Stromverbrauch & Wirkunsgrad der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat Vorteile und Nachteile. Großer Vorteil sind die geringen Anschaffungskosten. Denn eine Luftwärmepumpe kann problemlos in vielen Immobilien eingebaut werden ohne Erdarbeiten. Der Wirkungsgrad, gemessen durch die Jahresarbeitszahl, ist bei einer Luftwärmepumpe jedoch geringer. Denn die Technik verbraucht mehr Wärmepumpenstrom und hat dadurch höhere Betriebskosten. Eine sinnvolle Kombination bietet ein bivalenter Betrieb der Luft-Wärmepumpe, der Wirkungsgrad und Effizienz der Wärmepumpe erhöht.
Dieser Artikel wurde von
Oliver Wulf für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Höherer Stromverbrauch senkt den Wirkungsgrad

Luft-Wasser-Wärmepumpen gewinnen Energie aus der Umgebungsluft. Im Gegensatz zu Sole-Wasser und Wasser-Wasser Wärmepumpen hat die Wärmequelle Luft keine konstante Temperatur. In der Spitze schwanken Außentemperaturen in Deutschland zwischen Sommer und Winter um fast 50°C.

Diese Schwankungen sind bei Betrieb der Luft-Wasser-Wärmepumpe über mehrere Jahre eine schwer zu kalkulierende Größe. Folglich braucht eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mehr Wärmepumpenstrom als ihre Schwestertechnologien, um die gewonnene Umweltwärme zu verdichten. Der jährliche Stromverbrauch ist im Schnitt höher als bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Bei Interesse an einer Luft-Wasser Wärmepumpe können Sie sich kostenlos beraten lassen.

Anschaffungskosten gleichen höhere Betriebskosten durch Stromverbrauchs aus

Besonders im Winter, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und der erforderlichen Heizungswärme steigt, ist der hohe Stromverbrauch ein Nachteil. Diesen gleicht die Luft-Wärmepumpe zu einem gewissen Teil durch ihre günstigen Anschaffungskosten wieder aus. Denn die Installtion einer Luft-Wärmepumpe ist wesentlich einfacher als bei anderen Wärmepumpen, da die Wärmequelle Luft ohne aufwändige Bohrungen, Erd- oder Brunnenbauarbeiten erschlossen werden kann. Auch Genehmigungen sind für Luft-Wärmepumpen nicht erforderlich.

Jahresarbeitszahl zeigt den Wirkungsgrad einer Luft-Wärmepumpe an

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe schlägt sich auf die Jahresarbeitszahl nieder. Je mehr Strom die Luftwärmepumpe verbraucht, um so geringer ist die Jahresarbeitszahl und damit Wirkungsgrad und Effizienz. Hohe Effizienz haben Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl größer 4. Luftwärmepumpen können hier mit dem Wirkungsgrad einer Erd- oder Wasser-Wärmepumpen nicht ganz mithalten. Eine eine kWh Wärme zu erzeugen wird im Schnitt 75% Umgebungswärme und 25% Strom genutzt. Moderne Wärmepumpen liegen hier noch besser. Um eine Förderung zu erhalten muss die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von mehr als 3,5 erreichen.

Abhilfe kann hier ein bivalenter Betrieb der Wärmepumpe schaffen. Dazu wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einem anderen Heizungssystem kombiniert. Dies hilft besonders in Spitzenzeiten die laufenden Betriebskosten und den Stromverbrauch zu senken und den Wirkunsgrad und die Effizienz der Anlage zu verbessern.

Weitere Einflussfaktoren auf Stromverbrauch und Wirkunsgrad

Gegenstände, die die Lüftungsflächen der Wärmepumpe verdecken oder den Luftstrom beeinflussen, haben einen höheren Stromverbrauch zur Folge. Auch die Art des Wärmeverteilsystem hat Einfluss auf den Wirkungsgrad der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Besonders effektiv arbeitet die Wärmepumpe mit Flächenheizungen. Es empfiehlt sich daher der Einsatz von Fußboden- oder Deckenheizungen oder speziellen Niedertemperatur-Heizkörpern, um dem Nachteil, die die Wärmequelle mit sich bringt zu begegnen.

  • Wie gut ist das Haus gedämmt?
  • Wie groß ist die zu heizende Fläche?
  • Gibt es eine Fußbodenheizung oder großflächige Heizkörper
  • Wie ist die Umgebungstemperatur
  • Wie steht es um die Heizgewohnheiten und den Warmwasserbedarf im Haus?

Rechenbeispiel für den Stromverbrauch einer Luftwärmepumpe

Ist Ihnen die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe bekannt, können Sie den jährlichen Stromverbrauch unter Einbezug der Heizleistung der Wärmepumpe und den jährlichen Heizstunden ermitteln:

Die Formel lautet: Stromverbrauch = Heizleistung / (Jahresarbeitszahl) x Heizstunden

Ein Beispiel wäre hier für ein Einfamilienhaus: 8 kW / JAZ 4 * 1.950h = 3.900 kWh

Multipliziert mit einem Strompreis von 30 Cent pro kWh würden die Stromkosten für die Wärmepumpe damit jährlich 1.300 Euro betragen.

Weiterlesen zum Thema Wirkungsgrad können Sie in unseren Berichten zu Heizkörpern für Wärmepumpen.

Weiterlesen zum Thema "Lautstärke"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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