Der Energieausweis im Überblick

1. März 2021
Seit dem 1. Juli 2009 muss jedes Gebäude einen Energieausweis haben. Der Energieausweis muss vorliegen, sobald der Eigentümer vermietet, verpachtet oder verkauft. Diesen müssen Sie Interessenten laut der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2014 einem Interessenten vorgelegen. Hier zeigen wir den Unterschied zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis und wo Sie den Energieausweis bekommen.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Der Energieausweis nach Energieeinsparverordnung 2014

Beispiel aus dem Energieausweis 2014, Quelle: Muster des BMVI,
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Seit dem 01. Mai 2014 sieht man in Immobilienanzeigen etwas Neues: seit diesem Datum finden Sie in kommerziellen Anzeigen Angaben zum Energieverbrauch eines Objektes, meist in Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr (kWh/m2a).

Bereits seit 2009 war ein Energieausweis grundsätzlich nötig, wenn man vermietet, verpachtet oder verkauft. Kann man Interessenten keinen Energieausweis vorzeigen, droht ein saftiges Bußgeld. Mit dem Energieausweis sehen Sie so schon im Voraus, ob hohe Heizkosten auf Sie zukommen. In Zeiten steigender durchschnittlicher Heizkosten ist das bei Kauf oder Miete nicht nebensächlich.

Der Energieausweis ist nicht nur dort wichtig. Die EnEV 2014 schreibt vor, dass bei der Errichtung, der Änderung oder der Erweiterung eines Gebäudes ein Energieausweis auszustellen ist. Eine Ausnahme gilt für denkmalgeschützte Gebäude, diese benötigen keinen Energieausweis. Ein ausgestellter Energieausweis ist für 10 Jahre gültig.

Auf Grundlage des Energiebedarfes oder des Energieverbrauches

Der Energieausweis 2014 wird auf Grundlage des Energiebedarfes oder des Energieverbrauches ausgestellt.

Der bedarfsorientierte Energiebedarfsausweis (Bedarfsausweis) gilt für Neubauten oder bei Änderungen von Gebäuden. Dieser Energieausweis zeigt anhand Umfangreicher Berechnungen detailliert den Primärenergiebedarf einer Immobilie auf. Das obige Bild ist ein Beispiel für einen bedarfsorientierten Energieausweis nach EnEV 2014.

Der Energieausweis auf Grundlage des Energiebedarfes zeigt Ihnen den Endenergiebedarf und den Primärenergiebedarf. Der Endenergiebedarf ist das Ergebnis einer theoretischen Berechnung des Gebäudes. Ein niedriger Bedarf kann durch folgende Maßnahme erreicht werden: gute Wärmedämmung, Fenster mit Wärmeschutzverglasung und eine effiziente Anlagentechnik und dessen Steuerung sowie Überwachung. Dieser Wert und auch der Wert des Primärenergiebedarfes werden in der Einheit kWh angegeben. Der Primärenergiebedarf zeigt auf der Skala an, welchen Wert das Gebäude in Sachen Umweltverträglichkeit einnimmt. Der bedarfsorientierte Energieausweis nach EnEV 2014 bewegt sich im Preisrahmen zwischen 250 - 500 Euro.

Ein verbrauchsorientierter Energieausweis (Verbrauchsausweis) ist für bestehende Gebäude. Dafür sind Abrechnungen für die Heizkosten über drei Abrechnungsperioden notwendig, so dass daraus der Mittelwert errechnet werden kann. Dieses Verfahren nennt man Witterungsbereinigung. Es soll wechselndem Nutzerverhalten und unerwarteten Witterungsverhältnissen entgegenwirken. Der Energieausweis, der auf Grundlage des Energieverbrauches erstellt wurde, sagt Ihnen den realen Verbrauchswert aus den letzten drei Jahren. Daraus können Sie die Energiekosten des beobachteten Zeitraums anhand der genauen Kilowattstunden-Zahl erkennen. Der verbrauchsorientierte Energieausweis kostet weniger als der bedarfsorientierte Energieausweis.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Energieausweis

Hauskauf: Lüftungsanlage sinnvoll? Oder eher eine Wärmepumpe?

Wir planen den Kauf eines Hauses, welches bereits eine 6kW Photovoltaik Anlage auf dem Dach besitzt und ebenso einen Pelletofen. Über letzteren wird eben so das warme Wasser erzeugt, welches natürlich im Keller gespeichert wird. Im Energieausweis, steht als empfohlene Maßnahme die Installation einer automatischen dezentralen Lüftung. Wie ist das ganzen im Zusammenhang zu sehen? Ich habe die Rechnung noch nicht gesehen, allerdings sagte man uns, dass der Überschuß der PV-Anlage in etwa die Kosten der Pellets kompensieren. Wie passt hier eine Lüftungsanlage noch rein? Macht es Sinn hier evtl. noch einen Wärmepumpe (mit Kühlung für die Gemütlichkeit im Sommer) zu installieren?
Antwort von Lettermann GmbH

Unser Tipp: Bleiben Sie bei der Photovoltaik bis die 20 Jahre Zuschuss ausläuft,dann schaffen Sie sich Batterien an und speichern den Strom
zur Eigennutzung im Haus oder zu Heizzwecken. ( Batterien aber erst wenn die neuen Batterien mit längerer Lebensdauer ( ca. 50 Jahre auf dem Markt sind ) Bleiben Sie bei dem Pelletofen da zur Zeit der günstigste Brennstoff. Automatische Lüftung kostet nur Strom und Heizkosten
und Strom wird fortlaufend jährlich teurer. Handlüftung ist genau so gut und preiswerter. - Wärmepumpe benötigt fortlaufend teurer werden-den Strom. Luft/Wasser WP bei über + 15° C Wirkung 1 zu 3 bei über 5° C Wirkung 1 zu 2 unter + 5°C 1 zu 1 = 1 Kw Strom 1 Kw Leistung, Strom ist der teuerste Brennstoff ! Kühlung durch Kühlgerät 1x Außen und 1 bis ? x innen. ist preiswerter und wird nur im Hochsommer benö-
tigt. ( Kein zusätzlicher Stromzähler mit monatlichen Gebühren )

Hauskauf: Energiebedarf für elektrische Heizungen mit Solaranlagen senken

Zur Zeit bin ich mit einem Hauskauf beschäftigt und möchte es gerne modernisieren, da das Haus nur stromabhängig ist. (Warmwasser durch Durchlauferhitzer, elektrische Bodenheizung) Laut Energieausweis hat es ein Primärenergiebedarf von 182,6 kWh (m2-a) Dachfläche beträgt ca:125 m2 einseitig Dachwinkel 45° Sonnenseite: Ost und West Meine Vorstellung wäre eine Mischung aus Photovoltaik und Solaranlagen. Könnte man so den Energiebedarf stark senken? Und können Sie mir ein Angebot mit ungefährer Preiseinschätzung geben?
Antwort von Ingenieurbüro Winkler

Hallo, das grundsätzliche Problem ist die Speicherung der solaren Energie: üblicherweise haben wir keine/wenig nutzbare Sonnenenergie wenn wir sie brauchen, nämlich im Winter, nachts und eben wenn keine Sonne scheint. Eine Beheizung mit Strom aus solarer Energie ist ein schöner Traum, leider nicht so einfach hinzubekommen. Empfehlenswert ist die Senkung des Energiebedarfs, also Wärmedämmung an Dach und Fassade, gute Fenster etc.. Dann ist evtl. eine Wärmepumpe , auch nur für Warmwasser oder auch eine günstige, kleine Gasheizung sinnvoll, ergänzt mit einer Solaranlage (auch thermisch möglich) zur Warmwasserbereitung (Sommerbetrieb). Eine Solaranlage für die Einspeisung ins Netz als Geldanlage ist eine andere Nummer als die Gebäudeheizung. Eine neutrale Beratung mit Konzept ist empfehlenswert!

Kann man nachträglich staatl. Förderungen beantragen, um Tilgungen über KfW 55 Programm zu erhalten?

Wir haben unser Haus 2019/2020 gebaut. Im Mai 20 wurde der Energieausweis für unseren Neubau erstellt, der weit unter dem KfW 55 Standard liegt. Unsere Finanzierungsbank hat uns ein KfW Darlehen bereitgestellt. Kann man nachträglich staatl. Förderungen beantragen, um eventuelle Tilgungen über das KfW 55 Programm zu erhalten?
Antwort von Architekt Energieberater Dubbers

Das geht nachträglich leider nicht. Der Antrag muss immer vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Das ist bei den meisten Förderprogrammen so. Empfehlenswert ist eine Energieberatung vor Ausführung von Bauarbeiten. Sowohl beim Neubau als auch beim Altbau.

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