Der Schornsteinfeger und die Gasheizung

1. März 2021
Schornsteinfeger messen bei einer Gasheizung die Abgase im Wesentlichen auf Basis zweier gesetzlicher Regelungen. Mit der Abgasmessung der Gasheizung prüfen sie unter anderem, ob Abgase ungehindert abziehen und ob nicht zu viele Schadstoffe über die Abgase in die Umwelt gelangen.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenGasheizungAbgassystemSchornsteinfeger

Schornsteinfeger & Gasheizung – welche Aufgaben hat er?

Ein Schornsteinfeger bei der Arbeit | Urheber: Konrad
Lackerbeck | Lizenz: CC BY 3.0
Der Schornsteinfeger prüft die Gasheizung auf Basis der Bundes-Kehr- und Überprüfungsordnung (Bundes-KÜO) und der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz­gesetzes (1. BImSchV).

Bundes-KÜO: Im Rahmen der Bundes-KÜO bedeutet Abgasmessung bei der Gasheizung in erster Linie die Messung des Kohlenmonoxid­gehalts in den Abgasen. Er darf bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Das ist allerdings nicht die einzige Aufgabe, die die Bundes-KÜO für den Schornsteinfeger bei der Gasheizung definiert.

Er prüft zudem, ob die Abgasleitung möglicherweise verunreinigt ist und reinigt sie bei Bedarf. Zugleich prüft der Schornsteinfeger bei der Gasheizung, ob eine ausreichende Zufuhr von Verbrennungsluft gegeben ist.

1. BImSchV: Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz­gesetzes (1. BImSchV) wird auch „Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen“ genannt. Im Rahmen der Abgasmessung bei der Gasheizung wird etwa der Kohlenmonoxid-, Kohlendioxid- und Sauerstoffanteil im Abgas gemessen. Zusätzlich bestimmt der Schornsteinfeger bei der Gasheizung den Abgasverlust. Die Überprüfung nach der 1. BImSchV dient in erster Linie einer umweltverträglichen Funktion der Gasheizung.

Als Abgasverlust bezeichnet man den Anteil der Heiz-Nennwärmeleistung einer Gasheizung, der über die Abgase verloren geht. Die Heiznennwärmeleistung ist die maximale Wärmeenergie, die eine Heizung abgeben kann. Nach 1. BImSchV ist die Abgasmessung bei der Gasheizung wie bei der Ölheizung mittlerweile für Heizungen Pflicht, deren Leistung über vier Kilowatt liegt. Zusätzlich zum bisher Genannten führt der Schornsteinfeger bei der Gasheizung bis 2013 alle fünf Jahre und ab 2013 zweimal innerhalb von sieben Jahren eine so genannte Feuerstättenschau durch, um die Betriebs- und Brandsicherheit der Feuerstätte zu gewährleisten.

Schornsteinfeger Gasheizung – wie oft ist Prüfung Pflicht?

Messfristen für die Überprüfung und Abgasmessung bei der Gasheizung sind davon abhängig:

  • wie alt die Gasheizung ist,
  • wie die Luftzufuhr geregelt wird,
  • ob beim Abgassystem mit Über- oder Unterdruck gearbeitet wird sowie
  • ob es sich um eine Brennwertheizung oder nicht handelt.

Bei der Abgasmessung wird die Abgastemperatur, die Temperatur der Verbrennungsluft, die Sauerstoff- sowie die Kohlendioxidkonzentration in den Abgasen gemessen. Die konkreten Messintervalle, innerhalb derer der Schornsteinfeger die Gasheizung prüfen muss, lassen sich einer Liste mit Überprüfungs- und Messfristen vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks entnehmen. Für Gasheizungen gibt es folgende Fristen für die Abgasmessungen und Überprüfung:

Art der GasheizungÜberprüfen & KehrenAbgasmessung (Kessel > 12 Jahre)Abgasmessung (Kessel < 12 Jahre)
GasheizkesselJährlichAlle 2 JahreAlle 3 Jahre
Raumluftunabhängiger GasheizkesselAlle 2 JahreAlle 2 JahreAlle 3 Jahre
GasbrennwertkesselJährlichKeine Messung erforderlichKeine Messung erforderlich
Gasbrennwertkessel mit Überdruck-GasanlageAlle 2 JahreKeine Messung erforderlichKeine Messung erforderlich

Was kostet die Überprüfung & Abgasmessung durch den Schornsteinfeger?

Die Kosten für die Überprüfung durch den Schornsteinfeger liegen bei 50 Euro bis 70 Euro, sofern auch eine Abgasmessung durchgeführt werden muss. Sofern nur gekehrt und die Anlage überprüft werden muss, werden 40 Euro bis 50 Euro fällig.

Zu hohe Abgaswerte: Ursachen & Einstellmöglichkeiten

Der Abgasverlust einer Gasheizung ist eine Kennzahl für die Effizienz der Feuerstätte. Wenn der Abgasverlust die Grenzwerte übersteigt, dann geht zuviel Verbrennungsenergie ungenutzt über den Schornstein verloren. Ist der Abgasverlust (der in Prozent angegeben wird) klein, so arbeitet die Gasheizung effizient - das heißt der Brennstoff wird bestmöglich genutzt, um Wärme zu erzeugen. Abhängig von der Nennwertleistung der Gasheizung liegen die Grenzwerte für den Abgasverlust zwischen 9% und 11%. Was sind die Gründe dafür, wenn die Abgasverluste über diesen Grenzwerten liegen und zuviel Wärme auf diese Weise verloren geht?


Gründe für den Abgasverlust einer Gasheizung

Die Hauptursache sind veraltete Heizungsanlage über 25 Jahre. Wenn hier noch kein Gasbrennwertkessel installiert ist, macht es spätestens bei der Feststellung von Abgasverlusten Sinn einen Kesseltausch in Erwägung zu ziehen. Bei jüngeren Geräten kann ein Grund auch in der falschen Einstellung des Brenners und in einer Verschmutzung des Wärmetauschers liegen. Hier hilft eine Heizungswartung oder die Neueinstellung der Luftzufuhr. Die Frist für die Nachbesserung der Abgaswerte liegt bei 6 Wochen nach Feststellung von zu hohen Abgasverlusten. Nach dieser Frist erfolgt eine Nachmessung des Schornsteinfegers. Sind die Abgaswerte dann immernoch zu hoch (oder ist keine Korrektur erfolgt), wird das Umweltschutzamt vom Schornsteinfeger informiert.

Schornsteinfeger, Gasheizung und Schornsteinsanierung

Die bisher aufgeführten Regeln für Prüfung und Abgasmessung bei der Gasheizung gelten für alle Gasheizungen mit Abgassystemen, die nicht bewusst verändert oder neu installiert wurden. Bei einer Erstinstallation oder Schornsteinsanierung muss die Anlage vom Schornsteinfeger abgenommen werden.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
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Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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