Pelletbrenner für Pelletöfen und Pelletkessel

5. Januar 2022
Verbraucher haben bei Pelletheizungen die Wahl zwischen einem Pelletofen für einzelne Räume und einem Pelletkessel als zentraler Heizungsanlage. Je nach benötigter Heizleistung und Fördersystem stehen verschiedene Arten von Pelletbrennern zur Verfügung. Es gibt Pelletsbrenner als "Topfbrenner", "Unterschubbrenner" und "Unterschubbrenner mit Retorte". Zusätzlich kann man mit einem Anbau-Pelletbrenner alte Öl- oder Holzkessel noch für den Betrieb mit Pellets nachrüsten. Je nach Pelletsbrenner ist die Handhabung und Aufwand für die Reinigung unterschiedlich.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Pelletbrenner für Pelletkessel

Inhalt

Der Unterschubbrenner

Unterschubbrenner werden in Pelletkesseln eingesetzt. Diese Form des Pelletbrenners erreicht im Schnitt eine Leistung von 10 bis 30 Kilowatt, aber auch Leistungsspitzen weit über 100kw sind mit einem Unterschubbrenner möglich.

Funktionsweise eines Unterschubbrenners

Der Hauptbestandteil des Unterschubbrenners ist der Brennteller - eine Scheibe mit zahlreichen Öffnungen, durch die Luft für die Verbrennung zugeführt wird. Wie der Name bereits andeutet, werden bei diesem Pelletsbrenner die Pellets von unten auf den Brennteller geschoben. Der Nachschub erfolgt automatisch mit Hilfe einer Pellet Förderschnecke. Die Asche sowie unverbrannte Pelletreste werden durch die nachrückenden Pellets über den Rand des Brenntellers hinausgeschoben und fallen in einen Aschekasten.

Pelletkessel mit Unterschubbrenner und Vakuumsaugsystem mit Zwischenbehälter | Bildquelle: ÖkoFEN Heiztechnik GmbH

Vor- und Nachteile dieses Pelletsbrenners

Unterschubbrenner sind besonders effektive Pelletbrenner, die bei entsprechender Dimensionierung auch Leistungen über 30 Kilowatt liefern können. Da keine mechanischen Teile vorhanden sind, ist dieser Pelletbrenner sehr wartungsfreundlich.

Da Pellets von unten auf den Brennteller geschoben werden, besteht bei diesem Pelletbrenner die Gefahr eines Rückbrandes zum Pelletlager. Zudem muss die Förderschnecke sehr genau getacktet werden, damit je nach Leistung die richtige Menge an Pellets nachgeschoben wird. Diese Einstellung übernimmt in der Regel der Einbaubetrieb.

Unterschubbrenner mit Retorte

Dieser Pelletbrenner arbeitet ähnlich wie ein Unterschubbrenner mit dem Unterschied, dass Pellets nicht von unten nachgeschoben werden, sondern von der Seite. Die Asche fällt bei diesem Pelletsbrenner nicht automatisch in einen Aschekasten, sondern muss mit einer zuätzlichen Förderschnecke entsorgt werden.

Pelletbrenner für Pelletöfen: der Topfbrenner

Topfbrenner werden vorrangig in Pelletöfen eingesetzt. Hier erreichen sie eine Heizleistung bis zu 10kw. In Pelletkesseln werden diese Pelletbrenner auch eingesetzt, jedoch liegt die Leistungsspitze bei 30kw.

Funktionsweise eines Topfbrenners

In einem äußeren Brenntopf befinden sich eine Rostplatte mit Aussparungen, ein Primärluftdorn und ein Entnahmewerkzeug. Die Luftzufuhr für den Pelletbrenner befindet sich am Boden des Topfes. Der Primärluftdorn ist in der Mitte der Rostplatte befestigt. So ist eine ausreichende Luftzufuhr für den Pelletsbrenner gewährleistet.

Die Pelletzufuhr erfolgt bei diesem Pelletsbrenner mittels Schwerkraft. Die Pellets fallen kontinuierlich von oben auf die Rostplatte, wo die erste Stufe der Verbrennung, die Entgasung, erfolgt. Die zweite Stufe der Verbrennung geschieht über die Aussparungen an der Rostplatte, über die Sekundärluft zugeführt wird. Die Verbrennung in diesem Pelletsbrenner Topfbrenner erfolgt sehr schadstoffarm.

Vor- und Nachteile dieses Pelletbrenners

Zur Regulierung der Luftzufuhr ist die Rostplatte drehbar im Pelletbrenner angebracht. Über einen Motor kann so die Luftzufuhr gesteuert werden. Durch die Drehung werden auch unverbrannte Pellets und Asche ausgetragen. Dieser Effekt wird bei manchen Brennern noch durch eine Rüttelbewegung verstärkt.

Durch Rückstände kann es jedoch zu Verunreinigungen und Schlackenbildung auf der Rostplatte des Pelletsbrenner kommen. Eine regelmäßige Reinigung und Wartung des Pelletsbrenner ist daher angebracht. Ebenso einfach wie der Aufbau des Pelletsbrenner ist die Reinigung eines Topfbrenners.

Kann man einen Pelletbrenner nachrüsten?

Ein Anbau-Pelletbrenner dient dazu, an Öl- oder Holzheizungen (z.B. Stückholz- oder Holzvergaserkesseln) die Verbrennung von Pellets nachträglich zu ermöglichen. So wird aus diesen Anlagen ein Kombikessel.

Ob sich ein Anbau-Pelletbrenner bezahlt macht, hängt vor allem von der Nutzung der Feuerungsanlage ab. Ein Anbau-Pelletbrenner verbrennt meist nicht so effizient wie ein dezidierter Pelletkessel, ist aber preiswerter in der Anschaffung. Die Ursachen für die niedrigere Effizienz sind unter anderem in einer suboptimalen Brennraumgeometrie oder einer ungenauen Regelung bzw. Steuerung zu finden. Auch Fördergelder durch das BEG-Programm werden Sie nicht bekommen, wenn Sie einen Pelletbrenner nachrüsten.

Während ein Anbau-Pelletbrenner durchaus sinnvoll sein kann, wenn in einer Holz- oder Ölheizung gelegentlich mit Pellets gefeuert wird (Mischbetrieb), ist die Umrüstung einer Heizung auf einen Vollpelletbetrieb in der Fachwelt umstritten. Meist wird in diesem Fall eher die Anschaffung eines "echten" Pelletheizkessels empfohlen. Bedenken Sie, dass Sie auch eine Lösung zur Pelletlagerung und Pelletzufuhr finden müssen.

Eine Rückbrandsicherung schützt Kessel und Pelletlager

Die Rückbrandsicherung verhindert, dass ein Brand entsteht, der vom Brenner aus auf das Austragungssystem übergreift und sich schlimmstenfalls bis in das Pelletlager fortbewegt und dieses entzündet.

Zur Rückbrandsicherung gibt es verschiedene Methoden. Unter anderem kommen Fallschächte mit Rückbrandklappen zum Einsatz. Hier fallen die Pellets auf dem Weg zum Brenner erst einmal auf ein zweites Austragungssystem, es besteht also keine direkte ununterbrochene Verbindung zwischen Lager, Transportsystem und Brenner. Registriert der Temperatursensor zu hohe Temperaturen, schließen sich die Rückbrandklappen automatisch.

Eine Zellradschleuse sorgt z.B. dafür, dass nur eine geringe Menge an Pellets gleichzeitig den Brennraum erreicht und deckt die Zuführung ab, was die Gefahr eines Rückbrandes reduziert.

Zur Rückbrandsicherung gehört oft auch ein automatisches Löschsystem mit Wasser - so flutet sich im Notfall der Brennraum.

Wie Pellets für die Verbrennung richtig gelagert werden, zeigt unser Bericht zum Pelletlager.


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