Wie Sie für einen Pelletofen Förderung bis zu 55 % bekommen

4. Februar 2022
Sie möchten Kosten, Energie und CO2 einsparen – und es trotzdem im Winter warm haben? Dann könnte ein Pelletofen genau das Richtige für Sie sein. Denn der nutzt nicht nur einen preiswerten und umweltfreundlichen Brennstoff. Mit seiner Effizienz kann er unter Umständen sogar ein ganzes Haus heizen. Da Sie so zum Klimaschutz beitragen, gibt es bei der Investition in einen Pelletofen Förderung vom Staat.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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SchnelleinstiegFörderung für Pelletöfen

Pelletofen-Förderung durch die BEG

Pelletofen-Förderung im Überblick

  • Für einen wasserführenden Pelletofen im Altbau beträgt der Zuschuss 35 %.
  • Beim Ersetzen einer alten Ölheizung gibt es zusätzlich eine Austauschprämie von 10 %.
  • Besonders emissionsarme Pelletöfen sowie die Verwendung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) bringen Ihnen jeweils einen Bonus von 5 % ein.
  • Die Optimierung eines bestehenden Heizungssystems wird mit 20 % bezuschusst.
  • In Neubauten wird der Pelletofen nicht als Einzelmaßnahme, sondern nur im Rahmen der Effizienzhausstandards gefördert.
  • Der Förderantrag muss noch vor Auftragsvergabe beim BAFA bzw. der KfW eingehen.

Wenn es draußen ungemütlich ist, sorgt ein Pelletofen für wohlige Wärme. | Bild: levelupart / Adobe Stock

Inhalt

Effizient und emissionsarm – Mit dem Pelletofen zu mehr Umweltschutz

Um die Wärmewende zu schaffen, gilt es einerseits, weniger Energie zu verbrauchen, und andererseits, diese aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Eine davon ist Holz. Der nachwachsende Rohstoff hat außerdem den Vorteil, dass er beim Verbrennen die gleiche Menge an CO2 freisetzt wie bei der natürlichen Verrottung. Werden Schadholz und Sägewerksabfälle in zylindrische Pellets gepresst, entsteht ein Brennstoff mit hoher Energiedichte.

Ein Pelletofen mit einem Wirkungsgrad von um die 90 % kann diese dann perfekt in Wärme umwandeln. Damit ist er dann nicht nur klimafreundlicher, sondern auch effizienter als die noch in vielen Haushalten verwendeten Gas- und Ölheizungen. Diese haben neben den hohen CO2-Emissionen auch den Nachteil, dass die fossilen Ressourcen immer knapper werden. Mit dem Umstieg auf eine Biomasse-Heizung wie den Pelletofen tun Sie daher der Umwelt etwas Gutes. Vom Staat werden Sie dabei mit einer umfangreichen Förderung unterstützt.

Kohle für Holz – Wie der Pelletofen bei der BEG EM gefördert wird

So liegt bei der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) der Regelfördersatz für Biomasse-Heizungen bei 35 %. Förderfähige Kosten sind dabei nicht nur die reinen Anschaffungskosten, sondern auch die sogenannten Umfeldmaßnahmen. Dazu zählen alle Arbeiten, die bei der Vorbereitung und Umsetzung des Heizungsprojekts anfallen sowie zur Steigerung der Energieeffizienz der Anlage beitragen.

Darunter fallen:

  • Installation und Inbetriebnahme (inkl. Einregulierung und Einweisung des Anlagenbetreibers)
  • Wärmespeicher
  • Brennstoffaustragung, -förderung und -zufuhr
  • Mess-, Steuer- und Reglungstechnik (MSR)
  • Anpassung des Abgassystems und Schornsteins
  • Einrichtung eines Lagers und eines Heiz- und Technikraums
  • Anpassung der Wärmeverteilung (z. B. Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern) und Warmwasserbereitung
  • Demontagearbeiten
  • Baunebenkosten
  • Beratung, Planung und Baubegleitung

Eine vollständige Übersicht hierzu bietet Ihnen ein Infoblatt des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). So deckt eine Einzelmaßnahmen-Förderung der BEG ein ganzes Maßnahmen-Paket ab, wenn die einzelnen Schritte für einen einwandfreien und effizienten Betrieb des Heizungssystems nötig sind.

Darf es noch etwas mehr sein? – Mit Boni zu höherem Fördersatz

Welche das sind, kann am besten ein Energieberater feststellen. Da die Heizleistung des Pelletofens auf den Wärmebedarf des Gebäudes abgestimmt werden muss, kann es sich bei einem Altbau lohnen, auch in eine verbesserte Dämmung zu investieren. Denn auch dafür erhalten Sie eine staatliche Förderung. Bei der Durchführung mehrerer Maßnahmen empfiehlt sich die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP). Sie erhalten dafür nicht nur eine Kostenerstattung von 80 % im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude (EBW). Dessen Verwendung beim Heizungstausch bringt Ihnen auch einen Bonus von 5 %.

Ebenfalls um 5 % erhöht sich der Fördersatz, wenn Sie sich für einen Pelletofen oder Pellet-Kaminofen entscheiden, der besonders emissionsarm ist. Setzt er also maximal 2,5 mg/m3 Feinstaub frei, bekommen Sie einen Innovationsbonus. Anlagen, die diese Anforderung erfüllen, finden Sie auf einer Liste des BAFA.

Emissionsarm sind Pelletöfen, wie eingangs erwähnt, auch in Bezug auf CO2. So ist der Ausstoß rund 92,6 % niedriger als bei alten Ölheizungen. Da diese zusätzlich einen hohen Energieverbrauch haben, besteht bereits seit einigen Jahren eine Austauschpflicht. Diese ist seit Einführung der BEG nicht mehr Ausschlusskriterium für eine Förderung. Im Gegenteil: Ersetzen Sie einen veralteten Ölkessel durch ein umweltfreundlicheres Heizsystem, wie einen Pelletofen, bekommen Sie sogar noch eine Austauschprämie von 10 %.

Je mehr der Pelletofen also zur Verbesserung der Ökobilanz Ihrer Wärmeversorgung beiträgt, desto größer fällt der staatliche Zuschuss aus. So kann für Sie eine Erstattung von bis zu 55 % der Investitionskosten drin sein.

Wohin wenden? – Antragsverfahren bei BAFA und KfW

Um diese zu bekommen, müssen Sie einen Förderantrag bei entweder dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder der Bankengruppe KfW stellen. Beim BAFA erhalten den direkten Investitionszuschuss des Programms BEG EM. Die Beantragung muss dabei jedoch noch vor der Beauftragung eines Unternehmens oder dem Kauf von Materialien über ein Online-Formular erfolgen.

An die KfW wenden Sie sich indes, wenn Sie an den Effizienzhaus-Programmen BEG WG (Wohngebäude) oder BEG NWG (Nichtwohngebäude) interessiert sind. Außerdem bekommen Sie dort auch einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss, wenn Ihr Kapital nicht für die Umsetzung der angestrebten Maßnahme ausreicht. Die Antragsstellung läuft dabei über ein Finanzinstitut Ihrer Wahl.

Sobald Ihnen eine Eingangsbestätigung vorliegt, können Sie mit Ihrem Projekt beginnen. Mit Eintreffen des Zuwendungsbescheids bleiben Ihnen 24 Monate bis zu dessen Fertigstellung (Bewilligungsfrist). Danach müssen Sie innerhalb von 6 Monaten anhand von Rechnungen und anderen Unterlagen einen Verwendungsnachweis erbringen. Bestätigt dieser die Förderfähigkeit Ihrer Maßnahme, bekommen Sie im Anschluss die Erstattung.

Must-have – Förderkriterien für Pelletöfen

Denn nur, wenn ein Pelletofen bestimmte Anforderungen erfüllt, haben Sie Anspruch auf eine Förderung. So gibt es den Zuschuss nur für automatisch beschickte wasserführende Pelletöfen, die das Gebäude zu mindestens 50 % mit Raumwärme und Warmwasser versorgen. Im Falle von kleinen Wohnungen oder Niedrigenergiehäusern ist es sogar möglich, dass ein Pelletofen als Zentralheizung fungiert. Dafür allerdings muss er über ausreichend Leistung und Wirkungsgrad verfügen.

Voraussetzung für eine Förderung sind eine Nennwärmeleistung von mindestens 5 kW und ein Wirkungsgrad von mindestens 90 %. Auch die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs des Heizsystems ist vorgeschrieben. In Bezug auf Emissionen liegen die Grenzwerte bei 15 mg Feinstaub und 200 mg Kohlenmonoxid je m3 Abluft. Außerdem bedarf es einer Messeinrichtung zur Erfassung des Wärmeertrags.

Gemeinsam stärker – Den Pelletofen mit anderen Wärmeerzeugern kombinieren

Ein Pufferspeicher ist für die Pelletofen-Förderung nicht erforderlich. Er wird jedoch von Experten empfohlen, um Überhitzung zu vermeiden. Außerdem lässt sich der Pelletofen dadurch mit anderen Wärmeerzeugern koppeln. Auf diese Weise können Sie dessen Effizienz noch weiter steigern. So ermöglicht die Kombination mit einer Solarthermie-Anlage, dass diese im Sommer die Warmwasserbereitung übernimmt und Sie den Pellet-Kaminofen dann ausschalten können.

Wenn Sie Ihr Wasser per Solarthermie erwärmen, kann der Pelletofen im Sommer aus bleiben. | Abbildung: Buderus

Der Pelletofen kann aber auch eine Wärmepumpe bei der Arbeit unterstützen. Dadurch reduziert sich deren Stromverbrauch, was wiederum das Stromnetz entlastet und Ihre CO2-Bilanz verbessert. Ein Pelletofen eignet sich aber nicht nur als Bestandteil einer Erneuerbaren-Energien-Hybridheizung.

Sie können ihn auch mit einer modernen Gasheizung kombinieren. Übernimmt der Pellet-Kaminofen dabei mindestens 25 % der Wärmeversorgung, wird das System als Gas-Hybridheizung förderfähig. Sie bekommen dann einen Zuschuss von mindestens 30%. Bauen Sie dagegen nur eine Gasheizung ein, bleibt eine Unterstützung von staatlicher Seite aus.

Mit dem Staat gespart – Wie die Förderung Pelletofen-Kosten senkt

Die Anschaffung eines Pelletofens kann sich also in mehrfacher Hinsicht lohnen. Natürlich müssen Sie dafür auch einen gewissen Betrag investieren. So liegen die Anschaffungspreise für einen wasserführenden Pelletofen je nach Größe und Modell bei ungefähr 2.000 bis 6.000 Euro. Ein Pelletlager kostet zwischen 1.000 und 4.000 Euro und ein Fördersystem 500 bis 3.000 Euro. Fügen Sie auch einen Pufferspeicher hinzu, erhöht sich Ihre Rechnung um 500 bis 1.000 Euro. Für die Installation kommen dann noch einmal 2.000 bis 3.000 Euro dazu.

Bildet man den Mittelwert aller Posten, ergeben sich für einen Pelletofen Investitionskosten von rund 11.500 Euro. Durch die BEG EM-Förderung können Sie diese auf knapp über 5.000 Euro reduzieren.

Kosten Pelletofen (inkl. Zubehör und Installation)

11.500 €

Regelförderung

35 %

- 4.025 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 1.150 €

iSFP-Bonus

5 %

- 575 €

Innovationsbonus

5 %

- 575 €

Kosten nach maximaler Förderung

5.175 €

Möchten Sie sich gleich eine ganze EE-Hybridheizung zulegen, kommen bei Kombination mit einer Solarthermie-Anlage noch einmal ungefähr 8.000 Euro hinzu. Der staatliche Zuschuss kann dann über 10.000 Euro betragen.

Kosten Pelletofen (inkl. Zubehör und Installation)

11.500 €

Kosten Solarthermie-Anlage

8.000 €

19.500 €

Regelförderung

35 %

- 6.825 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 1.950 €

iSFP-Bonus

5 %

- 975 €

Innovationsbonus

5 %

- 975 €

Kosten nach maximaler Förderung

8.775 €

Haben Sie hingegen vor, Ihre Wärmeversorgung mit einer Gas-Hybridheizung bestreiten, müssen Sie für den Gasbrennwertkessel rund 4.500 Euro einkalkulieren. Dank des umweltfreundlichen Pelletofens bekommen Sie für das Gesamtsystem bis zu 50 % der Investitionskosten erstattet.

Kosten Pelletofen (inkl. Zubehör und Installation)

11.500 €

Kosten Solarthermie-Anlage

4.500 €

16.000 €

Regelförderung

30 %

- 4.800 €

Austauschprämie Ölheizung

10 %

- 1.600 €

iSFP-Bonus

5 %

- 800 €

Innovationsbonus

5 %

- 800 €

Kosten nach maximaler Förderung

8.000 €

Unter Umständen brauchen Sie auch einen neuen Schornstein. So sind vorhandene Schornsteine meist nicht für die geringen Abgastemperaturen der Pelletöfen geeignet. Denn ist der Durchmesser zu groß, kondensieren die Abgase innerhalb des Schornsteins, was zu Feuchteschäden führen kann. Auch ein Rußbrand ist möglich. Ist der Einbau eines an einen Pelletofen angepassten Schornsteins erforderlich, werden Sie dafür 2.000 bis 8.000 Euro ausgeben müssen.

Weitere Kosten könnten durch die Demontage der alten Anlage sowie eine Ausbesserung von Heizungsrohren oder Heizkörpern anfallen. Da all diese Arbeiten jedoch zu den Umfeldmaßnahmen zählen, sind auch sie in die Förderung miteingeschlossen.

Grenzwerte – Welche Förderbeträge zur Verfügung stehen

Insgesamt steht Ihnen für den Heizungstausch in einem Wohnhaus eine Fördersumme von bis zu 60.000 Euro zur Verfügung. Bei einem Nichtwohngebäude sind es maximal 1.000 Euro je m2 (bzw. 15 Millionen je Zuwendungsbescheid). Die Bagatellgrenze, also der Mindestförderbetrag, liegt derweil bei 2.000 Euro.

Sie erhalten aber nicht nur bei einer kompletten Erneuerung Ihrer Heizungsanlage einen Zuschuss vom Staat. Auch bei der Heizungsoptimierung unterstützt dieser Sie. Besitzen Sie also bereits einen mindestens zwei Jahre alten Pelletofen und möchten nun Maßnahmen zu dessen Effizienzsteigerung vornehmen, können Sie sich 20 % der Ausgaben zurückholen. Die Bagatellgrenze beträgt dabei 300 Euro.

Bietet Ihr Bundesland oder Ihre Kommune ebenfalls eine Förderung für erneuerbare Heizsysteme an, dürfen Sie diese zusätzlich in Anspruch nehmen. Der Gesamtfördersatz beträgt in dem Fall 60 %. Mit anderen Programmen des BAFA oder der KfW kann die BEG indes nicht kombiniert werden. Auch eine Steuerrückerstattung bekommen Sie für bereits über die BEG geförderte Ausgaben nicht.

Die Steuerförderung reicht mit 20 % zwar nicht an die Fördersätze der BEG heran. Sie bringt Ihnen aber zumindest einen Teil Ihrer Investitionskosten zurück, wenn es für die Beantragung der BEG schon zu spät ist. Denn haben Sie bereits einen Pelletofen gekauft oder eine Fachfirma mit dem Einbau beauftragt, bleibt Ihnen nur noch, die Kosten mit der Steuererklärung geltend zu machen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Ihr Haus mindestens 10 Jahre alt ist und Sie es selbst bewohnen.

Erst bei Effizienz – Pelletofen-Förderung bei Neubau und Sanierung

Sowohl die BEG EM also auch die Steuerförderung sind also nur bei Bestandsgebäuden anwendbar. Ist Ihre Immobilie hingegen nicht älter als 5 Jahre, bekommen Sie die Kosten für einen Pelletofen nur dann bezuschusst, wenn Ihr Neubau bei Transmissionswärmeverlust und Jahresprimärenergiebedarf die Grenzwerte eines Effizienzhauses einhält. Denn je besser die Gebäudehülle gedämmt ist, desto weniger müssen Sie heizen. Verwenden Sie dabei Holz, profitieren Sie davon, dass dieses als nachwachsender Rohstoff nur einen Primärenergiefaktor von 0,2 hat. Der Einbau eines Pelletofens trägt also in jedem Fall zum Erreichen einer Effizienzhausstufe bei. Das gilt auch, wenn Sie einen Altbau nicht nur mit einer neuen Heizung ausstatten, sondern umfassend sanieren.

Egal, ob Neubau oder Altbau: Mit einem effizienten, auf erneuerbaren Energien basierenden Heizsystem leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen. Die Bundesregierung honoriert dies durch die Förderung des Einbaus beziehungsweise der Umrüstung. Sie sparen also bei einem Pelletofen nicht erst beim Verbrennen der im Vergleich zu Öl und Gas billigeren Pellets, sondern schon bei dessen Anschaffung.

Ein Fachbetrieb kann Ihnen dabei helfen, einen auf Ihr Gebäude und Ihren Wärmebedarf ausgelegten Pelletofen auszuwählen und einzubauen. Somit steht dann einer behaglichen Atmosphäre an kalten Wintertagen nichts mehr im Weg.

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