Pelletheizung: Förderung durch BEG beträgt bis zu 55 Prozent

14. Oktober 2021
Um ein Umdenken bei der Nutzung fossiler Brennstoffe zu bewirken, führte die Bundesregierung Anfang 2021 die CO2-Steuer ein. Mit deren Einnahmen fördert sie Maßnahmen zur Steigerung der Gebäudeeffizienz – unter anderem den Einbau von Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energien. Als ein solches erhält auch die Pelletheizung Förderung. Eine Investition in den umweltfreundlichen Wärmeversorger ist damit noch attraktiver geworden.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
HeizungenPelletheizungFörderung

BEG-Förderung der Pelletheizung im Überblick

  • Für die Anschaffung und den Einbau einer Pelletheizung im Altbau erhalten Sie eine Förderung von 35 % auf die Gesamtkosten.
  • Wird mit ihr eine alte Ölheizung ersetzt, bekommen Sie zusätzlich eine Austauschprämie von 10 %.
  • Einen Bonus von jeweils 5 % gibt es für besonders emissionsarme Pelletheizungen und die Verwendung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP).
  • Die Optimierung eines bestehenden Heizungssystems wird mit 20 % bezuschusst.
  • Im Neubau braucht es für eine Pelletheizung-Förderung einen Effizienzhausstandard.
  • Der BEG-Förderantrag muss noch vor Auftragsvergabe beim BAFA bzw. der KfW eingehen.

Inhalt

Warum Pelletheizungen gefördert werden

Bei Pelletheizungen handelt es sich um Holzfeuerungen. Holz ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff, sondern setzt bei seiner Verbrennung auch nur so viel CO2 frei, wie der Baum zuvor aufgenommen hat. Das Gleiche passiert bei der Verrottung. Für die Herstellung von Pellets werden keine Bäume gefällt, sondern Sägewerksabfälle und unbrauchbares Schadholz verwendet. Dieses unter Druck zu kleinen Stäbchen zu pressen, verursacht nur wenig CO2-Emissionen. Gegenüber fossilen Brennstoffen beträgt die Einsparung durchschnittlich 92,6 %.

Dabei spielt auch eine Rolle, dass bei Pellets die Transportwege kurz sind, da sie zum Großteil aus lokaler Produktion stammen. Als Waldland verfügt Deutschland über ausreichend Ressourcen, um langfristige Versorgungssicherheit zu garantieren. Da durch nachhaltige Aufforstung jedes Jahr mehrere Millionen Kubikmeter Wald hinzukommen, übertrifft die Menge an hergestellten Pellets deutlich die Nachfrage und sie werden zu großen Teilen exportiert. Der wenige Import wiederum erfolgt hauptsächlich aus unseren Nachbarländern. Das sorgt nicht nur für eine ortsnahe Versorgung, sondern auch stabile Preise.

Neben der Verwendung eines Energieträgers mit guter Umweltbilanz punkten Pelletheizungen auch damit, dass sie dessen Energie sehr effizient nutzen und gerade bei hohem Wärmebedarf gute Leistung bringen. So liegt ihr auf den Heizwert bezogener Wirkungsgrad deutlich über dem alter Ölheizungen.

Förderung auch bei Austauschpflicht

Gerade Besitzer solcher in die Jahre gekommenen Ölheizungen können von der staatlichen Förderung für Pelletheizungen profitieren. Nicht nur, weil sich der Aufstellort der Öltanks gut in ein Pelletlager konvertieren lässt; sondern auch, weil diese Form der Umrüstung mit einer zusätzlichen Austauschprämie bezuschusst wird. Denn gerade gegenüber Öl ist die CO2-Einsparung am größten. Außerdem befinden sich derzeit noch ungefähr 4,6 Millionen Öl-Kessel in deutschen Haushalten, die wegen veralteter Technik nachgerüstet werden müssen.

Da wird es deren Besitzer freuen, dass sie auch dann Anspruch auf Förderung haben, wenn ihre Geräte von der Austauschpflicht nach § 72 des GEG betroffen sind. Musste dieser Heizungstausch bisher ohne staatliche Unterstützung erfolgen, gibt es im Rahmen der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) keinen Förderausschluss mehr. Hat also Ihr Heizkessel bereits sein 30. Lebensjahr erreicht, steht Ihnen beim Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem wie der Pelletheizung eine attraktive Förderung zur Verfügung.

Fördersätze beim Heizungstausch im Altbau

Neben dem Regelfördersatz von 35 % und der Öltauschprämie von weiteren 10 % können Sie zusätzlich 5 % bekommen, wenn der Heizungstausch im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) stattfindet. Dieser muss von der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) oder als BAFA-Vor-Ort-Bericht erstellt worden sein, was seinerseits mit 80 % gefördert wird. Für die Umsetzung der dort festgelegten Maßnahmen haben Sie bis zu 15 Jahre Zeit. Allerdings muss diese in mindestens zwei Schritten erfolgen.

Weitere 5 % werden Ihrem Fördersatz hinzugefügt, wenn Sie sich für eine besonders emissionsarme Pelletheizung entscheiden. Diese darf dann maximal 2,5 mg/m3 Feinstaub freisetzen. Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle finden Sie eine Liste mit Anlagen, die dieser Anforderung entsprechen. Ausgeschlossen von diesem Innovationsbonus sind allerdings Gashybridheizungen und Pelletheizungen, die an ein Gebäudenetz angeschlossen werden.


Die staatliche Förderung für Pelletheizungen kann also bis zu 55 % betragen. Diese Einzelmaßnahmen-Förderung gibt es bei der BEG jedoch nur noch für Altbauten. Der Einbau einer Pelletheizung im Neubau wird nur dann bezuschusst, wenn diese dazu beiträgt, Effizienzhausstandard zu erreichen (s. u.).

Anforderungen an Pelletheizungen

Förderfähig sind folgende Anlagen:

  • automatisch beschickte Pelletkessel (Anlagenliste des BAFA) mit einem Pufferspeicher von mindestens 30 l/kW,
  • mit Pellets und Scheitholz betriebene Kombikessel mit einem Pufferspeicher von mindestens 55 l/kW
  • sowie Pelletkaminöfen mit Wassertasche.

Für einen luftführenden Pelletofen gibt es keine Förderung. Beim wasserführenden ist ein Pufferspeicher nicht in jedem Fall erforderlich. Generell ist die Weiternutzung eines bereits vorhandenen sowie der Erwerb eines gebrauchten Pufferspeichers gestattet. Letzteres wird allerdings nicht gefördert. Gleiches gilt für selbst gebaute und gebrauchte Pelletheizungen sowie Prototypen.

Bei der Pelletheizung muss die Nennwärmeleistung mindestens 5 kW betragen und die Wärmeverteilung über Wasser erfolgen. Außerdem sollte sie zu mindestens 50 % zur Versorgung des Gebäudes mit Raumwärme und Warmwasser beitragen. Des Weiteren darf sie maximal 15 mg Staub und 200 mg Kohlenmonoxid je m3 ausstoßen. Ihr Kesselwirkungsgrad muss bei mindestens 90 % liegen und es muss ein hydraulischer Abgleich und eine Anpassung der Heizkurve vorgenommen werden. Auch eine messtechnische Erfassung der erzeugten Wärmemenge muss gegeben sein.

Was zählt zu den förderfähigen Kosten?

Wenn all diese Kriterien erfüllt sind, gibt es von der BEG eine Förderung für die Pelletheizung. Neben den reinen Anschaffungskosten umfasst diese auch alle Umfeldmaßnahmen, die bei der Vorbereitung und Umsetzung des Heizungsprojekts anfallen sowie zur Steigerung der Energieeffizienz der Anlage beitragen. Darunter fallen:

  • Installation und Inbetriebnahme (inkl. Einregulierung und Einweisung des Anlagenbetreibers)
  • Wärmespeicher
  • Brennstoffaustragung, -förderung und -zufuhr
  • Mess-, Steuer- und Reglungstechnik (MSR)
  • Anpassung des Abgassystems und Schornsteins
  • Einrichtung eines Lagers und eines Heiz- und Technikraums
  • Anpassung der Wärmeverteilung (z. B. Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern) und Warmwasserbereitung
  • Demontagearbeiten
  • Baunebenkosten
  • Beratung, Planung und Baubegleitung

Nicht mit eingeschlossen sind Anlagen zur Stromerzeugung (KWK, PV), Sanitäreinrichtungen, Computertechnik sowie Eigenleistungen. Einen vollständigen Überblick hierzu bietet Ihnen das beim BAFA erhältliche "Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen".

Kostenbeispiele für die Förderung einer Pelletheizung nach BEG EM

Durch die umfangreiche Förderung der BEG für Einzelmaßnahmen (EM) können Sie beim Heizungstausch einiges an Geld sparen. So ist die Anschaffung einer Pelletheizung mit einigen Kosten verbunden: Für einen Pelletkessel mit Pelletlager, Austragungssystem für den Pellettransport und einem Pufferspeicher müssen Sie inklusive Installation je nach Größe durchschnittlich 16.000 - 24.000 Euro zahlen.

Beispiel 1: Möchten Sie beispielsweise eine alte Ölheizung unter Verwendung eines individuellen Sanierungsfahrplans durch eine emissionsarme Pelletheizung ersetzen, dann lassen sich deren Kosten von rund 20.000 Euro durch die BEG-Förderung auf 9.000 Euro reduzieren.

Kosten Pelletheizung

20.000 €

Regelförderung

35 %

- 7.000 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 2.000 €

iSFP-Bonus

5 %

- 1.000 €

Innovationsbonus

5 %

- 1.000 €

Kosten nach maximaler Förderung

9.000 €

Eine Pelletheizung kann aber nicht nur als alleinige Wärmequelle, sondern auch in Kombination mit anderen Anlagensystemen verwendet werden. Eine Variante ist dabei die EE-Hybridheizung, bei der beide Wärmeerzeuger mit erneuerbaren Energien arbeiten. So lässt sich eine Pelletheizung auch mit einer Wärmepumpe oder einer Solaranlage koppeln. Bei der Kombination mit einer Solarthermie-Anlage beispielsweise muss die Pelletheizung nur dann zum Einsatz kommen, wenn nicht genug Sonnenenergie für die Erwärmung der Räume und des Trinkwassers vorhanden ist. Dadurch werden weniger Pellets benötigt und Heizkosten gespart. Der Regelfördersatz von EE-Hybridheizungen beträgt ebenfalls 35 % (Solarthermie allein erhält sonst nur 30 %).

Beispiel 2: Sollten Sie sich also für die Anschaffung einer EE-Hybridheizung, bestehend aus einer Pelletheizung und einer Solarthermie-Anlage, entscheiden, können Sie bei Anwendung des vollen BEG-Fördersatzes über 16.000 Euro sparen.

Kosten Pelletheizung

20.000 €

Kosten Solarthermie-Anlage

8.000 €

Kosten Solarspeicher

1.500 €

Regelförderung

35 %

- 10.325 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 2.950 €

iSFP-Bonus

5 %

- 1.475 €

Innovationsbonus

5 %

- 1.475 €

Kosten nach maximaler Förderung

13.275 €

Kombinieren lassen sich Pelletheizungen auch mit Gasbrennwertkesseln. Bei diesen Gas-Hybridheizungen muss der Anteil der Pelletheizung an der Wärmeerzeugung mindestens 25 % betragen. Wegen der Verwendung des fossilen Brennstoffs Gas liegt hier die Förderung bei nur 30 %. Auch einen Innovationsbonus erhalten Sie in diesem Fall nicht. Wenn Sie aber bereits einen Gasanschluss oder einen Flüssiggastank besitzen, könnte dies eine Option für Sie sein. Denn bereits durch den Austausch einer alten Heizwerttherme gegen eine Gas-Hybridheizung mit Brennwerttechnik lässt sich Wärme effizienter und umweltfreundlicher bereitstellen.

Beispiel 3: Planen Sie, Ihre alte Gastherme gegen eine Gas-Hybridheizung unter Beteiligung einer Pelletheizung auszutauschen, kann die BEG-Förderung eine Preissenkung von 24.500 Euro auf unter 16.000 Euro bewirken.

Kosten Pelletheizung

20.000 €

Kosten Gasbrennwertkessel

4.500 €

Regelförderung

30 %

- 7.350 €

iSFP-Bonus

5 %

- 1.225 €

Kosten nach maximaler Förderung

15.925 €

Dies sind natürlich nur ungefähre Werte. Welche Anlagengröße Sie benötigen, ist vom Wärmebedarf Ihres Hauses abhängig. Maßnahmen zu dessen Senkung, zum Beispiel die Verbesserung der Dämmung, fallen ebenfalls unter die BEG EM. Außerdem spielt es eine Rolle, welche Umfeldmaßnahmen, z. B. die Demontage des vorhandenen Heizkessels, bei Ihnen nötig sind. Doch die Zahlen geben Ihnen zumindest einen groben Überblick, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und wie viel sich durch die Pelletheizung-Förderung sparen lässt.

Auch bei der Optimierung einer bestehenden Pelletheizung Förderung

Die Förderung erhalten Sie übrigens nicht nur für die Anschaffung und den Einbau einer neuen Pelletheizung, sondern auch, wenn Sie eine bereits vorhandene optimieren möchten. Diese muss seit mindestens zwei Jahren in Betrieb sein und die Heizungsoptimierung auf eine Steigerung der Energieeffizienz abzielen. Dabei kann es sich um Maßnahmen wie den Austausch der Heizkörper zur verbesserten Wärmeübergabe, die Erweiterung von Pufferspeichern oder die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs zur optimalen Wärmeverteilung handeln. Keine Förderung erhalten Sie hingegen bei der Nachrüstung eines bisher mit Sackware befeuerten Pelletofens mit einem Pelletlager. Denn dieses erhöht lediglich den Bedienkomfort, nicht aber die Effizienz der Anlage. Für Maßnahmen, die effizienzsteigernd sind, gilt ein Fördersatz von 20 % und eine Bagatellgrenze von 300 Euro.

Was Sie sonst noch über die BEG-Förderung wissen müssen

Beim Heizungstausch liegt die Bagatellgrenze, also die Mindestinvestitionssumme, bei 2.000 Euro. Wie Sie jedoch den Beispielen entnehmen konnten, liegen die Kosten bei Heizsystemen sowieso höher. Auch was die maximale Fördersumme angeht, gibt es bei der BEG Begrenzungen. So gelten für Wohngebäude 60.000 Euro je Wohneinheit und für Nichtwohngebäude 1.000 Euro je m2 (bzw. 15 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid) als Höchstbeträge.

Grundlage der Förderung sind bei Privatpersonen die Bruttokosten inklusive Mehrwertsteuer und bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen die Nettokosten. Bei Hybridheizungen muss der Antrag für die Gesamtanlage gestellt werden. Denn ohne die Verbindung mit der Pelletheizung erhalten Sie bei Gasbrennwertkessel und Solarthermie gar keine bzw. eine weniger hohe Förderung.

Möchten Sie die BEG mit anderen Programmen kombinieren, so ist dies nur mit den Förderungen der Bundesländer und Kommunen möglich. Dabei ist der Gesamtfördersatz auf 60 % begrenzt. Sollen weitere über das BAFA oder die KfW geförderte Programme zur Anwendung kommen, muss eine strenge Trennung der Kosten erfolgen.

Förderung einer Pelletheizung bei Neubau und energetischer Sanierung

Neben dem nur für Altbauten geltenden Einzelmaßnahmen-Programm gibt es außerdem noch die BEG-Programme WG und NWG. Hierbei werden Maßnahmen in Wohngebäuden (WG) und Nichtwohngebäuden (NWG) gefördert, wenn sie dazu beitragen, diese auf einen Effizienzhausstandard zu bringen. Bei einem Wohngebäude spricht man dann von einem Effizienzhaus (EH), bei einem Nichtwohngebäude von einem Energiegebäude (EG).

Für die einzelnen Effizienzhausstufen gibt es im Gebäudeenergiegesetz (GEG) genaue Vorgaben zur Höhe des jeweiligen Transmissionswärmeverlusts und Primärenergiebedarfs. Um diese Werte möglichst niedrig zu halten, bedarf es einerseits einer guten Dämmung und andererseits einer Heizanlage, die nicht nur effizient arbeitet, sondern auch einen Energieträger nutzt, dessen Gewinnung, Umwandlung und Transport mit möglichst wenig Energieaufwand verbunden ist.

Wie eingangs beschrieben, ist dies bei Holz der Fall. Daher hat es auch nur einen Primärenergiefaktor (PEF) von 0,2. Der von Öl und Gas dagegen beträgt 1,1. Nur Sonnenenergie (auch als "Umweltenergie" bezeichnet) hat einen geringeren PEF als Holz, da ihre Gewinnung ohne Primärenergie verläuft. Entscheiden Sie sich also dazu, zur Wärmeversorgung Ihres Hauses eine Pelletheizung oder eine EE-Hybridheizung einzusetzen, trägt dies zur Senkung von dessen Primärenergiebedarf bei. Und je niedriger dieser ist, desto niedriger ist auch die Effizienzhausstufe und desto höher fällt die BEG-Förderung aus.

Für einen Neubau gestaltet sich dies wie folgt:

Planen Sie dagegen, einen Altbau energetisch zu sanieren, betragen die Zuschüsse:

Für Nichtwohngebäude wurde eine Obergrenze von 2.000 Euro je m2 beheizter Nettogrundfläche (NFG) bzw. 30 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid (ZWB) festgelegt. Bei Wohngebäuden dürfen die förderfähigen Kosten je Wohneinheit maximal 120.000 Euro betragen. Mit der EE-Klasse sind es 150.000 Euro. Dafür muss ein Wärmeerzeuger eingebaut werden, der zu mindestens 55 % erneuerbare Energie nutzt. Da dies auf die Pelletheizung zutrifft, lässt deren Anschaffung auch den Fördersatz für alle anderen Maßnahmen ansteigen.

Bei einer energetischen Sanierung können Sie übrigens auch mehrmals eine Förderung für das Erreichen einer Effizienzhausstufe bekommen. Lassen Sie sich beispielsweise in einem Jahr einen Heizungstausch und Dämmmaßnahmen bezuschussen, um Ihr Haus auf EH 70 EE zu bringen, stehen Ihnen bereits im nächsten Kalenderjahr erneut Fördermittel zur Verfügung, um auf EH 55 EE zu kommen. Den fünfprozentigen Bonus für die EE-Klasse erhalten Sie allerdings nur einmal.

Außerdem sind Sie verpflichtet, zur Fachplanung und Baubegleitung einen bei der dena (Deutschen Energieagentur) gelisteten Energieeffizienz-Experten (EEE) in Anspruch zu nehmen. Dies soll die Qualität der Maßnahmen-Umsetzung sicherstellen. Dafür werden aber auch hierfür die Kosten zu 50 % übernommen. Förderfähig sind dabei bis zu 10.000 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 4.000 Euro je Wohneinheit bei Mehrfamilienhäusern. Für Nichtwohngebäude gilt ein Höchstbetrag von 10 Euro je m2 bzw. 40.000 Euro.

Wie Sie an die Förderung kommen

Die Vergabe der Förderung erfolgt über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW. Das BAFA ist dabei für die direkten Investitionszuschüsse des BEG EM-Programms zuständig. Für Zuschüsse im Rahmen der BEG WG und BEG NWG müssen Sie sich an die KfW wenden. Verfügen Sie nicht über das nötige Kapital, die Maßnahmen selbst zu finanzieren, bekommen Sie dort auch einen zinsgünstigen Kredit für alle Programme. Der Förderbetrag dient dabei zur Tilgung der am Ende noch verbleibenden Summe.

Der Ablauf des Antragsverfahrens gestaltet sich bei beiden ungefähr gleich. So muss die Antragsstellung noch vor der Beauftragung eines Unternehmens erfolgen. Einzig Planungsleistungen dürfen schon vorab durchgeführt werden. Beim BAFA geschieht die Beantragung online, bei der KfW über ein Kreditinstitut Ihrer Wahl (Hausbankprinzip). Dabei müssen die zu erwartenden förderfähigen Kosten angegeben werden. Da diese die Grundlage für die Berechnung des Förderbetrags bilden, empfiehlt es sich, hierbei großzügig aufzurunden. Denn eine einmal festgelegte Fördersumme wird auch bei späteren Kostensteigerungen nicht mehr erhöht.

Sobald die Eingangsbestätigung Ihres Antrags vorliegt, können Sie den Auftrag zur Maßnahmen-Umsetzung erteilen. Wenn Sie allerdings auf Nummer sicher gehen wollen, warten Sie noch den Erhalt des Zuwendungsbescheids ab. Von da an haben Sie eine Bewilligungsfrist von 24 Monaten, um die geplanten Maßnahmen durchzuführen und beispielsweise eine Heizungsanlage betriebsfertig zu installieren. Nur in Ausnahmefällen kann eine Verlängerung um 24 Monate erwirkt werden. Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums bleiben Ihnen dann weitere 6 Monate, um einen Verwendungsnachweis zu erbringen - das heißt, die im Zuwendungsbescheid aufgeführten Unterlagen, u. a. Rechnungen und Fachunternehmererklärung, einzureichen. Nach positiver Prüfung wird Ihnen dann der Förderbetrag ausgezahlt.

Steuerförderung als Alternative

Sollten Sie Ihr Eigenheim energetisch sanieren, können Sie neben der BEG WG-Förderung auch eine Steuerförderung bekommen. Diese beantragen Sie im Folgejahr der Maßnahmen-Umsetzung mit der Steuererklärung und bekommen sie dann in den nächsten drei Jahren als Nachlass auf die Steuerschuld gewährt. Allerdings liegt sie mit gerade einmal 20 % unter den Fördersätzen der BEG. Daher ist sie nur dann zu empfehlen, wenn Sie die BEG-Antragsstellung versäumt haben oder die Kosten Ihres Projekts die dortigen Höchstbeträge überschreiten. Allerdings gibt es auch bei der Steuerförderung eine Deckelung. So dürfen die Umbauten und das dabei verwendete Material maximal 200.000 Euro kosten. Denn mehr als 40.000 Euro erstattet das Finanzamt nicht.

Weitere Informationen zu den Förderprogrammen finden Sie beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Ob eine Pelletheizung oder ein Pelletofen der richtige Wärmeversorger für Ihr Gebäude ist, kann Ihnen am besten ein Fachbetrieb sagen.

Weiterlesen zum Thema "Technik"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Förderung Pelletheizung

BAFA Förderung Pelletheizung - Bindung an vorgeschlagenen Kessel?

Wir möchten umrüsten von Ölheizung auf Pelletheizung, dafür hat uns eine Firma per Telefon einen Antrag bei der BAFA gestellt, ohne das wir etwas unterschreiben mussten..Voraussetzung war, wir kaufen bei dieser Firma den Kessel. Beantragt wurden 18.000 Euro.. Nach mehrfacher Nachfrage was bei dem Pelletkessel alles enthalten sei, haben wir dann endlich mal ein Angebot zugeschickt bekommen von 11.000 Euro nur für Kessel mit Zubehör, mit der Bitte die 6.000 Euro Eigenanteil demnächst zu überweisen.. Der Monteur kostet aber ebenfalls nochmal um die 13.000 Euro und er meinte das dieser Kessel bei weitem zu teuer ist.. Sind wir jetzt verpflichtet diesen Kessel zu kaufen weil diese Firma den BAFA Antrag für uns gestellt hat? Oder können wir den Auftrag komplett unserem Monteur übergeben der uns einen wesentlich günstigeren Kessel besorgen würde und müsste das bei der BAFA gemeldet werden das wir doch nicht bei dieser Firma kaufen möchten?
Antwort von Alternative Heizungstechnik Kaueroff

Einen Antrag per Telefon zu stellen geht nicht, außerdem bekommt man nach der Beantragung und Prüfung durch die BAFA einen schriftlichen Zuwendungsbescheid, ohne diesem gibt es auch keine Förderung. So wie Sie es darlegen, vermute ich einmal, dass gar kein Antrag gestellt wurde.

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Experten und Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen rund ums Thema Heizungen
Jetzt Frage stellen