Zertifikate für die Qualität von Pellets: DIN plus & EN plus

7. Oktober 2020
Seit 2010 besteht eine europaweit gültige Norm für die Qualität von Holzpellets. Neben einem bestimmten Mindestheizwert und Anforderungen an Größe und Durchmesser der Pellets spielen auch Kriterien wie der Schadstoffgehalt von Holzpellets eine wichtige Rolle. Zur Sicherung dieser Vorgaben gibt es in Deutschland zwei Zertifikate, die dem Verbraucher beim Kauf Orientierung geben: EN plus und DIN plus. In unserer Tabelle können Sie die überprüfen, ob ihre Pellets die gültigen Qualitätsmerkmale erfüllen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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HeizungenPelletheizungPelletsQualität

EU-Norm 14961-2 definiert Qualität von Pellets

Mit dem Inkrafttreten der EU-Norm 14961-2 liegt erstmals eine europaweit einheitliche Norm für Holzpellets vor. Die EU-Norm 14961-2 für Holzpellets teilt Pellets in drei Güteklassen ein: die Klassen A1 und A2 für den Endverbraucher und die Industriepellets der Klasse B.

Da nationale Normen für Pellets dadurch ihre Gültigkeit verlieren, sind neue Zertifizierungssiegel auf dem Markt erschienen: zum Einen die bereits ältere DIN plus Zertifizierung für Pellets, die in ihren Qualitätsmerkmalen an die EU-Norm angepast wurde. Zum anderen das neue EN plus Siegel, das erst seit 2010 für Pellets existiert. Beide haben gegenüber einer für den Produzenten rein freiwilligen Norm den Vorteil, dass die entsprechenden Richtwerte genau auf ihre Einhaltung überprüft werden. Welches der beiden Pellets Siegel sich in Deutschland schlussendlich durchsetzen wird, ist noch offen.

Zertifikate für Holzpellets: EN plus und DIN plus

ENplus PelletsBild: Deutsches Pelletinstitut Das EN plus Zertifikat wurde 2010 für Holzpellets eingeführt. Die EN plus stellt Anforderungen an Pellet Produktion, Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Logistik, Zwischenlagerung und an die Auslieferung zum Verbraucher. Die EN plus kennt drei Klassen: EN plus-A1, EN plus-A2 und EN-B, die sich an den Vorgaben der EU-Norm 14961-2 orientieren.

EN plus A1 ist die Güteklasse mit den höchsten Anforderungen an die Qualität der Holzpellets. Die beiden Klassen unterscheiden sich noch in weiteren Merkmalen, zum Beispiel in Durchmesser und Wassergehalt wie auch des maximal erlaubten Abriebs durch den Transport der Holzpellets. Vorteil der EN plus ist, dass die gesamte Prozesskette überwacht wird. Pellets mit minderer Qualität können über eine Identifikationsnummer bis zum Hersteller zurückverfolgt werden.

Das DIN plus Zertifikat für Pellets

DIN plus für pelletsBild: DIN CERTCO Die DIN plus ist eine ursprünglich deutsche Zertifizierung für Pellets auf Basis einer älteren DIN Norm. Mit dieser wurde eine Vereinheitlichung mit der österreichischen Ö-Norm geschaffen. Die DIN plus Zertifizierung ist an die neue EU-Norm 14961-2 für Holzpellets angepasst worden - DIN plus 2010 - und erfüllt ebenso wie das EN plus Zertifikat die Vorgaben der neuen Europanorm.

Das DIN plus Zertifikat sieht allerdings nur eine Güteklasse für Endverbraucher Holzpellets vor, die sich an der EU-Güteklasse A1 orientiert. Auch die DIN plus wird regelmäßig durch eine Prüfstelle, die DIN CERTCO, überprüft.

Die Zertifikate für Holzpellets im direkten Vergleich

Prüfkriterium Einheit EN plus (A1 bzw. A2) DIN plus
Durchmesser (d) mm 5 bis 9 4 bis 10
Länge mm 3,15 bis 40 < 5*d
Rohdichte kg/dm3 > 0,6 > 1,12
Heizwert kWh/kg > 4,5 > 5,0
Heizwert MJ/kg 16,5 bzw. 16,3 bis 19,0 > 18,0
Abriebfestigkeit % < 2,5 < 2,3
Wassergehalt % < 10 < 10
Aschegehalt % < 0,7 bzw. < 1,5 < 0,5
Schwefelgehalt % < 0,03 < 0,04
Chlorgehalt % < 0,02 < 0,02
Stickstoffgehalt % < 0,3 bzw. < 0,5 < 0,30
Presshilfsmittel % < 2 < 2
Externe Produktionskontrolle ja ja

Weiterlesen zum Thema können Sie im Bericht zu Vergleich und Test von Pellets.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Pellets DIN

Hoher Staubanteil in Pelletvorrat - Antistaub-Pellets sinnvoll?

Bei der Sichtnahme des Pelletvorrates stelle ich einen sehr hohen Staubanteil fest. Da ich in den nächsten Tagen den Bunker aussaugen möchte, habe ich hierzu einige Fragen: Ist es ratsam, die noch ca. 100 bis 200 kg Pellets samt dem Staub abzusaugen? Ich habe bis dato immer Pellets EN-Plus eingekauft, nun habe ich u.a. ein Angebot für Antistaub-Pelltet mit nur 0,1 % Staubanteil. Ware es für mich sinnvoller, dass Angebot der Antistaub-Pellets anzunehmen, da es auch noch günster ist als das Angebot mit EN-Plus Pellet?
Antwort von Schleiting Anlagenbau GmbH

Das Thema Staub und Pellets wird häufig und kontrovers diskutiert. Zusammenfassend kann man sagen, dass eine komplette Restentleerung nach einigen Komplettbefüllungen auf jeden Fall sinnvoll ist. Manche Kunden verbrauchen die Restmenge unter Beobachtung und lassen dann im Anschluss einen Geräteservice machen. Dieses hängt auch von der Robustheit ihrer Anlage ab und Sie den unerwarteten Kesselstopp (im Sommer) einplanen können/wollen.

Der Staubanteil oder besser gesagt die Eigenschaft eines Pellets zur Feinanteilbildung ist sicherlich ein Herstellermerkmal ist jedoch auch abhängig vom Handling beim/durch
- Beladen undTransport des SILO-LKW
- der Enblassituation: Distanz, Silohöhe, notwendiger Einblasdruck, anzahl der Bögen, Prallschutz etc.
- nach dem Siloentnahme und Transport zum Kessel, und Transport im Kessel bis zum Brennraum

Man kann sagen, dass sich die "verbesserten Eigenschaften" im Markt bisher nicht durchgesetzt haben.
Selbst bei einem Hersteller der mit einer Spedition arbeitet erhalten sie nicht zwigend immer die gleiche Qualität. Es ist eben auch ein Naturprodukt.

Im Zweifelsfall würde ich den staubigen Rest als Kompostmasse oder anderweitig wie für eine Pellet-Feuersäule etc. verwenden und mit einem sauberen System die nächste Heizsaison gesichert angehen. Ob behandelte Pellets wenige störanfällig sind bleibt offen. Wenn der Preis stimmt gilt noch zu berücksichtigen ob ggf. ein anderer Heizwert vorliegt und ob Ihre Anlage dieses entsprechend kompensiert.

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