Eine Öl-Hybridheizung kombiniert mehrere Wärmeerzeuger: Erneuerbare und Öl

Klimawandel, CO2-Steuer, Ölheizungsverbot und Co – die aktuellen Schlagzeilen machen deutlich: Mit einer klassischen Ölheizung sind Sie für die Zukunft nicht gut aufgestellt. Eine Ausnahme bildet die Öl-Hybridheizung, die den Brennstoff Öl mit einem erneuerbaren Energieerzeuger kombiniert. Dieser Ratgeber liefert Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Hybrid-Möglichkeiten und informiert, worauf Sie beim Kauf einer Hybridheizung achten sollten. Sie möchten wissen, welche Kosten beim Umstieg auf die Öl-Hybridheizung auf Sie zukommen? Wir machen den Preis-Check für Sie.
Gina Doormann
Gina Doormann 11 Apr. 2024
Ölheizung Öl-Hybridheizung
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Ölheizung in Kombination mit erneuerbaren Energien als optimale Hybridlösung

Die Öl-Brennwertheizung als hybrides System

✔️Nutzt erneuerbare Energien und senkt CO2-Emissionen und Heizkosten

✔️Mit dieser Kombination erfüllt die Öl-Hybridheizung ab 2026 oder 2028 die Anforderungen des GEG 2024 – viele neue Ölkessel ohne erneuerbare Zusatzsysteme sind dann nicht mehr erlaubt

✔️Für die zusätzlichen erneuerbaren Heizgeräte erhalten Sie bis zu 70 Prozent Förderung

✔️Öl-Brennwertheizungen sind bestens für Altbauten geeignet

✔️seit 2024 ist vor Einbau einer neuen Ölheizung in Bestandsgebäuden ein Beratungsgespräch mit einem Fachbetrieb verpflichtend

Inhaltsübersicht & Schnellnavigation:

Öl-Hybridheizung statt Ölheizung: Ersparnis an Geld und CO2 sprechen für den Austausch

Öl-Hybridheizung grafische Darstellung Haus

Viele Jahrzehnte lang galt die Ölheizung als zuverlässiges, bewährtes Heizsystem. Doch die Zeiten haben sich geändert: Nicht nur, dass der fossile Brennstoff begrenzt ist – darüber hinaus ist längst klar, dass Ölheizungen umweltschädlich und Treiber des Klimawandels sind. Im Rahmen des Klimaschutzplans ist der Umstieg auf erneuerbare Energien, die deutlich weniger umweltschädliches CO2 freisetzen, deshalb unumgänglich. Die Bundesregierung forciert den Umstieg mit verschiedenen Maßnahmen, wie zum Beispiel:

Nicht immer ist ein Umstieg auf ein anderes Heizsystem möglich, gewünscht oder notwendig. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht zum Beispiel Bestandsschutz der alten Ölheizung. Das ist vor allem bei Öl-Brennwertkesseln  und Niedertemperaturkesseln der Fall. Und auch, wenn das Haus nicht ans Gas- oder Fernwärmenetz angeschlossen werden kann und eine Nutzung erneuerbarer Energien technisch ausgeschlossen ist, tritt eine Ausnahmeregelung in Kraft. Wer weiter mit Öl heizen möchte und sich trotzdem zukunftssicher und klimafreundlicher aufstellen will, kann auf eine Öl-Hybridheizung umstellen. Diese kann gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) 2024 problemlos bis 2045 weiterbetrieben werden. Denn sie arbeitet umweltfreundlicher als eine alte Ölheizung.

Was ist eine Öl-Hybridheizung?

Öl-Wärmepumpe-Hybrid von Bosch.

Ölheizung-Hybridsystem von Bosch | Foto: Bosch Thermotechnik GmbH

Laut Klimaschutzprogramm 2030 / GEG dürfen ab 2026 bzw. 2028 Ölheizungen nur noch eingebaut werden, wenn es sich um Hybridheizungen handelt, die mit einem erneuerbaren Energieerzeuger kombiniert werden. Ob 2026 oder 2028 als Frist gilt, hängt von der Einwohnerzahl einer Kommune und deren Kommunaler Wärmeplanung ab. 

  • Der Begriff Öl-Hybridheizung beschreibt ein Heizsystem, das den Brennstoff Öl mit mindestens einem weiteren Energieträger kombiniert. In der Regel handelt es sich bei dem zweiten Teil um ein regeneratives System, das Umweltenergie als Energiequelle nutzt. Solar nutzt Sonne, die Wärmepumpe Luft, Wasser oder Erdwärme. Pelletofen oder Kaminofen nutzen den nachwachsenden Rohstoff Holz.

Die Funktionsweise einer Hybridheizung beruht auf dem Grundprinzip, dass in erster Linie erneuerbare Energie genutzt wird. Steht diese zeitweise nicht ausreichend zur Verfügung, springt die Ölheizung mit Backup-Energie ein, deckt die Spitzenlast ab und sorgt für zuverlässige Wärme.

Vorteile einer Öl-Hybridheizung im Überblick

✔️ Kombination aus fossilen und erneuerbaren Wärmeerzeugern

✔️ die Ölheizung arbeitet nur dann, wenn das regenerative System Unterstützung braucht

✔️ volle Versorgungssicherheit für Heizung und Warmwasser

✔️ niedrigere Heizkosten als bei einer klassischen Ölheizung

✔️ weniger CO2-Emissionen als bei einer alleinigen Ölheizung

Verschiedene Öl-Hybridheizungen: Mit diesen Erneuerbaren Energien lassen sich Ölheizungen koppeln

Eine Öl-Hybridheizung besteht aus mindestens zwei Wärmeerzeugern: zum einen aus einem Öl-Brennwertkessel und zum anderen aus einem erneuerbaren Energieträger.

Fossil-Erneuerbare-Hybridheizungen mit Solarthermie und Wärmepumpen: Entwicklung der Nachfrage bei DAA seit Oktober 2023 bis März 2024.

Hybridheizungen Öl und Gas: Entwicklung der Nachfrage bei DAA GmbH. | Grafik: Heizungsfinder.de/DAA GmbH

Beispiele für Kombinationsmöglichkeiten der Ölheizung mit erneuerbaren Energien

Zwei Energieträger:

✅ Öl-Brennwertkessel + Solarthermie

✅ Öl-Brennwertkessel + Wärmepumpe

✅ Öl-Brennwertkessel + Holzofen / Pelletofen

Drei Energieträger:

✅ Öl-Brennwertkessel + Photovoltaikanlage + Heizstab

✅ Öl-Brennwertkessel + Photovoltaikanlage + Brauchwasserwärmepumpe

Preis-Check: Das kostet eine Öl-Hybridheizung

Ölheizungen waren viele Jahrzehnte neben der Gasheizung ein Fundament der Wärmeversorgung in Deutschland, weil sie in der Anschaffung vergleichsweise günstig sind. Zusätzlich waren sie vor allem in Gebieten die Heizung der Wahl, die keinen einfachen Zugang zu einem Gasanschluss hatten. Moderne Öl-Brennwertkessel kosten deutlich weniger als zum Beispiel eine Wärmepumpe oder Pelletheizung. Allerdings steigen die Brennstoffkosten für Öl nicht zuletzt aufgrund der CO2-Steuer deutlich. Ein Umstieg auf ein Hybridsystem mit erneuerbaren Energien zahlt sich aber nicht nur mit Blick auf die Betriebskosten aus. Auch die CO2-Emissionen werden deutlich reduziert – ein wichtiger und notwendiger Schritt für Klimaschutz und Energiewende.

Doch wie hoch sind die Kosten einer Ölheizung? Die folgende Tabelle bietet einen groben Überblick. Bedenken Sie bitte, dass es sich nur um Orientierungswerte handelt, da die Kosten von Modell, Leistung, Installationskosten etc. abhängen.

HeizsystemAnschaffungskostenBrennstoffkosten
Öl-Brennwertkessel8.000 bis 12.000 Euroca. 10,22 Cent/kWh (Stand März 2024)
Wärmepumpe12.000 bis 25.000 EuroStromkosten für den Betrieb, ca. 35 ct/kWh (Stand März 2024)
Solarthermie zur Ergänzung einer Öl-Hybridheizung5.000 bis 12.000 EuroStromkosten für die Umwälzpumpe , ca. 35 ct/kWh (Stand März 2024)
Kaminofen mit Wassertasche1.500 bis 5.000 Euro5,92 Cent/kWh (Holzpellets, Stand März 2024)
PV-Anlage1.300 bis 1.700 Euro pro kWpStromgestehungskosten ca. 8 ct/kWh
Brauchwasserwärmepumpe1.000 bis 3.000 EuroStromkosten für den Betrieb; alternativ anteilig PV-Strom
Heizstab100 bis 250 EuroStromkosten für den Betrieb; alternativ anteilig PV-Strom

Pufferspeicher, Heizkörper und Co: Was gibt es beim Kauf einer Öl-Hybridheizung zu beachten?

Damit Ihre Öl-Hybridheizung funktioniert und effizient arbeiten kann, sollten Sie beim Kauf, bei der Installation und vor allem bei der Entscheidung für ein bestimmtes Hybridsystem einige Punkte beachten.

  • Pufferspeicher: Für jedes Hybridsystem ist ein Pufferspeicher notwendig. In diesem wird die Wärme gespeichert, die Solarthermieanlage, Wärmepumpe und Co. an das Wasser im Wärmespeicher abgeben. Erst, wenn die gespeicherte Wärme im Pufferspeicher aufgebraucht ist, springt das Ölbrennwertgerät an.
  • Systemregler: Ein Regler steuert, wann welche Komponente eingesetzt wird, damit das System am effizientesten arbeiten kann.
  • Heizkörper: Vor allem Wärmepumpen arbeiten wirtschaftlicher, wenn sie mit Heizkörpern mit einer niedrigen Vorlauftemperatur kombiniert werden. Das ist vor allem bei Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen der Fall. Neuere Wärmepumpen-Modelle lassen sich aber in den meisten Fällen problemlos mit herkömmlichen Heizkörpern betreiben.

Öl-Hybridheizung plus Wärmepumpe

In Neubauten überzeugt die Wärmepumpe bereits seit einigen Jahren als beliebtestes Heizsystem.

Ölheizung-Hybridsystem: Reine Ölheizungen spielen im Neubau kaum noch eine Rolle.

Ölheizung hat nur als Hybrid noch eine Zukunft. Beheizungsstruktur im Wohngebäude-Neubau. | Grafik: BDEW

Doch auch in sanierten Altbauten, die sich in einem guten energetischen Zustand befinden, kann eine Wärmepumpe ihre Stärken ausspielen und als effizientes, zuverlässiges Heizsystem glänzen. Dies ist zum Beispiel in Kombination mit einer Öl-Brennwertheizung möglich. Wenn Sie bereits einen Öl-Brennwertkessel besitzen, können Sie diese bestehende Ölheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren. Sie möchten oder müssen Ihren alten Ölkessel austauschen? Dann empfiehlt es sich, bei einem Hersteller einen neuen Öl-Brennwertkessel gleich im Paket mit einer Wärmepumpe zu kaufen.

Kaufen Sie das Komplettsystem zum Beispiel von:

  • Viessmann bietet die Luft-Wasser-Wärmepumpe Vitocal 250-AH zur Integration in das bestehende Heizsystem.
  • Buderus bietet verschiedene Wärmepumpensysteme zur Kombination mit einer Öl-Brennwertheizung.
  • Bosch bietet mit seiner Olio Condens 8000i F/FM einen Öl-Brennwertkessel, der komplett Hybrid Ready ist.
Hybride Ölheizung: Grafik zu Brennstoffkosten in Deutschland, Stand März 2024

Kosten einer Ölbrennwert-Hybridheizung hängen auch von den Kosten des kombinierten Brennstoffes ab. | Grafik: Deutsches Pelletinstitut

So fördert der Staat eine Öl-Hybridheizung

Staatliche Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bieten einen Anreiz, auf Erneuerbare Energien umzusteigen. Eine explizite Öl-Hybridheizung-Förderung gibt es nicht mehr. Allerdings werden die Komponenten auf Basis erneuerbarer Energien von staatlicher Seite gefördert. Die Fördersätze für die Erneuerbaren Energien des Heizsystems sind dabei fix: In Abhängigkeit zur Höhe des Haushaltseinkommens und zum Förderzeitpunkt (den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten Sie nur bis Ende 2028) liegt die Förderhöhe zwischen 30 und 70 Prozent. Die Kosten für die Ölheizung müssen Eigentümer komplett selbst tragen. 

Wie das Zusammenspiel aus Ölheizung und Wärmepumpe funktioniert

Ein intelligenter Systemregler steuert und optimiert den Betrieb der einzelnen Heizgeräte. Er sorgt dafür, dass die Umweltwärme der Wärmepumpe vorrangig zum Heizen verwendet wird. Gerade im Sommer und in den Übergangsmonaten reicht die Wärmepumpe als Heizsystem meistens aus. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art der Wärmepumpe Sie haben, sprich welche Art Umweltwärme Sie nutzen – ob aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser.

Denkbar sind die Kombinationen aus:

Kann die Wärmepumpe aus verschiedenen Gründen nicht effizient arbeiten, übernimmt die Öl-Heizung und stellt so die Versorgung sicher. Das kann zum einen der Fall sein, weil die Heizlast insgesamt so hoch ist, dass eine Wärmepumpe es allein nicht schafft. Die andere Möglichkeit ist wetterabhängig: Ist es viel zu kalt, arbeitet eine Wärmepumpe möglicherweise ineffizient. Für diesen Fall stellt der Heizungsinstallateur einen Bivalenzpunkt ein. Dieser beschreibt die Außentemperatur, bei der die Wärmepumpe ihre höchstmögliche Heizleistung erbringt. Sinkt aber die Außentemperatur noch tiefer, muss die Ölheizung anspringen, um das Haus angemessen zu heizen.

Wärmepumpen-Kosten im Überblick

Was kostet eine Wärmepumpe?ErdwärmepumpeLuftwärmepumpe
Anschaffungskostenca. 10.000 bis 12.000 EURca. 8.000 bis 15.000 EUR
Installationskostenca. 2.000 bis 20.000 EURca. 3.000 bis 6.000 EUR
Stromkosten (Haus 120 qm)ca. 900 EUR/p. a.ca. 1.200 EUR/p. a.
Wartungskostenca. 150 EUR/p. a.ca. 200 EUR/p. a.
JAZ43
förderfähig?jaja
Was kostet eine Wärmepumpe?Brauchwasser-WärmepumpeWasser-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffungskostenca. 2.000 bis 3.000 EURca. 9.000 bis 12.000 EUR
Installationskostenca. 350 EURca. 15.000 bis 22.000 EUR
Stromkosten (Haus 120 qm)ca. 60 EUR/Person/Jahrca. 720 EUR/p. a.
Wartungskostennicht vorgegebenca. 150 EUR/p. a. zzgl. Prüf- und Genehmigungsgebühren
JAZ35
förderfähig?neinja
  • Gut zu wissen: Besonders effizient arbeiten Wärmepumpen in gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung oder einer anderen Flächenheizung, da diese nur eine geringe Vorlauftemperatur benötigen. Allerdings gibt es längst Wärmepumpen, die auch im schlecht gedämmten Bestandsgebäude oder mit herkömmlichen Heizkörpern sehr gut funktionieren.

Ölheizung mit Solar: mit Sonnenenergie und Öl heizen

Ölheizung hybrid mit Solarthermie: Hausdach mit roten Ziegeln, drei Solarthermie-Kollektoren und Schornstein.

Öl-Hybridheizung mit Solarthermie senkt Kosten für Warmwasser und Heizung, | Bild: AdobeStock_Zauberhut

Die Kombination aus Öl-Hybridheizung und Solarthermie ist ein häufig genutztes Öl-Hybridsystem: Gut ein Drittel aller modernen Öl-Heizungen mit Brennwertkessel  werden mit Solarwärme kombiniert. Solarthermie kommt entweder der  Warmwasserbereitung zugute oder unterstützt zusätzlich die Heizung. Das spart Heizöl, Heizkosten und somit CO2. So leistet die Kombination aus Kollektoren und Ölkessel einen wertvollen Beitrag für den Klimaschutz.

  • Eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung kostet zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Sie sparen im Jahresdurchschnitt um die 60 Prozent der Kosten für die Warmwasserbereitung.
  • Eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung kostet mit 6.000 bis 12.000 Euro ungefähr das Doppelte.
  • Die Ersparnisse sind schwieriger zu beziffern: Einsparungen von 15 bis 30 Prozent der Energiekosten für Warmwasser und Heizung insgesamt sind aber möglich.

Doch inwieweit reicht die Solarthermieanlage zur Versorgung aus? Klar ist: Je länger und intensiver die Sonne scheint, desto stärker kann sie die Öl-Heizung unterstützen. Eine Solarthermieanlage als einziges Heizsystem ist unrealistisch, weshalb die Kombination aus Ölheizung mit Solar eine optimale Lösung darstellt – das ganze Jahr hindurch.

Wann die Hybridheizung Öl + Solar empfehlenswert ist

Eine Ölbrennwertheizung mit Solarthermie zu verbinden, ist nicht ohne Grund die Lösung, die Hausbesitzer als häufigste hybride Ölheizung wählen. Eine Solarthermieanlage benötigt im Vergleich zur Photovoltaik recht wenig Platz auf dem Dach und stellt nicht so hohe Anforderungen wie eine Wärmepumpe. Außerdem kostet sie weniger und macht es somit einfacher, den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes zu genügen. Eine beliebte Anwendung findet diese Kombination daher zur Nachrüstung der Heizung im Altbau.

Ölheizung mit Photovoltaik kombinieren

Ölheizung mit PV-Anlage: Dach mit dunklen Ziegeln, acht PV-Modulen und Schornstein.

Ölheizung mit Photovoltaik kombinieren: Heizen mit der Kraft des Solarstroms. | Bild: AdobeStock_Simon

Power-to-Heat: So heißt das Heizen mithilfe einer Photovoltaikanlage. Dieses Prinzip lässt sich ebenso für eine Hybridheizung mit Öl und Photovoltaik nutzen. Es funktioniert, indem Sie die Ölbrennwertheizung mit einem Solarstrom-betriebenen Wärmeerzeuger koppeln, einem Heizstab, und diesen wiederum mit einem Pufferspeicher.

Der Brennwertkessel der Öl-Heizung versorgt den Pufferspeicher ebenfalls mit Wärme. Diese wird gespeichert, um bei Bedarf entweder zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung zur Verfügung zu stehen. Betreiben Sie nun mit dem überschüssigen Strom Ihrer Photovoltaikanlage einen Heizstab, der das Wasser im Pufferspeicher auf die gewünschte Temperatur bringt, so entlasten Sie Ihre Ölheizung und sparen dadurch Heizölkosten ein.

Da der verwendete Strom bei dieser Hybrid-Lösung aus der eigenen Photovoltaikanlage stammt, sinken die Energiekosten deutlich. Und gut für die Umwelt ist es außerdem, wenn Sie die Ölheizung mit PV unterstützen und Emissionen einsparen.

Öl-Hybridheizung plus Photovoltaik plus Brauchwasserwärmepumpe

Eine Öl-Hybridheizung kann sogar mit zwei weiteren erneuerbaren Energieträgern kombiniert werden. Hierfür eignen sich die Systeme Brauchwasserwärmepumpe und Photovoltaik sehr gut. Denn der Solarstrom aus der PV-Anlage treibt die Brauchwasserwärmepumpe zum Teil an. 

  • Brauchwasserwärmepumpen, auch Warmwasser-Wärmepumpen genannt, sind ausschließlich für die Erzeugung von Warmwasser zuständig, können also nicht für das Heizen von Räumen verwendet werden.

Eine Brauchwasserwärmepumpe nutzt die warme Luft im Innenraum (z. B. im Heizungskeller) als Wärmequelle. Je wärmer die Umgebungsluft ist, desto weniger Strom benötigt sie und desto effizienter kann sie arbeiten. Um die Brauchwasserwärmepumpe als hybrides System mit einer Ölheizung zu nutzen, wird ein Pufferspeicher benötigt, der von der Wärmepumpe und vom Öl-Brennwertkessel beheizt wird. Die Ölheizung wird dadurch bei der Warmwasserbereitung entlastet – das sorgt für deutlich geringere Heizkosten.

Öl-Hybridheizung plus Kaminofen

Auch ein Kaminofen kann mit einer Öl-Hybridheizung kombiniert werden. Voraussetzungen sind, dass

1.) der Kaminofen mit einer Wassertasche ausgestattet ist und

2.) die Öl-Heizung mit einem Pufferspeicher kombiniert ist.

Die Wassertasche muss mit dem Pufferspeicher verbunden werden. Dann gilt der Kaminofen als “wasserführend”. Sobald im Kaminofen ein Feuer brennt, erwärmt sich das Wasser in der Wassertasche. Diese Wärme wird dann in den Pufferspeicher eingespeist und kann dort sowohl zur Warmwasserbereitung als auch für die Heizung verwendet werden. Aber Achtung: Dabei sinkt der Anteil der raumseitigen Heizleistung, da viel Wärme an den Speicher abgeführt wird. Beträgt also die wasserseitige Leistung (Speicher) 75 Prozent, so stehen nur noch 25 Prozent raumseitige Wärmeleistung zur Verfügung. Diese Hybridvariante eignet sich auch für alte Häuser sehr gut. 

Kurzum: Durch das Verfeuern des nachwachsenden Rohstoffes Holz (Briketts, Scheitholz oder Pellets) kann der Verbrauch des fossilen Brennstoffs Öl eingespart werden. Es gilt aber, die raum- und wasserseitige Leistung fachmännisch zu berechnen. 

  • Tipp: Es ist auch die Kombiheizung Öl-Holz-Solar möglich. Fragen Sie Ihren Heizungs-Fachbetrieb.
Hybridheizung mit Bio-Öl – was es bringt

Das GEG 2024 sieht vor, dass Ölheizungen, die ab 2024 eingebaut werden, von 2029 an mit mindestens 15 Prozent Bioenergie betrieben werden müssen. Dieser Anteil steigt dann stetig und muss bis 2024 100 Prozent erreichen. Das bedeutet zum einen, dass die neue Öl-Brennwertheizung technisch auf Bio-Öl ausgelegt sein muss. Bio-Öl besteht aus Rapsöl, Sonnenblumenöl und Methanol und ist mit dem sogenannten Biodiesel vergleichbar. 

Zum anderen bedeuten die Vorgaben aus dem Heizungsgesetz Unsicherheit: Es ist aktuell unklar, ob zum gegebenen Zeitpunkt Bio-Heizöl vorhanden sein wird, dass eine so hohe Bioöl-Beimischung bietet. Weiterhin ist Bio-Heizöl teurer als herkömmliches Heizöl.

Fazit

Die Kombination aus Öl-Brennwerttechnik und regenerativen Energiequellen lohnt sich vor allem als Heizung im Altbau. Denn aufgrund des häufig geringen Dämmstandards ist der alleinige Einsatz einer Wärmepumpe hier oftmals ineffizient. Um Lastspitzen im Winter und bei niedrigen Temperaturen abzudecken, ist der Einsatz der Ölhybridheizung im Bestandsbau sinnvoll. Oftmals ist zudem bereits eine Ölheizung vorhanden, die nur auf Brennwerttechnik aufgerüstet werden muss. Weiterhin ist in Altbauten häufig bereits ein Kamin vorhanden, der sich dann ins Heizungssystem integrieren lässt, um den Brennstoffverbrauch weiter zu senken.

FAQ

Was kostet eine Hybridheizung mit Öl?
Bei Einbindung eines neuen Ölbrennwertkessels liegen die Preise bei etwa 10.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das erneuerbare System. Das ist allerdings bis zu 70 Prozent förderfähig.
Kann man eine Ölheizung auf Hybrid umstellen?
Wenn es sich um moderne Brennwerttechnik handelt, ist grundsätzlich eine Umrüstung möglich.
Wird eine Öl-Hybridheizung gefördert?
Teilweise. Die Einsparung durch einen Zuschuss ist nur für den erneuerbaren Anteil möglich.
Kann man eine bestehende Ölheizung mit einer Wärmepumpe kombinieren?
Wenn es sich um ein Öl-Brennwertgerät handelt, kann grundsätzlich eine Wärmepumpe, zum Beispiel eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, angeschlossen werden.
Gina Doormann
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