Gibt es ein Ölheizungsverbot?

25. November 2021
Sind Ölheizungen verboten? Ja und nein - während der Betrieb bestehender Ölheizungen dauerhaft gewährleistet ist, dürfen ab 2026 keine Ölheizungen mehr in Betrieb genommen werden. Koppeln Sie eine Ölheizung mit erneuerbaren Heizsystemen, ist auch dann noch eine Ölhybridheizung möglich. Tauschen Sie Ihre alte Ölheizung aus, winken jedoch attraktive Förderzuschüsse.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenÖlheizungÖlheizungsverbot

Ab 2026 sind neue Ölheizungen verboten, wenn sie keine erneuerbaren Energien einbinden

Inhaltsangabe & Schnellnavigation:

Sind Ölheizungen verboten?

Bis Ende 2025

Ab 2026

  • Bestehende Ölheizungen können durch neue Ölbrennwertheizungen ausgetauscht werden.
  • Bestehende Ölheizungen (jünger als 30 Jahre) dürfen weiterbetrieben werden – auch über das Jahr 2026 hinaus.
  • Öl-Hybridheizungen, die mit erneuerbaren Energien gekoppelt sind, sind erlaubt.
  • Ölheizungen ohne Einbindung erneuerbarer Heizsysteme dürfen nicht mehr neu installiert werden.
  • Bestehende Ölheizungen dürfen nicht mehr gegen neue Ölheizungen ausgetauscht werden (es sei denn es greifen die Ausnahmeregelungen).
  • Öl-Hybridheizungen, die mit erneuerbaren Energien gekoppelt sind, bleiben erlaubt.
  • Sind Ölheizungen verboten? Und wenn ja: ab wann?

    Der Tankwagen darf auch in Zukunft weiter vorfahren - es wird nur recht teuer, Bild: VRD I AdobeStock.com

    Die Ölheizung war jahrzehntelang ein Klassiker unter den Heizsystemen – doch diese Ära scheint bald vorbei zu sein. Die Bundesregierung setzt im Zuge des „Klimapakets 2030“ stärker auf erneuerbare Energien und Energiespaßmaßnahmen, um die CO2-Emissionen zu reduzieren. Zu diesen Maßnahmen gehört, dass der Einbau von Ölheizungen ab 2026 verboten ist. Das Ölheizungsverbot tritt Anfang 2026 in Kraft.

    Es bestehen jedoch Ausnahmen. Während im Neubau der Einbau einer Ölheizung als alleiniges Heizsystem schon länger verboten ist, bekommen Betreiber von Ölheizungen im Bestandsbau einen Aufschub: Sie dürfen ihre bestehende Ölheizung über das Jahr 2026 hinaus betreiben, wenn die Heizungsanlage bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Bis Ende 2025 können alte Ölheizungen sogar noch gegen neue Ölbrennwertheizungen ausgetauscht werden.

    Kann das Haus nicht ans Gas- oder Fernwärmenetz angeschlossen werden und ist eine Nutzung erneuerbarer Energien technisch nicht möglich, so handelt es sich laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) um eine Ausnahme. In diesem Fall darf auch nach 2026 eine Ölheizung neu installiert und betrieben werden.

    • Es handelt sich also um kein generelles Ölheizungsverbot!

    Warum sollen Ölheizungen verboten werden?

    Etwa ein Viertel der Heizungsanlagen in Deutschland arbeiten mit Heizöl. Die Gründe? Ölheizungen sind weit verbreitet, weil sie

    • in der Anschaffung vergleichsweise günstig sind und
    • keinen Anschluss ans Gas- oder Fernwärmenetz benötigen. Das ist vor allem in ländlichen Regionen oft der ausschlaggebende Faktor.

    In puncto Umweltfreundlichkeit liegt dieses Heizsystem jedoch weit abgeschlagen im Ranking. Nicht nur, dass der fossilen Energieträger begrenzt ist; darüber hinaus setzt die Verbrennung des Heizöls viel klimaschädliches Kohlendioxid und andere Schadstoffe frei. Ölheizungen treiben den Klimawandel.

    Ölheizungen schaden nicht nur der Umwelt – sie gefährden die Einhaltung der Klimaziele. Deutschland möchte bis zum Jahr 2045 klimaneutral sein – so steht es im aktuellen Klimaschutzgesetz. Um den Klimaschutzplan einzuhalten und die Klimaneutralität langfristig zu erreichen, fördert die Bundesregierung den Ausbau von Heizsystemen auf Grundlage erneuerbarer Energien. Dabei setzt sie in Hinblick auf verschiedene Maßnahmen:

    • Ölheizungsverbot ab 2026
    • Austauschpflicht für alte Ölheizungen
    • Schaffung positiver Anreize durch finanzielle Förderung, etwa den BEG-Zuschuss
    • CO2-Aufschlag auf Heizöl und Gas und somit einen deutlichen Anstieg der Heizkosten

    Welche Ölheizungen sind verboten – gilt das Verbot für alle Modelle?

    Trotz des Verbots ab 2026 stehen die Ölheizungen nicht gänzlich vor dem Aus. Abgesehen von den Ausnahmeregelungen sind Ölheizungen nach 2026 weiterhin erlaubt, wenn es sich um Hybrid-Ölheizungen handelt. Unter Hybridheizung versteht man ein Heizsystem, das zwei Energieträger miteinander kombiniert. So kann beispielsweise eine Ölheizung (aber auch eine Gasheizung) mit Solarthermie oder mit einer Wärmepumpe gekoppelt werden.

    • Die Ölheizung muss zwingend mit einem erneuerbaren Energieerzeuger kombiniert werden!

    Gibt es eine Austauschpflicht für Ölheizungen?

    Das Thema Ölheizungsverbot führt bei vielen zu Unsicherheit: Muss ich meine bestehende Ölheizung nun bis 2026 entsorgen, modernisieren oder austauschen? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie

    • dem Alter Ihrer Anlage
    • der Heizleistung
    • der Technik
    • Ihrem Einzugsdatum

    Unter bestimmten Voraussetzungen besteht Bestandsschutz. Das heißt, die Heizungsanlagen dürfen weiter betrieben werden. Erfüllt die alte Ölheizung diese Anforderungen nicht, gilt laut GEG eine gesetzliche Austauschpflicht. Diese Austauschpflicht verfolgt das gleiche Ziel wie das Ölheizungsverbot: Umstieg auf effizientere und umweltfreundlichere Heizsysteme. Fakt ist: Anlagen, die älter sind als 20 Jahre, hinken der aktuellen Technik hinterher und haben einen deutlich höheren Energieverbrauch und höhere CO2- und Schadstoff-Emissionen als moderne Anlagen.

    Von der Austauschpflicht betroffen sind alle Ölkessel, die

    • älter als 30 Jahre sind (Stand 2021 also Baujahr 1991 oder älter)
    • eine Heizleistung von 4 bis 400 kW haben
    • mit Konstanttemperaturtechnik funktionieren

    Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie zu keinem Austausch verpflichtet sind bei Ölkesseln,

    • die jünger sind als 30 Jahre
    • die eine niedrigere Heizleistung als 4 kW oder eine höhere Heizleistung als 400 kW haben
    • die mit Niedertemperaturtechnik oder Brennwerttechnik funktionieren

    Es gibt eine weitere Ausnahme: Ihre Anlage genießt auch dann Bestandsschutz, wenn Sie das Haus mit dieser Anlage vor dem 1. Februar 2002 gekauft, geerbt oder übernommen haben und selber darin wohnen.

    Gibt es staatliche Förderungen für den Heizungsaustausch?

    Wer beim Heizen auf Erneuerbare Energien setzt, wird vom Staat finanziell belohnt. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) beinhaltet verschiedene Maßnahmen im Bereich Heiztechnik. Entscheiden Sie sich für ein neues, effizienteres Heizsystem, können Sie Förderungen von bis zu 35 Prozent beantragen.

    Höhe der BEG Förderung:

    Wärmeerzeuger

    Fördersatz

    Gasbrennwert-Heizungen (Renewable Ready)

    20 %

    Gas-Hybridheizungen

    30 %

    Solarthermieanlagen

    30 %

    Wärmepumpen

    35 %

    Biomasseanlagen

    35 %

    EE-Hybridheizungen

    35 %

    Handelt es sich bei Ihrer bisherigen Heizungsanlage um eine Ölheizung, profitieren Sie von der Austauschprämie für Ölheizungen. Die Prämie liegt bei 10 Prozent zusätzlicher Förderung, sofern Sie eine der folgenden Heizsysteme errichten:

    • Gas-Hybridheizung
    • Biomasseheizung
    • Wärmepumpe
    • EE-Hybridheizung

    Tauschen Sie Ihre alte Ölheizung gegen eine Wärmepumpe aus, erhalten Sie einen BEG Zuschuss von 35 % plus eine Austauschprämie von 10 %.

    • Sie erhalten also insgesamt eine staatliche Förderung über 45 % der Investitionskosten.

    Gut zu wissen: Der Kauf einer neuen Ölheizung wird staatlich nicht gefördert. Möchten Sie Ihre Ölheizung, die nicht von der Austauschpflicht betroffen ist, mit erneuerbaren Energien koppeln und so eine umweltfreundlichere Hybridlösung schaffen, können Sie ebenfalls Fördergelder in Anspruch nehmen. Förderfähig sind allerdings nur die erneuerbaren Komponenten – nicht die Ölheizung selbst.

    Welche Alternativen zur Ölheizung bieten sich an?

    BEG Zuschüsse, deutlich niedrigere Heizkosten und ein umweltfreundliches Heizsystem – es gibt viele gute Gründe, eine alte Ölheizung

    • zu ersetzen,
    • zu modernisieren (bis Ende 2025) oder
    • durch erneuerbare Energien zu ergänzen.

    Auch dann, wenn Ölheizungsverbot und Austauschpflicht in Ihrem persönlichen Fall nicht greifen!

    Welche Alternative sich am besten für Sie eignet, hängt von Ihren Gegebenheiten ab. Sind Sie ans Gasnetz angeschlossen, kann eine Gas-Hybridheizung eine kostengünstige Lösung sein. Da der Öltank sowieso viel Platz in Anspruch genommen hat, bietet sich eventuell auch eine Biomasseheizung wie eine Pelletheizung an. Wärmepumpen sind nicht nur besonders effiziente Wärmeerzeuger, sondern sie versprechen darüber hinaus eine besonders hohe BEG Förderung.

    Unser Tipp: Sprechen Sie mit einem Fachbetrieb, welches Heizsystem sich als Alternative zur Ölheizung am besten für Sie eignet.

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