Pelletpreise – Deutschlands Heimvorteil sorgt für Stabilität

10. Mai 2022
In Zeiten steigender Energiekosten wird Heizen schnell zu einer teuren Angelegenheit. Öl und Gas haben außerdem den Nachteil, dass ihre Verbrennung das Klima belastet. Umweltschonender und günstiger ist da die Wärmeerzeugung mit Holz. So zeichnen sich die Pelletpreise nicht nur durch ein niedrigeres Niveau, sondern auch langfristige Stabilität aus. Wenn Sie ein paar Dinge beachten, können Sie sogar noch mehr sparen.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenPelletheizungPelletsPreise & Kosten

Der Pelletspreis 2022


Pelletpreise aktuell

In der ersten Januarhälfte 2022 lag der Pelletpreis bei durchschnittlich 353,90 Euro pro Tonne (bei Abnahme von 6 Tonnen). Dies entspricht 7,22 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

2021 betrug der Durchschnittspreis 243 Euro pro Tonne.

Preisentwicklung bei Pellets von 2012 bis 2022

Pelletpreise verzeichneten in der Vergangenheit stets ein niedriges Preisniveau und eine hohe Preisstabilität. Sie lagen im Zeitraum von 2012 bis 2021 bei durchschnittlich 245 Euro pro Tonne. Die jährliche Preissteigerung betrug dabei nur 0,24 Prozent.

2021 war jedoch von einem Preisanstieg geprägt. Nachdem der Pelletpreis Mitte Mai mit rund 190 Euro je Tonne einen Tiefststand auf Niveau von 2010 erreicht hatte, stellte sich ab September eine Verteuerung gegenüber dem Vorjahr ein. Diese nahm dann bis zum Jahresende 2021 rasant zu und überschritt schließlich am 30.11. den bisherigen Höchstwert.

Dieser lag im Dezember 2013 bei 273,88 Euro je Tonne. Seinen neuen Zenit erreichte der Pelletpreis dann am 05.01.2022 mit 356,24 Euro je Tonne. Damit verzeichnete er im Dezember 2021 erstmals einen prozentualen Anstieg im zweistelligen Bereich: Gegenüber dem Vormonat verteuerte er sich um 13,5 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2020 waren es sogar 30 Prozent. Inzwischen hat der Pelletpreis sich bei ungefähr 352 Euro pro Tonne eingependelt.

(bei Abnahme von 6 Tonnen Pellets | Quelle: Deutsches Pelletinstitut GmbH)

Wie bei den Pelletpreisen die Prognose aussieht

Das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) prognostiziert, dass sich die Preisentwicklung der Pellets Ende des ersten Quartals 2022 wieder entspannen wird. Weitere starke Anstiege oder Einbrüche sind nicht zu erwarten. Leichte Preiserhöhungen sind jedoch möglich, da die Nachfrage sehr wahrscheinlich steigen wird.

Denn Heizen mit Gas und Öl wird sich in den nächsten Jahren durch die CO2-Abgabe immer weiter verteuern. Da es sich bei Pellets um einen weitgehend klimaneutralen Energieträger handelt, sind sie von diesen zusätzlichen Kosten nicht betroffen.


Der Pelletspreis im Vergleich zu Öl und Gas

Somit wird der Preisvorteil gegenüber den fossilen Brennstoffen in Zukunft nur noch größer werden. Im Dezember 2021 betrug er rund 33 Prozent gegenüber Erdgas und rund 26 Prozent im Vergleich zu Heizöl. Von 2016 – 2020 lag der Preisunterschied bei durchschnittlich 25 bzw. 15 Prozent.

Die Preise der Holzpellets unterliegen im Gegensatz zum börsenabhängigen Ölpreis auch viel weniger Schwankungen. So bewegte sich die Preisentwicklung der Pellets in den vergangenen Jahren innerhalb von weniger als 20 Prozent. Beim Heizöl hingegen kam es immer wieder zu starken Kurssprüngen, die teils eine Verdopplung des Preises zur Folge hatten.

In den letzten 10 Jahren sind die Pelletpreise im Gegensatz zu Öl und Gas stets niedrig und relativ konstant geblieben. | Grafik: © Heizungsfinder

Dass der Pelletspreis so konstant günstig ist, liegt vor allem daran, dass es sich bei Pellets um einen Brennstoff handelt, der regional produziert und vertrieben wird. Gas und Öl müssen derweil aus anderen Ländern importiert werden und unterliegen dabei dem Handel am Weltmarkt. Da dieser von Börsenspekulationen und politischen Unruhen beeinflusst wird, ist die Preisentwicklung hier weit weniger berechenbar als bei den Pellets.

Heimisches Holz sorgt für preiswerte Pellets

Für die spielt der Weltmarkt nur in Bezug auf den internationalen Holzhandel eine Rolle. Steigt die Nachfrage nach deutschem Holz im Ausland, müssen auch inländische Sägewerke höhere Preise zahlen. Die dort bei der Produktion anfallenden Rückstände (Sägespäne und Sägemehl) bilden den Hauptrohstoff für die Pelletherstellung.

Den Rest machen nicht-sägefähige Rundhölzer aus, die aus dem Wald entfernt werden müssen. Ihr Anteil liegt bei rund 10 Prozent. Da deren Umwandlung mit mehr Aufwand verbunden ist, steigen die Pelletpreise, je mehr davon bei der Produktion verwendet werden.

Mehr Angebot, weniger zahlen

Auch wie viel Wald es in Ihrer Umgebung gibt, wirkt sich auf den Pelletspreis aus. Deutschland ist zwar flächenmäßig ein eher kleines Land. Dennoch machen sich regionale Gegebenheiten bei der Preisgestaltung bemerkbar. So fallen die Pelletpreise in waldreicheren Gebieten wie Mitteldeutschland meist am geringsten aus.

Mehr Wald bedeutet oft auch mehr Pellethändler und somit mehr Wettbewerb. Befinden Sie sich also in einer Gegend mit einem großen Händlernetzwerk, dürfen Sie sich über niedrigere Preise als andernorts freuen.

Nahe einer Produktionsstelle zu leben, bringt Ihnen außerdem den Vorteil des kurzen Transportwegs. Denn neben dem reinen Brennstoff-Preis, der Umsatzsteuer und der Einblaspauschale fließen auch die Transportkosten in den Pelletspreis mit ein.


Faktoren, die die Preise der Holzpellets beeinflussen

Neben der Zusammensetzung der Pellets und dem örtlichen Angebot gibt es noch weitere Aspekte, die einen Einfluss auf den Pelletspreis haben. Diese zu kennen, gibt Ihnen die Möglichkeit, beim Pelletkauf ein gutes Geschäft zu machen.

Nicht an der Qualität sparen

Das Erste, worauf Sie achten sollten, ist die Qualität. So müssen bei der Herstellung der Holzpresslinge vorgegebene Normen in Bezug auf Größe, Heizwert, Wassergehalt, Festigkeit und Aschegehalt eingehalten werden. Die europaweit gültige DIN EN 14961-2 teilt Pellets in drei Qualitätsklassen ein. Klasse B-Pellets sind für die industrielle Nutzung bestimmt. In Wohngebäuden kommen nur Pellets der Klassen A1 und A2 zum Einsatz.

Einzig A1-Pellets verfügen über alle Eigenschaften, die Ihre Pelletheizung für einen umweltschonenden Betrieb benötigt: feste Struktur, geringer Staubanteil, glatte Oberfläche, hoher Heizwert, niedriger Wasser- und Aschegehalt sowie gleichmäßige Größe. Diese Qualität hat natürlich ihren Preis.

Die Preise für Holzpellets von A2-Qualität sind zwar geringer, gleiches gilt jedoch auch für deren Effizienz. Sie brauchen daher eine größere Menge, um auf den benötigten Heizwert zu kommen. Außerdem verfügen weniger hochwertige Pellets nicht über die gleiche Stabilität, gehen also bereits beim Einblasen kaputt und hinterlassen dabei viel Staub im Lager. Dies kann eine Verstopfung der Zuleitung zur Folge haben. Um eine Betriebsstörung zu verhindern, müssen Sie noch häufiger Ihre Pelletheizung reinigen lassen. Letztlich zahlt sich der niedrigere Pelletspreis also nicht aus.

Es darf ruhig ein bisschen mehr sein

Ein besserer Weg, Kosten einzusparen, ist, erst dann zu kaufen, wenn Sie eine größere Menge brauchen. Denn je mehr Pellets Sie bestellen, desto geringer fallen die Kosten pro Tonne aus. Dabei spielt zunächst einmal die Art der Abpackung eine Rolle. So gibt es Pellets in loser Schüttung, in Big Bags oder als Sackware.

Bei Letzterer handelt es sich um kleinere Säcke, gefüllt mit 15 oder 50 Kilogramm Pellets, die Sie unter anderem in Baumärkten erhalten. Hier ist der Pelletspreis am höchsten, sodass sich diese Form des Pellet-Erwerbs eigentlich nur lohnt, wenn Sie einen Pelletofen haben, den Sie nur hin und wieder einmal nutzen.

Bei größeren Anlagen mit einem zu befüllenden Vorratsbehälter und wenig Lagerplatz im Haus empfehlen sich Big Bags. Die Gewebesäcke fassen ungefähr eine Tonne Pellets und liegen preislich im Mittelfeld.

Am niedrigsten sind die Pelletpreise, wenn Sie sich die Energiesticks per Silotankwagen liefern lassen. Von diesem aus werden die Pellets dann über einen bis zu 30 Meter langen Schlauch in Ihr Pelletlager gepumpt. Tanken Sie gleich mehrere Tonnen, erhalten Sie einen Mengenrabatt. Besitzen auch Ihre Nachbarn eine Pelletheizung, können Sie sich untereinander beim Liefertermin abstimmen und durch eine Sammelbestellung einen noch niedrigeren Pelletspreis herausholen.

Je mehr Pellets Sie gleichzeitig kaufen, desto niedriger fällt der Preis aus. | Fotos: © Bill Ernest, Stanislav & tchara / Adobe Stock

An warmen Tagen an kalte Zeiten denken

Was den Termin der Lieferung angeht, so hat auch dieser einen Einfluss auf die Preise der Holzpellets. Am teuersten sind die Brennstoffe immer während der Heizperiode, also im Spätherbst und Winter. Denn dann ist die Nachfrage teils größer als die Produktion.

Im Laufe des Frühlings fallen die Pelletpreise dann wieder und erreichen spätestens in den Sommermonaten ihren Tiefststand. Da dann viel Holz verfügbar, die Nachfrage jedoch gering ist, gewähren die Hersteller Preisnachlässe, um ihre Lager leer zu bekommen. Zu dieser Zeit Pellets zu bestellen, kann Ihnen eine Ersparnis von 10 – 15 Prozent einbringen.


Versorgungssicherheit bringt Preisstabilität

Allgemein betrachtet halten die Pelletpreise schon seit Jahren ein konstant niedriges Preisniveau. Denn Deutschland ist das waldreichste Land Mitteleuropas, sodass es nicht an Rohstoff mangelt. Nachhaltige Bewirtschaftung lässt den Waldbestand sogar stetig weiter wachsen, wie die Bundeswaldinventur gezeigt hat. Durch das große Holzvorkommen ist außerdem die Verarbeitungsindustrie entsprechend ausgebaut.

So gibt es inzwischen über 50 Produktionsstandorte, welche über 3 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr produzieren. Verbraucht werden derzeit inländisch jedoch gerade einmal 2,5 Tonnen. Der Überschuss wird in andere Länder exportiert. Eine steigende Nachfrage ließe sich also problemlos bedienen.

Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Pellets steigt auch deren Produktion seit Jahren kontinuierlich an. | Grafik: Deutsches Pelletinstitut GmbH

Da im Rahmen des klimabedingten Waldumbaus eine große Menge an Holz zur Verfügung steht, ist die Versorgung mit Pellets für die nächsten zwanzig Jahre gesichert. Auch die Kapazitäten für eine Ausweitung der Produktion sind vorhanden. Eine Verknappung aufgrund höherer Nachfrage muss also nicht befürchtet werden. Dadurch dürfte bei den Pellets die Preisentwicklung auch in Zukunft weitestgehend konstant verlaufen.


Nicht nur die verbraucherfreundlichen Pelletpreise sprechen für einen Heizungstausch

Mit Pellets zu heizen hat noch weitere Vorteile:

  • Durch Verwendung des heimischen Brennstoffs unterstützen Sie die regionale Wirtschaft und fördern lokale Arbeitsplätze. So bedeutet die Verwertung von nicht weiter zu nutzendem Restholz für Sägewerke und Waldbesitzer zusätzliche Einnahmen.
  • Der Energieaufwand zur Pelletherstellung beträgt nur rund 3 – 6 Prozent des Heizwerts. Bei Gas und Öl sind es dagegen ungefähr 12 – 15 Prozent.
  • Auch in Bezug auf CO2-Emissionen ist die Umweltbilanz von Pellets und Pelletheizungen besser: Nur um die 30 Gramm pro kWh werden beim Verbrennen der Holzpresslinge ausgestoßen. Beim Heizen mit Gas liegt der Emissionswert dagegen bei um die 250 und bei Öl sogar bei über 300 Gramm pro kWh.

Sollten Sie noch keine Pelletheizung besitzen, könnte sich also ein Umstieg lohnen. Sie sparen nämlich nicht nur aufgrund der niedrigen Pelletpreise Heizkosten, sondern dank staatlicher Zuschüsse auch bei den Anschaffungskosten der Pelletheizung. So gibt es im Rahmen der BEG für den Einbau einer emissionsarmen Pelletheizung Förderung von bis zu 55 Prozent.

Durch ihre hohe Effizienz sind die Holzfeuerungen insbesondere in unsanierten Altbauten der perfekte Ersatz für klimaschädliche Gas- und Ölheizungen. Als Teil eines Erneuerbare-Energien-Hybridsystems kann eine Pelletheizung eine Wärmepumpe in kalten Monaten oder eine Solarthermie-Anlage in sonnenarmen Zeiten unterstützen.

Genauere Informationen dazu, wie auch Ihr Haus von den preiswerten Pellets und ihren umweltschonenden Eigenschaften profitieren kann, erhalten Sie bei einem lokalen Heizungsfachbetrieb.

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