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Welche Elektroheizung für welchen Zweck?

Ist eine Elektroheizung heute noch zeitgemäß? Mit diesem Vorurteil kämpft die Branche seit Jahren. "Durchaus" ist unser Fazit an dieser Stelle! Denn moderne Elektroheizungen haben nichts mehr mit dem angestaubten Image von Nachtspeicheröfen gemein. Heute besetzen Elektroheizungen gezielt eine Hand voll Nischen, in denen die Geräte ihre Vorteile voll ausspielen. Teil 1 unserer Checkliste zur Anschaffung einer Elektroheizung gibt Ihnen einen Überblick, wo Elektro­heizungen sinnvoll zum Einsatz kommen und welche Geräte der Markt jeweils bereithält.
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Elektroheizungs-Checkliste Teil 1: Einsatzbereiche & passende Systeme

Oft sind Hausbesitzer, Gebäudeverwaltungen, Gewerbetreibende, Gastronomen oder Industrie­betriebe auf der Suche nach einem Heizsystem für einen speziellen Zweck und wissen gar nicht, dass sie (eigentlich) eine Elektroheizung suchen, da diese von vornherein ausgeschlossen wird. Zu Unrecht! Elektroheizungen sind wirtschaftlich immer dann im Vorteil, wenn Wärme nur vorübergehend, kurzzeitig oder in geringem Umfang gebraucht wird und das entsprechende Heizsystem möglich preisgünstig sein soll und keine Bereitschafts- und Wartungskosten verursacht.

In diesen Situation lohnt es sich, über eine Elektroheizung nachzudenken

  • Austausch alter Nachtspeicher durch moderne Flächenspeicherheizungen: Gebäude, in denen elektrische Nachtspeicherheizungen verbaut wurden und keine Warmwasserleitungen liegen, Kellerräume oder ein Gasanschluss fehlen, können mit modernen Flächenspeicher­heizungen saniert werden. In diesem Fall sollten die Betriebskosten mit den Sanierungs­kosten und anschließenden Einsparungen bei den Betriebskosten einer Zentralheizung gegengerechnet werden.

  • Kostengünstige Heizungsmodernisierung bei guter Wärmedämmung: Gas- und Pelletheizungen sowie Wärmepumpen und Solarthermie Anlagen punkten durch niedrige Energiekosten. Die Anschaffung in Installation dieser Anlagen kostet zunächst jedoch eine Menge Geld, im Einfamilienhaus zwischen 6.000€ und 20.000€. Im Einzelfall kann es sich bei gut gedämmten Häusern lohnen, die Anschaffungs- und Betriebskosten mit denen einer modernen Infrarotheizung (Flächenheizung) oder Flächenspeicherheizungen gegenzurechnen, die in der Anschaffung wesentlich günstiger sind. Einen ersten Eindruck liefert hierzu unser Heizungsratgeber.

  • Heizkörper freie Innenräume: Steht die Innenarchitektur einzelner Räume im Vordergrund, in den aus Designgründen auf Heizkörper verzichtet werden soll, bietet sich eine elektrische Innenwandheizung, Deckenheizung oder Fußbodenheizung als Einzelraumheizung an. Dünne Heizfolien oder Heizmatten verschwinden unsichtbar in der Wand und versorgen den Raum über Infrarotstrahlung mit Wärme.

  • Freizeiträumlichkeiten wie Hobbykeller, Gartenhäuschen oder Ferienhäuser beheizen: Ähnlich wie bei selten genutzten Wasserhähnen sind Elektroheizungen für zeitweilig genutzte Räumlichkeiten eine wirtschaftliche Lösung. Hier kommen elektrische Direktheizungen zum Einsatz, die beim Einschalten sofort Wärme bereitstellen ohne Vorlaufzeit. Besonders bei Wochenend- und Ferienhäuser, die viele Wochen oder Monate im Jahr nicht bewohnt und beheizt werden, amortisiert sich eine Zentralheizung aufgrund der geringen Betriebsstunden nicht.
  • Aufwertung von Wohnräumen mit einem Kamin: Fehlt in Einfamilienhäusern ein Schornstein, so kann ein Elektrokamin für wohlige Wärme sorgen.
  • Kurzfristige zusätzliche Wärme in der Übergangsjahreszeit: Im Frühling oder Herbst, wenn die Zentralheizung des Hauses noch nicht im Betrieb ist, lohnt es sich an kalten Tagen eine elektrische Zusatzheizung einzuschalten. Zum Beispiel, um morgens das Bad schnell und für kurze Zeit warm zu bekommen oder einen Besprechungsraum im Büro kurzzeitig zu heizen. Für diese Zwecke kommen mobile Standkonvektoren, Radiatoren, Schnellheizer oder Heizlüfter zum Einsatz. Alternativ kann eine entsprechende Elektroheizung auch fest im Raum installiert werden in Form eines dekorativen Bildes, Spiegels oder Natursteins (Bild- / Spiegel- / Naturstein­heizung), die via Infrarot Wärme produzieren. Ideal z.B. für Mietwohnungen!

  • Warmes Wasser in Gäste-WCs und Büroküchen: Wasch- und Geschirrspülbecken, die durchgehend genutzt aber wenig frequentiert werden, sind ein idealer Einsatzort für eine Elektroheizung. Warmwasserleitungen an diese Verbrauchsstellen zu legen ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, da nicht genug warmes Wasser verbraucht wird um die Baukosten zu refinanzieren. So genannte Durchlauferhitzer, Untertischspeicher, Kleinspeicher oder Klein- bzw. Mini-Durchlauferhitzer werden einfach an die vorhanden Kaltwasserleitungen angeschlossen und via Steckdose betrieben. Die geringen Anschaffungskosten wiegen die Betriebskosten auf.

  • Gebäude im Winter eisfrei halten: Dachrinnen, Gehwege und Rohrleitungen frieren in strengen Wintern zu und können zu Schäden am Gebäude führen. Unsichtbare elektrische Heizleiter in Form von Dachrinnenheizungen, Freiflächenheizungen oder Rohrbegleitheizungen sorgen dafür, dass diese eisfrei bleiben.

  • Produktions- und Lagerhallen heizen: Große Hallenkomplexe sind aufgrund der immensen Luftmengen schwer mit herkömmlichen Zentralheizsystemen zu heizen. Hier haben sich elektrische Hallenheizungen etabliert. Großfläche Deckenstrahler erwärmen nicht die Luft, sondern via Wärmestrahlung Gegenstände und Menschen, die sich in den Hallen aufhalten.
  • Wärme für Außenbereiche in der Gastronomie: Was für große Lagerhallen funktioniert, funktioniert auch in Biergärten und Straßencafés. Gäste können bis weit in den Herbst und bereits wieder im Frühjahr in den Außenbereichen von Gaststätten und Lokalen sitzen, da Infrarotstrahler (Deckenstrahler, Freiluftheizung) wohlige Wärme spenden vergleichbar mit den ersten bzw. letzten Sonnenstrahlen im Jahr.

  • Kirchenbänke beheizen: Kirchengebäude haben nahezu das ganze Jahr eine konstante Temperatur unter 10°C durch ihre massive Bauweise. Langes Sitzen bei Messen lässt die Kirchengemeinde schnell frieren. Abhilfe schaffen hier elektrische Sitzbankheizungen (Rippenhohrheizgeräte), die je nach Bedarf ein- und ausgeschaltet werden können.

Im weiteren Verlauf unserer Checkliste konzentrieren wir uns ausschließlich auf fest installierte elektrische Raumheizungen mit Speicher- und Infrarot-Technik. Teil 2 unserer Elektroheizungs-Checkliste wirft anschließend einen Blick auf die technischen und baulichen Voraussetzungen von elektrischen Raumheizungen. Zu allen genannten Elektroheizungen berät Sie jederzeit unabhängig und kostenfrei ein Fachbetrieb aus Ihrer Nähe. Oder nutzen Sie unverbindlich unseren Elektroheizungs-Rechner für eine erste Einschätzung.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de