Solarthermie Systeme für Warmwasser, Heizung & Bäder

Solarthermie Systeme gewinnen Wärme aus der täglichen Sonneneinstrahlung. Sie übernehmen die Warmwasserbereitung zu großen Anteilen oder unterstützen die Heizung mit Energie aus der Sonne. Auch im Bäderbetrieb sind Solarthermie Anlagen für den heimischen Pool oder städtische Schwimm- und Freibäder im Einsatz. Wir zeigen gängige Anlagenkonzepte und Vertiefungsinformationen im Überblick.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenSolarthermieSysteme

Solarthermie Systeme im Überblick

Solarheizung mit Kombispeicher für warmes Wasser
und Heizungswärme, Bild: © guukaa - Fotolia.com

Solarthermie ist eine erprobte Technologie, die in vielen Einsatzbereichen erfolgreich umweltfreundliche Wärme bereitstellt. Solarkollektoren wandeln Sonneneinstrahlung in Wärme um und geben sie an die Solarflüssigkeit ab. Eine Solarpumpe befördert die Wärme via Solarflüssigkeit zum Speicher.

Drei Solarthermie Systeme trifft man besonders oft an: Warmwasser-Anlagen, heizungsunterstützende Anlagen und Anlagen, die ihre Wärme einem Pool oder Schwimmbad zur Verfügung stellen. Im Folgenden stellen wir die drei Solarthermie Systeme kurz vor. Dort finden Sie Links mit vertiefenden Informationen zu dem jeweiligen Thema.

Solarthermie Systeme: Warmwasser-Anlagen

Eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung deckt den häuslichen Warmwasserbedarf sehr gut ab. Im Durchschnitt kann man davon ausgehen, 50 - 70% der Energie für die Warmwasserbereitung durch die Solarthermieanlage decken zu können. 

Vom Platzbedarf und den technischen Komponenten her stellt sich eine Warmwasseranlage recht unkompliziert dar: vier bis sechs Quadratmeter Kollektorfläche (meist Flachkollektoren) und ein Speicher mit Volumen um die 300 bis 400 Liter reichen in den meisten Fällen aus, um die Warmwasserbereitung kraftvoll zu unterstützen. Die Preise für diese Solarthermie Systeme liegen meist bei 3.000 bis 6.000 Euro. Die folgende Grafik zeigt, wie hoch der solare Anteil beim einem Warmwasser-System im Schnitt ausfällt:

Beispiel für die durchschnittliche Ertragsdeckung durch Warmwasser-Solarthermie-Systeme,
Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

  

Solarthermie-Systeme: Solarheizungen vereinen Warmwasserbereitung mit Heizungsunterstützung

Das zweite Hauptsystem ist die Solarthermieanlage zur Heizungsunterstützung. Hier stellt die Solaranlage die Wärme nicht nur der Warmwasserbereitung, sondern auch der Heizung zur Verfügung. 

Obgleich heizungsunterstützende Solarthermie Systeme deutlich mehr Wärme beisteuern, decken sie den Wärmebedarf eines Hauses nicht ab. Der Heizwärmebedarf ist in den Wintermonaten am höchsten - genau in diesem Zeitraum ist allerdings die Leistung einer Solarthermieanlage am niedrigsten. Das ist zwar auch bei Warmwasseranlagen der Fall, aber hier fällt die Diskrepanz zwischen Solarertrag und Wärmebedarf besonders auf. Daher werden Solarheizungen als Zusatzsystem für eine klassische Heizungsanlage mit Gas- oder Öl eingesetzt. Auch in Kombination mit Wärmepumpen oder Pelletheizungen sind Solarheizungen sinnvoll, um Heizkosten zu sparen.

Da die Solarthermieanlage mehr Energie bereitstellen muss, fällt die Kollektorfläche größer aus als bei Warmwassersystemen. Auch der Speicher wird größer: um die 600 bis 1000 Liter oder mehr sollte solch ein Speicher schon fassen. Das wirkt sich jedoch auf den Preis aus: Solarheizungen kosten ungefähr das doppelte einer Warmwasseranlage. 6.000 bis 12.000 Euro sind nicht unüblich.

Beispiel für die durchschnittliche Ertragsdeckung durch Kombi-Solarthermie-Systeme,
Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
 

Solarthermie Systeme für Bäderbetriebe: Warmwasser für Pools & Schwimmbäder 

Auch zur solaren Beheizung eines Pools oder eines Schwimmbads kann man Solarthermie nutzen. Eine Solarheizung für einen Pool ist sehr unkompliziert aufgebaut. Der offene Pool dient als Speicher und Schwimmbadkollektoren aus schwarzen Gummimatten mit Kunststoffschläuchen sammeln Wärme. 

Diese Schwimmbadabsorber sind deutlich einfacher aufgebaut als Flach- oder gar Vakuumröhrenkollektoren - sie haben beispielsweise keine zusätzliche Wärmedämmung und erreichen nicht so hohe Betriebstemperaturen. Da die meisten Pools oder Schwimmbäder nur eine Temperatur von 25 bis 30 Grad Celsius benötigen, ist das vollkommen ausreichend und hält die Materialkosten niedrig. Bei diesen Solarthermie-Systemen ist auch das Problem, dass im Sommer Wärmeüberschüsse nicht genutzt werden können, nicht so stark ausgeprägt. Hier liegt ein konstanter Wärmebedarf vor.

Für den größer angelegten Bäderbetrieb werden oft eine große Anzahl an Flachkollektoren und externe Speicher installiert, da der Wärmebedarf eines Schwimmbads um einiges größer ist als der eines Pools, weil das Schwimmbad auch im Winter und in den Übergangsmonaten genutzt wird.

Solarthermie Systeme richtig planen

Warmwasser- und Heizungsunterstützungsanlagen gibt es inzwischen auch fertig zusammengestellt. Diese Solarpakete decken die gängigsten Anforderungsprofile ab und verwenden kompatible Komponenten eines einzigen Herstellers. Vor allem bei der Modernisierung von alten Heizsystemen greift man gerne auf diese fertig geschnürten Paketlösungen zurück. Sie sind vielleicht nicht immer optimal auf die individuellen Gegebenheiten angepasst, aber dafür kann man sich sicher sein, dass alle Bauteile miteinander harmonieren und auch beim Preis hat eine standardisierte Lösung ihre Vorteile. 

Wenn Sie überlegen, eine Solarwärmeanlage zu beschaffen, haben wir in unserem Artikel Solarthermie kaufen die wichtigsten Hinweise auf dem Weg zur eigenen Solarablage zusammengestellt. Diese Informationen zu Solaranlagen finden Sie auch in unserer Solarthermie Checkliste zum Nachschlagen.

Beraten Sie sich mit einem Fachbetrieb für Solarthermie Systeme, bevor Sie zum Kauf schreiten und lassen Sie sich möglichst mehrere Angebote verschiedener Experten zukommen, damit Sie sicher vergleichen können.

 

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Solarthermie

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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Antwort von Heizung Sanitär Vogler

welche Temperatur hat der Speicher da bei

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Antwort von Rauscher GmbH & Co. KG

Ausschließlich mit Gas (ohne Solarwärme) ist nicht mehr erlaubt.

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