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Steuerung und Regelung einer Infrarotheizung

Bedient wird eine Infrarotheizung über ein Thermostat: ein kleines Gerät, dass die Raumtemperatur misst und entsprechende Einstellmöglichkeiten bietet, um die Infrarotheizung ein- und auszuschalten. Das Thermostat muss beim Kauf mit ausgesucht werden, da Infrarot-Heizkörper allein über keine Möglichkeit zur Steuerung und Regelung verfügen. Welche Thermostate der Markt bereithält haben wir uns hier genauer angesehen.
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Welches Thermostat für eine Infrarotheizung wählen?

Wie bei vielen Herstellern nachzulesen ist, werden in Infrarot-Heizkörper (Plattenheizelemente für Wand und Decke) grundsätzlich keine Thermostate eingebaut. Das hat zum einen den Grund, dass ein eingebautes Thermostat die Raumtemperatur nicht richtig messen könnte wenn es direkt im Gerät sitzt. Es benötigt immer einen gewissen Abstand zum Heizgerät, damit die Steuerung und Regelung einwandfrei funktioniert.

Zum anderen werden Infrarotheizungen werksseitig immer ohne Thermostat (und sonstige elektronische Teile, Regler oder Schalter) ausgeliefert, da elektronische Bauteile meist eine geringere Lebensdauer haben als das Heizgerät selbst. Würden elektronische Teile ausfallen, dann würde das gesamte Heizgerät nicht mehr funktionieren obwohl die Technik selbst noch intakt ist.

Die Frage nach einem geeigneten Thermostat stellt sich bei Infrarotheizungen deshalb auf unterschiedliche Weise. Eine Infrarotheizung, die fest an die Hauselektrik angeschlossen wird (ohne Netzstecker), erhält im Zuge des Einbaus durch einen Fachmann automatisch weitere Technik, die zur Steuerung und Regelung der Heizung notwendig ist. Plattenheizelemente, die mit einem Netzstecker über eine gewöhnliche 230V Steckdose betrieben werden, funktionieren prinzipiell auch ohne Thermostat. Stecker rein und die Infrarotheizung läuft so lange bis Sie den Netzstecker wieder ziehen. In einer Gartenlaube ist solch ein Betrieb womöglich ausreichend, für den eigenen Wohnraum ist es auf Dauer wenig komfortabel. Deshalb bieten Hersteller zur Steuerung und Regelung dieser Geräte zusätzlich immer auch eine Reihe verschiedener Thermostate an, um die Heizung komfortabel bedienen zu können.

1.) Thermostate für Infrarotheizungen mit Netzstecker

Wird eine Infrarotheizung via Netzstecker direkt an eine 230V Steckdose angeschlossen, dann wird als Thermostat ein Gerät zwischen den Netzstecker und die Steckdose gesteckt (Netzstecker der Infrarotheizung steckt im Gerät und das Gerät in der Steckdose). Dieses Gerät kann entweder selbst das Thermostat sein (wird dann als "Steckerthermostat" bezeichnet) oder das Gerät ist ein Funkempfänger, der über ein separates "Funkthermostat" angesteuert wird. Vereinzelt finden sich auch Geräte, wo die Konstellation aus Funkempfänger und Funk Thermostat mit einer Kabelverbindung gelöst wurde.

Thermostate, die nicht direkt an der Steckdose sitzen, sind prinzipiell etwas bequemer zu bedienen, da man sich nicht bücken muss um an das Thermostat heranzukommen (da Steckdosen meist auf Fußleistenhöhe angebracht sind). Außerdem hat ein Funk Thermostat, was frei im Raum angebracht werden kann den Vorteil, dass die Raumtemperatur exakter in den relevanten Bereichen gemessen werden kann und nicht nur dort, wo aus baulichen Gründen eine Steckdose vorhanden ist. Das Kabel von der Infrarotheizung zur Steckdose ist jedoch bei all diesen Thermostaten zu sehen.

Technische Ausführungen von Stecker- und Funkthermostaten

Steckerthermostate gibt es entweder in analoger Ausführung mit einem Stellrädchen für die Raumtemperatur oder mit vereinfachter digitaler Steuerung und Regelung mit kleinem Display.

Funkthermostate, die als gesonderte Geräte einen Steckdosen-Empfänger ansteuern, werden heute überwiegend mit übersichtlichen Displays angeboten. Die Bedienung erfolgt entweder über Tasten am Gerät, per Touchscreen oder bei einem besonders modernen Funk Thermostat auch via Internet und Smartphone App. Für öffentliche Räume bieten einzelne Hersteller auch Thermostat Abdeckungen an, damit die Programmierung der Heizgeräte nicht verstellt werden kann. Einfache Funkthermostate mit Stellrädchen werden für eine Infrarotheizung mit Netzstecker nur vereinzelt angeboten.

Das Funk Thermostat kann an einer beliebigen Stelle im Raum an der Wand (Aufputz) befestigt werden. Meist dort, wo es zur Steuerung und Regelung leicht zugänglich ist und die Raumtemperatur gut messen kann. Versorgt wird solch ein Thermostat über handelsübliche Batterien. Einige Hersteller bieten auch mobile Geräte an, die nicht an der Wand befestigt werden müssen, sondern z.B. auf einen Unterschrank oder Tisch gestellt werden können.

Steuern Steckerthermostate jeweils nur die eine angeschlossene Infrarotheizung, so können Funkthermostate mehrere Infrarotheizungen gleichzeitig ansteuern (ein Hersteller gibt z.B. 9 Geräte an). Das hat den Vorteil, dass die Steuerung und Regelung zentral für alle Infrarot-Heizgeräte vorgenommen werden kann. Bei Steckerthermostaten müssen Sie jede Infrarotheizung einzeln bedienen. Um jede Infrarotheizung mit einem eigenen Funkempfänger für die Steckdose ausrüsten zu können, bieten viele Hersteller diese einzeln zum Nachkaufen an.

Vorteile digitaler Thermostate

Mit einem digitalen Thermostat (egal ob Stecker Thermostat oder Funk Thermostat) lässt sich wesentlich komfortabler, bedarfsorientierter und am Ende auch etwas energiesparender heizen als mit einem analogen Thermostat mit Stellrädchen. Hier lässt sich nur die gewünschte Raumtemperatur einstellen. Ist es im Raum zu kalt, schaltet das Thermostat die Infrarotheizung ein und lässt das Gerät so lange heizen, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist. Mehr Einstellmöglichkeiten gibt es nicht.

Ein digitales Thermostat hingegen lässt sich programmieren: an welchem Wochentag soll es zu welchen Uhrzeiten wie warm im jeweiligen Raum sein? So lässt sich z.B. im Badezimmer die Infrarotheizung an Werktagen kurz vor dem Aufstehen automatisch ein- und auch wieder abstellen, wenn die Familie eine Stunde später im Bad fertig ist. Für die Wochenenden wird die Einschaltzeit dann z.B. um einige Stunden nach hinten verlegt. Diese Ein- und Ausschaltfunktion gibt es dann entweder als Zeitschaltuhr (die Infrarotheizung läuft immer im eingestellten Zeitraum ohne Rücksicht auf die erreichte Raumtemperatur) oder mit temperaturabhängiger Zeitschaltung, dass die Infrarotheizung in einem bestimmten Zeitraum eine voreingestellte Raumtemperatur halten soll. Auf 0,1°C genau messen moderne Thermostate heute die Raumtemperatur.

Zusätzlich zur komfortablen Steuerung und Regelung speichert ein digitales Thermostat je nach Qualität auch die Betriebsstunden der Infrarotheizung, stellt Sommer- und Winterzeit automatisch um und bietet eine Kindersicherung oder auch Frostschutz Funktion mit an. (Wo sich eine Infrarotheizung prinzipiell überall nutzen lässt zeigt unsere Übersicht der Einsatzbereiche.)

2.) Thermostate für direkt angeschlossene Infrarotheizungen

Wird eine Infrarotheizung direkt an die Hauselektrik angeschlossen sind keine Steckdosen mehr im Spiel. Folglich funktionieren auch die vorgestellten Steckerthermostate und Funk-Steckerthermostate hier nicht.

Bei einer direkten Verkabelung erhält die Infrarotheizung einen eigenen verkabelten Empfänger, der hinter dem Heizgerät in die Wand eingebaut wird in eine Unterputzdose. Alternativ kann der Empfänger auch aufputz seitlich zwischen Infrarotheizung und Wand eingebaut werden. Oder es wird ein zentraler Empfänger in die Wand gesetzt, an den je nach Leistung mehrere Infrarot-Heizgeräte angeschlossen werden. Diese Empfänger sind dann entweder über Funk oder per Kabel mit einem Thermostat verbinden. Kabelverbindungen (in der Wand) vom Thermostat zum Empfänger der Infrarotheizung sind bei einem Festeinbau weitaus häufiger anzutreffen und auch üblicher als bei einer Infrarotheizung mit Netzstecker. Ebenso werden mitunter auch mehrere Thermostate in einem Raum eingebaut. So lassen sich (in der Fachsprache) verschiedene "Bedarfszonen" für die Raumtemperatur einrichten.

Für die Steuerung und Regelung stehen ebenso analoge Thermostate mit Stellrädchen wie digitale Thermostate mit Display und Programmierung zur Auswahl. Diese unterscheiden sich optisch und in ihrer Funktion kaum von den vorgestellten Thermostaten für Infrarotheizungen mit Netzstecker. Sie lassen sich oftmals aber auch unterputz einbauen, um dem Festeinbau der Infrarotheizung auch mit dem Thermostat ein einheitliches Bild zu geben. Um eventuelle Stemmarbeiten, Verlegearbeiten für die Elektrik, das Verputzen von Wänden und neu Tapezieren bzw. Streichen kommen Sie bei einer fest installierten Infrarotheizung also nicht herum. Im Ergebnis wirkt es jedoch deutlich harmonischer und weniger provisorisch. Es sind keinerlei Kabel mehr zu sehen und auch die Steckdosen im Raum bleiben frei.

Weitere Informationen zur Technikauswahl finden Sie auch in unserer Kaufberatung für eine Infrarotheizung sowie in unserer Übersicht zu Qualitätsmerkmalen. Sollten Sie sich weiterhin unschlüssig sein, können Sie sich auch von einem Fachbetrieb aus Ihrer Region beraten lassen. Unverbindlich und kostenfrei über unseren Angebotsservice.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de