienhaus anzupassen.

Er berät auch zu erhältlichen Fördermitteln, wie sie zum Beispiel die KfW zur Verfügung stellt. Besprechen Sie bei Gelegenheit auch die Einbindung einer thermischen Solaranlage bei einer Sanierung.

Gasheizung im Mehrfamilienhaus sanieren

Zentralheizung: Ist bislang eine Gas-Zentralheizung mit zentraler Warmwasserbereitung im Einsatz, bietet sich ein Kesseltausch mit Einbau einer Gasbrennwertheizung als preiswerteste Sanierungsoption an. Abgesehen von einer Schornsteinsanierung und einem hydraulischen Abgleich (beides: siehe unten) sind die Arbeiten vergleichsweise schnell und einfach durchgeführt.

Dezentrale Beheizung: Werden die Wohneinheiten einzeln mit einer Gasetagenheizung beheizt, ist auch hier der Ersatz der alten Gasthermen durch z.B. wandhängende Brennwertthermen möglich.

Sind bislang dezentrale Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung montiert, kann man durchrechnen lassen, ob es sich lohnt, die Warmwasserbereitung durch eine Kombitherme mit erledigen zu lassen. Alternativ kann man die Warmwasserbereitung mit zentralisieren, indem man die Einzelthermen gegen eine Zentralheizung mit Wohnungsstationen auswechselt oder per zentralem Pufferspeicher Warmwasser liefert.

Es sind in den einzelnen Wohneinheiten noch Nachtspeicheröfen installiert? Das Verbot von Nachtspeicherheizungen ist zwar derweil aufgehoben worden, aber sprechen Sie den Heizungsbauer auf die Umrüstungskosten an. Die Installationskosten einer Gasheizung könnte sich schneller rechnen, als man denkt.

Eine Brennwertheizung benötigt ein geeignetes Abgassystem

Bei allen Sanierungsoptionen ist abzuklären, ob die bisherigen Abgasführung für Brennwerttechnik geeignet ist. Gasbrennwertheizungen arbeiten mit geringeren Temperaturen als herkömmliche Gasheizungen. So liegt in alten Schornsteinen aufgrund zu großen Durchmessers kein ausreichender Abzug mehr vor. Zusätzlich sorgt die Brennwerttechnik für Abgaskondensation im Schornstein. Das kann zu Feuchtigkeits- oder Korrosionsschäden am Schornstein führen. Hier ist eine Schornsteinsanierung notwendig. Dies geschieht meist durch das Einziehen eines geeigneten Rohres aus Edelstahl oder Kunststoff durch den bestehenden Abzug oder durch die Installation eines Luft-Abgas-Systems.

Ein hydraulischer Abgleich maximiert den Brennwertnutzen und erhöht den Komfort

Unabhängig von der gewählten Sanierungsmethode müssen auch die Heizkörper und die Regelung des Systems beachtet werden. Eine Brennwertheizung muss möglichst lange in einem möglichst niedrigen Temperaturbereich fahren, um ihre Vorteile ausspielen zu können. Wahrscheinlich kann man mit bestehenden Heizkörpern weiterarbeiten, aber unter Umständen könnte es nötig sein, auf größere Heizkörper umzusteigen, um größere Ersparnisse zu verwirklichen. Hier sollte ein Heizungsbauer die Situation prüfen.

Ebenso wichtig: ein hydraulischer Abgleich der Gasheizung im Mehrfamilienhaus. Dieser stellt sicher, dass die Heizkörper mit exakt der richtigen Wärmemenge versorgt werden und nicht zu heiß oder kalt werden. Gleichzeitig werden (wenn nicht vorhanden) besonders energieeffiziente und gut regelbare Heizungspumpen installiert und die Regelung der Heizung(en) genau optimiert. Alleine durch diesen Abgleich sinkt der Energiebedarf oft nochmals deutlich.

Hier finden Sie regionale Fachbetriebe für Heiztechnik, die bei der Sanierung und Optimierung einer Gasheizung im Mehrfamilienhaus zur Seite stehen.

Weiterlesen zum Thema "Brenn- & Heizwert"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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