Brennwerttechnik für Ölheizung nutzen

Eine Pelletheizung ist sehr teuer in der Anschaffung und nicht überall ist die Installation einer Gasheizung möglich. Die klassische Alternative ist hier die Ölheizung. Der Austausch eines alten Konstant- oder Niedertemperaturkessels gegen moderne Brennwerttechnik ist aufgrund der Brennstoffeinsparung dabei oft sehr lohnend.
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Was ist eine Öl-Brennwertheizung: Die Funktionsweise

Wird in einem Ein- oder Mehrfamilienhaus eine Öl-Heizungsanlage mit Brennwerttechnik, also eine Öl-Brennwertheizung genutzt, kann eine sehr hohe Energieeffizienz erreicht werden. Für die gleiche Heizleitung wird also weniger Brennstoff benötigt. Das macht sich nicht nur bei der Ölrechnung bemerkbar, sondern schont auch die Umwelt, da eine Brennwertheizung gegenüber einem Niedertemperaturkessel, deutlich geringere Schadstoffemissionen erzielt.

Der Heizwert bezeichnet den Energiegehalt des Brennstoffes, der bei der Verbrennung ohne Kondensation genutzt werden kann. Eine herkömmliche Ölheizung leitet daher den, bei der Verbrennung von Öl entstehenden, Wasserdampf zusammen mit dem CO2 über den Schornstein an die Umwelt ab. Als Brennwert bezeichnet man das Maß für die in einem Stoff enthaltene Wärmeenergie. Bei einer Öl-Brennwertheizung wird der Brennwert des Heizöls konsequent genutzt. Wenn der im Abgas enthaltene Wasserdampf im Brennwertkessel kondensiert, nutzt der Wärmetauscher die Wärmeenergie des Dampfes, um das Heizungswasser im Wasserrücklauf der Heizung vorzuwärmen. Je mehr Wasserdampf bei der Verbrennung entsteht, umso größer ist also der Brennwerteffekt. Durch diese konsequente Weiterentwicklung von Niedertemperaturkesseln, wird eine 6 Prozent bis 10 Prozent bessere Ausnutzung des Brennstoffs erreicht. Durch die Vorwärmung der Verbrennungsluft und den Einsatz eines nachgeschalteten, separaten Wärmetauschers, wird der Abgasverlust und die ungenutze Wärmeenergie minimiert.

Öl oder Gas: Unterschiede bei der Brennwerttechnik

Die grundsätzliche Brennwerttechnik (Nutzung der Kondensation) ist unabhängig vom Brennstoff identisch. Der Effekt des Brennwerts ist umso höher, je mehr Wasserdampf entsteht. Die Menge des Wasserdampfs ist jedoch abhängig vom eingesetzten Brennstoff bzw. dessen Wasserstoffgehalts. Heizöl enthält dabei weniger Wasserstoff als Erdgas weshalb das Einsparpotential einer Öl-Brennwertheizung geringer ausfällt als bei der Nutzung von Erdgas als Energieträger.


Was kostet eine Öl-Brennwertheizung?

Lassen Sie sich nicht vom hohen Anschaffungswert einer Öl-Brennwertheizung ab­schrecken. Denn der Umstieg von einem herkömmlichen Öl-Heizkessel zu einer Öl-Brennwertheizung mit der zukunftsweisenden Brennwerttechnik ist eine langfristig lohnende Investition.

Zur Nutzung Öl-Brennwertheizung sind folgende Maßnahmen notwendig:

Erwerb einer Ölheizung mit Brennwerttechnik

Die Kosten für einen Öl-Brennwertkessel liegen - je nach Größe des Kessels - zwischen 3.000 und 5.000 Euro.

Einbau in den Heizungskreislauf

Die Kosten für die Installation der Öl-Brennwertheizung liegt - je nach Arbeitsaufwand - bei 1.000 bis 4.500 Euro. Darin enthalten sind auch die Kosten für die Installation eines neuen Abgasrohres.

Schornsteinsanierung

Bei der Umstellung von einer alten Ölheizung auf eine Öl-Brennwertheizung, muss in den Schornstein ein temperatur- und korrosionsbeständiges Abgasrohr eingezogen werden. Entsprechende Produkte werden von den Anbietern von Öl-Brennwertheizungen im Normalfall mit angeboten. In bestehende Schornsteine kann z.B. ein Kunststoff- oder Keramikrohr eingebaut oder außen an Fassade oder Dach kann ein neues Edelstahlabgasrohr eingefügt werden.

Prüfung der Heizkörper

Bei Öl-Brennwertheizungen sollte die Rücklauftemperatur möglichst gering sein. Eine gute Dämmung und Heizkörper mit größerer Fläche sind dabei vorteilhaft. Bei schlecht gedämmten Gebäuden mit kleinen Heizkörpern muss die Vorlauftemperatur erhöht werden, was den Einspareffekt der Brennwerttechnik aufheben kann. Ein hydraulischer Abgleich der Heizkörper kann zusätzlich für eine bessere Verteilung der Wärme sorgen.

Lohnt sich der Umstieg auf eine Öl-Brennwertheizung?

Aufgrund der speziellen Ölkessel und einer notwendigen Schornsteinsanierung kostet eine Öl-Brennwertheizung zwischen 1.000 und 3.000 Euro mehr als eine herkömmliche Ölheizung. Insgesamt belaufen sich die Kosten einer Ölheizung damit auf durchschnittlich 9.500 Euro. Die Mehrkosten rentieren sich durch die Einsparungen an Heizöl - abhängig vom Alter ihrer bestehenden Ölheizung - recht schnell. Einsparungen der laufenden Kosten zwischen 15% und 25% sind möglich. Bei einer Kombination mit einer Solarthermie-Anlage für Warmwasser oder zur Heizungsunterstützung kann nochmals der Heizölverbrauch gesenkt werden. Zusätzlich gibt es beim Einbau einer Öl-Brennwertheizung interessante Förderungen für Ölheizungen vom BAFA und der KfW.

Vorteile und Nachteile einer Öl-Brennwertheizung

Vorteile Öl-BrennwertheizungNachteile Öl-Brennwertheizung
- Geringerer Heizölverbrauch- Schornsteinsanierung notwendig
- Geringere Wartungskosten
- Möglichkeit für Förderungen beim Austausch
- Platzersparnis durch kompaktere Heizungsanlage
- Geringere Schadstoffemission und verringerte Abgasverluste

Angebot vom Dienstleister

Von einem guten Dienstleister für Öl-Heiztechnik erhalten Sie ein Angebot für Ihren Ein- oder Umbau. Bei Heizungsfinder bekommen Sie detaillierte Informationen über Dienst­leister für Brennwerttechnik in Ihrer Nähe. Die Fachbetriebe können für Ihre Immobilie auch genau die Kosten für den Austausch Ihrer Ölheizung ermitteln. Nicht immer ist nach dem Gespräch mit dem Fachbetrieb ein Austausch notwendig: Auch eine fachgemäße Wartung Ihrer Ölheizung oder der Einbau einer neuer Steuerung können die laufenden Kosten des Betriebs deutlich senken.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Brennwerttechnik

Heizwert oder Brennwert? Gas oder Öl?

Wie hoch ist der Preisunterschied zwischen herkömmlichen Heizkessel und Brennwert Heizkessel? Was ist besser Gas oder Öl?
Antwort von Buderus Deutschland

Einen direkten Preisvergleich zwischen Niedertemperatur- und Brennwertkesseln zu machen lohnt sich nicht. Spätestens seit September 2015 dürfen keine Heizwertkessel mehr vertrieben werden und sind somit beim Hersteller nicht mehr verfügbar. Ursprünglich waren Heizwertkessel immer etwas preiswerter.
Wichtig ist noch zu wissen, ob es sich bei Ihrer Anlage um einen Neubau oder eine Sanierung handelt.

Bei der Anschaffung einer Brennwertanlage liegt eindeutig die Variante mit Gas vorne.

Besser gegenüber Öl sind die Anschaffungskosten des Kessels, die Einsparung der Öltankanlage und der etwas bessere Wirkungsgrad bei Gas. Der folgende Link gibt einen detaillierten Überblick über sämtliche Unterschiede beider Systeme.

https://www.effizienzhaus-online.de/vergleich-gasheizung-oelheizung

Austausch Gaskombitherme

Die Gaskombitherme meiner Eigentumswohnung (Mehrfamilienhaus mit 9 Parteien) ist ca. 20 Jahre alt (Vaillant atmotec vcw 204). Ein Installateur hat mir angeboten, dieses Gerät für 2700 € all inclusive gegen eine Wolf CGU 2k18 auszutauschen. Nun erfahre ich durch online Recherchen, dass ich auf diese Weise die Heizung mit einer total veralteten Technik, die seit 2015 grundsätzlich auch gar nicht mehr zulässig ist, modernisieren würde. Zulässig wäre das in meinem Fall nur, weil noch andere Heizwert-Kombithermen an dem Schornstein hängen. Der Austausch der Vaillant gegen die Wolf scheint mir nicht sinnvoll. Andererseits bin ich von der Eigentümergemeinschaft abhängig, was eine gemeinsame Sanierung innerhalb des gesamten Hauses betrifft. Hier handelt es sich vor allem um kleine Kapitalanleger, die wenig Interesse an Umwelt und Energiesparen haben und daher auch immer und ausschließlich den Weg der geringsten Kosten wählen. Welche Möglichkeiten habe ich, trotzdem irgendwie zu einer Brennwertkessel Heizung zu kommen? Und falls es gar keine Möglichkeit gibt, auf welches Heizwertkessel Gerät soll ich setzen, da es ja wieder 20 Jahre arbeiten soll, d. h. es muss noch 20 Jahre genehmigungsfähig sein und es muss noch für 20 Jahre Ersatzteile (in bezahlbarem Bereich) geben?
Antwort von Buderus Deutschland

Bei einer bestehenden Mehrfachbelegung mit Heizwertgeräten gibt es aktuell die Möglichkeit, das alte Kombigerät durch ein neues Heizwertgerät zu ersetzen. Wenn Sie an Stelle dessen auf ein aktuelles Gas-Brennwertgerät umsteigen möchten, dann gibt es dafür zwei Varianten.
1. Verlegung einer separaten Abgasleitung von Ihrer Wohnung bis auf das Dach.
2. Anbindung des Brennwertgerätes über einen Außenwandanschluß
Diese Möglichkeiten müssen mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister vorher abgestimmt werden (genehmigungspflichtig durch BSFM). Wenn er sein o.k. gibt, dann entscheidet das Angebot der Heizungsfirma und natürlich die Eigentümergemeinschaft über eine Realisierung des Umbaus.
Sollte es doch ein Heizwertgerät werden, dann sind die Auswahlmöglichkeiten hier sehr begrenzt.
Bei Buderus gibt es für solche Fälle bei Mehrfachbelegungen nur ein Gerät, den Logamax U154K.
Dies ist ein atmosphärisches wandhängendes Heizwert-Kombigerät mit integriertem Plattenwärmetauscher zur Brauchwassererwärmung (Heizwertgerät ohne Abgasgebläse).

Brennwertheizung und Tieftemperatur Heizung: Unterschiede?

Mich interessiert folgendes: Muss man heute eine Brennwertheizung installieren oder geht auch eine Tieftemperatur Heizung?
Antwort von BWJ-GbR

www.bwj-gbr.net unter Kontakt ,da werden sie geholfen.

Brennwertheizung mit alten Gliederheizkörpern

Kann man eine neue Brennwertheizung auch mit alten Gliederheizkörpern (aus den 70ern) betreiben, oder müssen die beim Heizungsaustausch erneuert werden? Wann sollte man alte Heizkörper im Zuge eines Kesseltausches austauschen?
Antwort von Voges Heizung Sanitär Klima

Ja klar. Nur sollte ein Schlammfilter eingebaut werden. Alte Heizkörper sind über dimensoniert und passend für eine Brennwertanlage. Lieben Gruß Kim Voges

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