Gibt es einen Pelletofen ohne Strom?

13. Juni 2022
Eine große Pellet-Zentralheizung können Sie nicht effizient ohne Strom betreiben. Bei kleineren Pelletöfen haben Sie dagegen die Wahl: Neben der Variante mit gibt es auch den Pelletofen ohne Strom. Mit ihm lässt sich meistens keine komplette Wohnung beheizen. Als unterstützendes Heizsystem in Einzelräumen hat er aber Vorteile.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenKaminofenPelletöfen: attraktive AlternativePelletofen ohne Strom

Kann man einen Pelletofen stromlos betreiben?

Was zeichnet einen stromlosen Pelletofen aus?

  • Verursacht keine Stromkosten im Betrieb
  • Ideal für zeitweilig genutzte Räume
  • Überall aufstellbar
  • Leise

Wie funktioniert ein Pelletofen ohne Strom? Pelletöfen verrichten eine Vielzahl an Arbeiten mit elektrischer Hilfe: Strombetriebene Öfen transportieren die Pellets mit einem Fördersystem in die Brennkammer des Ofens. In der Regel werden die Pellets zudem elektrisch entzündet und darüber hinaus arbeiten integrierte Gebläse mit Strom. Zusätzlich sind elektrische Komfortfunktionen wie Programmierung und/oder Fernbedienung möglich. Wird ein Pelletofen stromlos betrieben, fallen solche Funktionen weg oder werden durch mechanische Vorrichtungen ersetzt.


Pelletöfen ohne Strom eignen sich perfekt um einzelne Räume zeitweise zu beheizen, Foto: levelupart, AdobeStock.com

Läuft der Pelletofen mechanisch, transportiert ein kinetisches Triebwerk die Pellets aus dem Pellettank in die Brennkammer. Dafür ziehen Sie das Triebwerk ähnlich wie das Uhrwerk einer mechanischen Uhr manuell auf. Auch die Pellets in der Brennkammer zünden Sie manuell an, etwa mit einem Ofenanzünder. Wie viele Pellets pro Zeiteinheit in die Brennkammer transportiert werden, können Sie meistens einstellen: beispielsweise mit einem dreistufigen Drehschalter.

Die der Verbrennung zugeführte Pelletmenge pro Zeiteinheit beeinflusst den Verbrauch sowie die Wärmeleistung des Ofens. Sie erreicht bei manchen stromlosen Pelletöfen bis zu 10 Kilowatt (kW). Damit können Sie auch größere Räume beheizen. Der Pelletstank im Ofen fasst zum Beispiel zwanzig Liter. Bei geringer Pelletzufuhr kann die gelagerte Pelletmenge einen Pelletofen 24 Stunden im Dauerbetrieb befeuern. Ein längerer unbeaufsichtigter Betrieb von stromlosen Pelletöfen ist allerdings nicht anzuraten!

Pelletofen ohne Strom: Vorteile und Nachteile

Pelletofen stromlos Pelletofen elektrisch
✔️keine Stromkosten im Betrieb
❌Stromkosten im Betrieb
✔️kein Stromanschluss nötig
❌ Stromanschluss nötig
✔️Arbeitet sehr leise wenn Gebläse vorhanden:
✔️Gebläse ermöglicht bessere Steuerung des Brennvorganges
❌lauter im Betrieb
✔️Ideal für zeitweise genutzte Räume
✔️für alle Räume geeignet
❌keine Anbindung an Heizungssystem ✔️Anbindung an Heizsystem möglich
❌weniger Komfortfunktionen ✔️viele Komfort- und Automatikfunktionen

Ein stromloser Pelletofen bietet Ihnen im Vergleich zu Öfen mit Strom weniger Komfort. Während sich einige Pelletöfen mit Strom programmieren oder fernsteuern lassen, ist das bei einem Pelletofen ohne Strom nicht möglich.

Allerdings hat dieser Ofen auch Vorteile:

  • Mit ihm sind Sie unabhängig von einem Stromanschluss und es fallen keine Stromkosten beim Betrieb an.
  • Noch ein Vorteil: Ein elektrisches Gebläse verursacht bisweilen störende Geräusche. Die fallen beim Pelletofen ohne Strom weg – er arbeitet sehr leise.
  • Ein Hersteller stromloser Pelletöfen verspricht zudem Vorteile für Allergiker (Hausstauballergiker): Der Pelletofen ohne Strom wirbelt laut seiner Aussage keinen Staub auf.

Die Art der erzeugten Wärme ist bei Pelletöfen (mit oder ohne Strom) sehr angenehm. Sie erzeugen Strahlungs- und Konvektionswärme, während durch einen klassischen Heizkörper nur Konvektionswärme entsteht. Sie erwärmt die Raumluft und damit indirekt Menschen im Raum. Strahlungswärme wirkt dagegen direkt wärmend auf den Körper. Viele Menschen empfinden sie als behaglicher.

Stromloser Pelletofen vs. Pelletheizkessel

Im Vergleich zum Pellets-Heizkessel ist der Pelletofen ohne Strom für das Beheizen kleinerer Flächen ausgelegt. Er eignet sich zum Beispiel für ein Gartenhäuschen oder einen Wintergarten; im Einzelfall aber auch für kleine Wohnungen. Für eine Pelletzentralheizung sind finanzielle Zuschüsse möglich, während ein stromloser Pelletofen in der Regel komplett selbst finanziert werden muss. Dafür ist die Installation des Pelletofens preisgünstiger. Sie benötigen für den Betrieb zudem weniger Pellets und damit auch eine kleinere Lagerfläche. Die Vorteile des stromlosen Pelletofens sind hier dieselben wie die des mit Strom betriebenen.

Stromloser Pelletofen vs. Scheitholzofen

Scheitholzöfen sind arbeitsintensiver als Pelletöfen. Scheitholz müssen Sie manuell in die Brennkammer legen, während Sie beim Pelletofen nur den Pellettank füllen und dann bis zu 24 Stunden Ruhe haben. Beide Öfen besitzen in der Regel Sichtfenster, sodass man das innen brennende Feuer sieht. Wie bei einem Kamin erzeugt das eine behagliche, bisweilen romantische Atmosphäre. Wird ein Pelletofen stromlos betrieben, nennt man ihn aufgrund dieser Ähnlichkeit bisweilen Pelletkaminofen ohne Strom. Manche empfinden ein Scheitholzfeuer im Vergleich zum Pelletofen als noch gemütlicher. Sie möchten beide Holzarten verfeuern? Kombiöfen können Sie mit Scheitholz wie mit Pellets nutzen.

Wie installiert und betreibt man stromlose Pelletöfen?

Ein Pelletofen beheizt man oft nur ein einzelnes Zimmer. Mit der passenden technischen Ausstattung eignet er sich aber auch als Heizung für mehrere Räume. Pelletöfen kann man in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Wasserführende und luftgeführte Pelletöfen: Ein wasserführender Pelletofen besitzt eine Wassertasche, über die er einen Teil der Wärme an ein zentrales Heizsystem abgibt. Ein luftgeführter Pelletofen erwärmt hauptsächlich die Luft im Aufstellraum. Ist er aber leistungsstark genug, kann er über Luftkanäle mehrere Räume beheizen. Der Pelletofen ohne Strom gehört meistens zu den luftgeführten Öfen.
  • Raumluftabhängige und raumluftunabhängige Pelletöfen: Pelletöfen benötigen Luft für den Verbrennungsprozess. Raumluftabhängige Öfen holen sich diese Luft aus dem Aufstellraum. Raumluftunabhängige Pelletöfen erhalten die Verbrennungsluft dagegen über ein Zuluftsystem von außerhalb des Hauses.
  • Vollautomatische und halbautomatische Pelletzufuhr: Mit Pellets befeuerte Zentralheizungen besitzen vollautomatische Fördersysteme für den Transport der Pellets vom Lagerraum bis zum Heizkessel. Ein Pelletofen ohne Strom ist dagegen ein Beispiel für ein halbautomatisches Heizsystem. Sie befüllen den Pellettank des Ofens manuell. Anschließend werden die Pellets automatisch in den Brenner des Ofens transportiert.

Bevor Sie sich für einen bestimmten Pelletofen ohne Strom entscheiden, sollten Sie den Aufstellort festlegen und klären, welche Abmessungen Ihr Ofen maximal haben darf. Er muss am Aufstellort an ein passendes Abgassystem anschließbar sein. Bisweilen eignet sich dafür ein bestehender Schornstein. Mitunter ist aber ein spezieller Pelletofen-Schornstein nötig.

Die Abgase dieser Öfen haben vergleichsweise geringe Temperaturen. Deshalb verringert sich der sogenannte Kamineffekt, durch den heiße Abgase im Kamin durch einströmende Kaltluft nach oben verdrängt werden.

Wird ein raumluftunabhängiger Pelletofen stromlos betrieben, muss die Zufuhr der Verbrennungsluft von außen gewährleistet sein. Das ist bei einem raumluftabhängigen Ofen nicht nötig. Allerdings können Sie ihn nicht in jedem Raum betreiben.

In modernen, sehr luftdicht gebauten Häusern entsteht durch einen raumluftabhängigen Ofen im ungünstigen Fall ein Unterdruck, durch den Abgase ins Wohnungsinnere gelangen.

Besteht der Bodenbelag aus brennbaren Materialien, müssen Sie den Pelletofen auf eine Bodenplatte stellen, um den Boden vor Funken zu schützen. Hersteller nennen Ihnen zudem Sicherheitsabstände des Ofens zu brennbaren Materialien, die Sie einhalten sollten. Beim Betrieb des Ofens müssen Sie den Aschekasten regelmäßig leeren. Läuft der Ofen täglich, am besten einmal pro Tag.

Achtung: Bevor Sie einen Pelletofen in Betrieb nehmen, muss ein Schornsteinfeger die Anlage zulassen. Bei Fragen zur Installation kann es vorteilhaft sein, sich vorab von den Experten beraten zu lassen.

Preise & Auswahlkriterien für mechanische Pelletöfen

Die Menge angebotener stromloser Pelletöfen ist im Vergleich mit den elektrischen Geräten eher eingeschränkt. Dennoch haben Sie beim Design, bei Funktionen und Leistung des Ofens eine gewisse Auswahl. Zu den wichtigen Kennzahlen, die Ihre Kaufentscheidung beeinflussen können, gehören beim Pelletofen ohne Strom:

  • die Nennleistung in Kilowatt,
  • der minimale (bei niedrigster Leistung) und maximale (bei höchster Leistung) Pelletverbrauch in Kilogramm/Stunde (Kg/h),
  • der Gesamtwirkungsgrad in Prozent - er gibt an, wie viel der durch den Brennstoff verfügbaren Wärme der Ofen tatsächlich nutzen kann.

Darüber hinaus könnten das Fassungsvermögen des Pellettanks in Litern, die Abmessungen und das Design des Ofens wichtig werden, weil es zur Einrichtung des Aufstellraums passen sollte.

Mit welchem Preis muss man rechnen? Wenn Sie einen Pelletofen ohne Strom kaufen möchten, finden Sie sehr einfache Modelle für die Terrasse bereits für einige Hundert Euro. Solch ein Pelletofen ohne Strom hat aber zumeist einen sehr kleinen Pellettank und eine geringe Nennleistung. Er eignet sich tatsächlich nur dafür, die Stunden auf der Terrasse in die kühlere Jahreszeit auszudehnen.

Wenn Sie den stromlosen Pelletofen als Raumheizung nutzen möchten, müssen Sie mit einem Kaufpreis ab etwa 2.000 Euro rechnen. Im Premiumsegment können auch 5.000 Euro oder mehr anfallen. Allerdings haben Sie mit solch einem Pelletofen ohne Strom dann viele Jahre lang eine gute Lösung für das Beheizen eines Raums. Leider ist ein mechanischer Pelletofen nicht förderfähig. Pelletofen Förderung erhalten Sie nur für automatische Pelletöfen.

Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Artikel zu den Preisen von Pelletöfen.

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