Stromverbrauch & Wirkunsgrad der Luft-Wasser-Wärmepumpe

8. Mai 2020
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat Vorteile und Nachteile. Großer Vorteil sind die geringen Anschaffungskosten. Denn eine Luftwärmepumpe kann problemlos in vielen Immobilien eingebaut werden ohne Erdarbeiten. Der Wirkungsgrad, gemessen durch die Jahresarbeitszahl, ist bei einer Luftwärmepumpe jedoch geringer. Denn die Technik verbraucht mehr Wärmepumpenstrom und hat dadurch höhere Betriebskosten. Eine sinnvolle Kombination bietet ein bivalenter Betrieb der Luft-Wärmepumpe, der Wirkungsgrad und Effizienz der Wärmepumpe erhöht.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Oliver Wulf, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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Höherer Stromverbrauch senkt den Wirkungsgrad

Luft-Wasser-Wärmepumpen gewinnen Energie aus der Umgebungsluft. Im Gegensatz zu Sole-Wasser und Wasser-Wasser Wärmepumpen hat die Wärmequelle Luft keine konstante Temperatur. In der Spitze schwanken Außentemperaturen in Deutschland zwischen Sommer und Winter um fast 50°C.

Diese Schwankungen sind bei Betrieb der Luft-Wasser-Wärmepumpe über mehrere Jahre eine schwer zu kalkulierende Größe. Folglich braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mehr Wärmepumpenstrom als ihre Schwestertechnologien, um die gewonnene Umweltwärme zu verdichten. Der jährliche Stromverbrauch ist im Schnitt höher als bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bei Interesse an einer Luft-Wasser Wärmepumpe können Sie sich kostenlos beraten lassen.

Anschaffungskosten gleichen höhere Betriebskosten durch Stromverbrauchs aus

Besonders im Winter, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und der erforderlichen Heizungswärme steigt, ist der hohe Stromverbrauch ein Nachteil. Diesen gleicht die Luft-Wärmepumpe zu einem gewissen Teil durch ihre günstigen Anschaffungskosten wieder aus. Denn die Installtion einer Luft-Wärmepumpe ist wesentlich einfacher als bei anderen Wärmepumpen, da die Wärmequelle Luft ohne aufwändige Bohrungen, Erd- oder Brunnenbauarbeiten erschlossen werden kann. Auch Genehmigungen sind für Luft-Wärmepumpen nicht erforderlich.

Jahresarbeitszahl zeigt den Wirkungsgrad einer Luft-Wärmepumpe an

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe schlägt sich auf die Jahresarbeitszahl nieder. Je mehr Strom die Luftwärmepumpe verbraucht, um so geringer ist die Jahresarbeitszahl und damit Wirkungsgrad und Effizienz. Hohe Effizienz haben Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl größer 4. Luftwärmepumpen können hier mit dem Wirkungsgrad einer Erd- oder Wasser-Wärmepumpen nicht ganz mithalten. Eine eine kWh Wärme zu erzeugen wird im Schnitt 75% Umgebungswärme und 25% Strom genutzt. Moderne Wärmepumpen liegen hier noch besser. Um eine Förderung zu erhalten muss die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von mehr als 3,5 erreichen.

Abhilfe kann hier ein bivalenter Betrieb der Wärmepumpe schaffen. Dazu wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem anderen Heizungssystem kombiniert. Dies hilft besonders in Spitzenzeiten die laufenden Betriebskosten und den Stromverbrauch zu senken und den Wirkunsgrad und die Effizienz der Anlage zu verbessern.

Weitere Einflussfaktoren auf Stromverbrauch und Wirkunsgrad

Gegenstände, die die Lüftungsflächen der Wärmepumpe verdecken oder den Luftstrom beeinflussen, haben einen höheren Stromverbrauch zur Folge. Auch die Art des Wärmeverteilsystem hat Einfluss auf den Wirkungsgrad der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Besonders effektiv arbeitet die Wärmepumpe mit Flächenheizungen. Es empfiehlt sich daher der Einsatz von Fußboden- oder Deckenheizungen oder speziellen Niedertemperatur-Heizkörpern, um dem Nachteil, die die Wärmequelle mit sich bringt zu begegnen.

  • Wie gut ist das Haus gedämmt?
  • Wie groß ist die zu heizende Fläche?
  • Gibt es eine Fußbodenheizung oder großflächige Heizkörper
  • Wie ist die Umgebungstemperatur
  • Wie steht es um die Heizgewohnheiten und den Warmwasserbedarf im Haus?

Rechenbeispiel für den Stromverbrauch einer Luftwärmepumpe

Ist Ihnen die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe bekannt, können Sie den jährlichen Stromverbrauch unter Einbezug der Heizleistung der Wärmepumpe und den jährlichen Heizstunden ermitteln:

Die Formel lautet: Stromverbrauch = Heizleistung / (Jahresarbeitszahl) x Heizstunden

Ein Beispiel wäre hier für ein Einfamilienhaus: 8 kW / JAZ 4 * 1.950h = 3.900 kWh

Multipliziert mit einem Strompreis von 30 Cent pro kWh würden die Stromkosten für die Wärmepumpe damit jährlich 1.300 Euro betragen.

Weiterlesen zum Thema Wirkungsgrad können Sie in unseren Berichten zu Heizkörpern für Wärmepumpen.

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