Wirtschaftliche Alternative zu Nachtspeicheröfen

Wenn Nachtspeicheröfen oder eine zentrale Nachtspeicherheizung (Blockspeicherheizung) ausgetauscht werden sollen stellt sich die Frage nach einer Alternative. Möglich scheint zunächst vieles, doch entscheiden wird sich der Austausch von Nachtspeicheröfen bzw. einer Nachtspeicherheizung im Großteil der Sanierungsfälle an der Wirtschaftlichkeit: Lohnt sich die Investition in eine andere Heizung überhaupt? Und wenn ja, in welche Heizung? Diesen Fragen ist ein Gutachten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung nachgegangen.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Alternative zu Nachtspeicheröfen & Nachtspeicherheizung - Studie

© Jürgen Fälchle - Fotolia.com

Das "Gutachten zur Außerbetriebnahme von elektrischen Nachtspeicherheizungen" aus dem Jahr 2008 ist bis heute die einzige Studie, die sich kritisch mit der Frage auseinandersetzt, welche Alternative zu Nachtspeicheröfen und einer Nachtspeicherheizung auch wirtschaftlich sinnvoll ist und wo die Wirtschaftlichkeit dem Nachtspeicher Austausch Grenzen setzt. Als wirtschaftlich sinnvolle Alternative gilt die Heizungsanlage, die sich vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer amortisiert. (Vorbemerkung: auch wenn die Energiekosten von heute nicht mit 2008 vergleichbar sind liefert das Gutachten im Kern zahlreiche Ansätze, welche Alternative zu Nachtspeicheröfen und Nachtspeicherheizung je nach Gebäudesituation denkbar ist.)

Untersucht wurden als Alternative zur Erneuerung und Beibehaltung der Nachtspeicheröfen bzw. zentralen Nachtspeicherheizung ein Gasbrennwertgerät, ein Ölheizkessel, ein Holzpelletkessel mit und ohne Solarthermieanlage, der Anschluss an ein Nah-/Fernwärmenetz (KWK) sowie eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Das Gutachten bezieht sich anhand von drei Gebäuden exemplarisch auf den Großteil des elektrobeheizten Bestands in Deutschland: ein Einfamilien-Reihenhaus (10 kW Heizlast), ein freistehendes Einfamilienhaus (16 kW Heizlast) sowie ein Sechsfamilienhaus (45 kW Heizlast).

Ergebnis: Gasbrennwert & Nah-/Fernwärme als Alternative

Als wirtschaftliche sinnvolle Alternative zu Nachtspeicheröfen und einer Nachtspeicherheizung sieht das Gutachten übergreifend in allen drei Gebäudeklassen den Gasbrennwertkessel an (sofern ein Gasanschluss vorhanden / möglich ist) sowie als weitere Alternative den Anschluss an ein Nah-/Fernwärmenetz, wobei der Austausch einer zentralen Nachtspeicherheizung (Blockspeicherheizung) in der Regel die wirtschaftlich günstigere Alternative ist als bei Nachtspeicheröfen.

Für das Mehrfamilienhaus ist laut Gutachten auch die Öl- und Pelletheizung (mit / ohne Solarthermie) eine wirtschaftliche Alternative zu Nachtspeicheröfen bzw. einer zentralen Nachtspeicherheizung. Ist eine Anschluss an Gas oder Nah-/Fernwärme nicht möglich, so ist laut Gutachten ein wirtschaftlicher Austausch von Nachtspeicheröfen bzw. einer Nachtspeicherheizung nur mit Fördermitteln eine Alternative. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe sieht das Gutachten in keinem der Gebäude als wirtschaftliche Alternative zu Nachtspeicheröfen oder einer Nachtspeicherheizung an.Das Gutachten berücksichtigt weiterhin zahlreiche wirtschaftliche Einflüsse wie das Vorhandensein eines Schornsteins, den Einfluss der Dämmung und des Restwerts der Nachtspeicheröfen und Nachtspeicherheizung, auf die wie hier nicht näher eingehen können. Alles weitere zur Nachtspeicher Alternative können Sie in der Studie nachlesen, die Sie hier herunterladen können.

Wenn Sie eine Nachtspeicherheizung oder Nachtspeicheröfen austauschen wollen, lassen Sie sich in jedem Fall noch von einem Fachbetrieb für Elektroheizungen aus Ihrer Region beraten.

Weiterlesen zum Thema "Nachtspeicherofen"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Elektroheizung

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Umrüstung von Nachtspeicher auf Gasheizung: Kosten?

Ich habe aktuell eine Nachtspeicherheizung, die ich nun gegen eine Gasheizung austauschen möchte. Dabei müsste auch alles neu verrohrt werden und insgesamt 12 neue Heizkörper installiert werden. Wer kann mir bei der Umsetzung des Projektes helfen? Mit welchen Kosten habe ich zu rechnen?
Antwort eines Haus&Co Experten

Eine Übersicht der zu erwartenden Kosten:

1) Gasanschluss: falls noch keine Gasleitung liegt, muss eine zu Ihnen geführt werden (sofern Gas an der Straße vorhanden ist). Die Kosten dafür sind regional sehr unterschiedlich. Es werden in der Regel verschiedene Staffeln angesetzt - je nach Länge der Leitung. Die Kosten reichen da von 1.150 Euro bis über 3.000 Euro.

Eine Alternative ist ein Flüssiggastank, der jedoch draußen aufgestellt werden muss (oder mindestens ebenerdig).

2) Kosten für Heizkörper und Verrohrung

Die Kosten für Heizkörper sind natürlich sehr unterschiedlich - je nachdem welche Art von Heizkörpern gewünscht ist, können die Kosten samt Montage, Material und Anschluss 250 bis 500 Euro pro Heizkörper.

3) Schornstein außen: ca. 700 Euro im Schnitt

4) Gasbrennwertheizung samt Speicher: je nach Hersteller und Gerät zwischen 6.000 bis 9.000 Euro

Eine genauere Aufschlüsselung der Kosten finden Sie hier: https://www.heizungsfinder.de/gasheizung/kosten-preise

Nachtspeicheröfen von AEG: Asbestbelastung?

In meiner neuen Wohnung, die ich im Dezember 2016 bezogen habe befinden sich Nachtspeicheröfen von AEG. Die Bezeichnungen WSP 758 7,5 kw oder WSP 508 5 kw mit den Fertigungsnummern F.Nr. 074 oder 015 Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, bzw. gelesen, dass die Geräte von AEG bis in das Jahr 1976 asbesthaltig sind und ab dem Jahr 1977 asbestfrei sein sollen.
Antwort eines Haus&Co Experten

Ob Ihr Nachtspeicherofen durch Asbest belastet ist, finden Sie unter anderem online in Listen wie dieser hier: https://www.heizungsfinder.de/elektroheizung/nachtspeicherheizung/asbest-liste#aeg
Dort sind alle Modelle des Herstellers AEG aufgeführt, die asbesthaltig sind.

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