Wärmewellenheizung: Kosten, Effizienz & Umweltbilanz

16. Dezember 2022
Wärmewellenheizung einstöpseln, einschalten und Wärme genießen – Ist das Nutzen der praktischen Elektroheizung wirklich so einfach? Im Prinzip ja. Wären da nicht die Fragen nach Schädlichkeit, Stromverbrauch, Effizienz und folglich nach den Kosten. Erfahren Sie, wie eine Wärmewellenheizung funktioniert und warum die Stromkosten so hoch werden können. Lesen Sie aber auch, warum ein Wärmewellenheizgerät bei richtiger Planung durchaus effizient und klimafreundlich sein kann.
Gina  Doormann
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Wärmewellenheizgerät: Inhalt im Überblick

Wärmewellenheizgerät im WohnraumEine Wärmewellenheizung sorgt für angenehme Strahlungswärme. | Bildquelle:AdobeStock_ProstoSvet

Was ist eine Wärmewellenheizung?

Bei der Wärmewellenheizung handelt es sich um eine Elektroheizung, die Strahlungswärme in Form von Infrarotstrahlung abgibt. Laut dem Bundesverband Infrarotheizung ist jedoch der Begriff "Infrarotstrahlen", nicht aber "Wärmwellen" physikalisch richtig. Dennoch ist die Bezeichnung "Wärmewelle" für diese Art der Heizwärme weit verbreitet und bekannt. Ob Wärmepilze am Glühweinstand oder elektrische Heizstrahler im Bad: Wärmewellenheizungen beziehungsweise Infrarotheizungen sind im Alltag an vielerlei Orten präsent. Im privaten Haushalt lässt sich die Wärmewellenheizung, bei der es sich auch um eine Flächenheizung handelt, auf vielfältige Weise installieren: Wärmewellenheizungen sind als Spiegelheizungen, Glasheizungen, klassische Metallheizungen oder auch als gut getarnte Bildheizungen zu erwerben.

Ein Wärmewellenheizgerät erwärmt nicht die Luft, wie es bei Konvektionsheizungen der Fall ist, sondern stattdessen Gegenstände beziehungsweise Bausubstanz oder Körper, auf die die Wärmewellen treffen. Die Wärme der Infrarot-Wärmewellenheizung wird dabei als besonders angenehm empfunden. Das beste Beispiel für Wärmewellen sind Sonnenstrahlen: Diese fühlen sich auf der Haut sehr angenehm an. Da überdies durch Wärmewellen keine Staubpartikel aufgewirbelt werden, sollen Wärmewellenheizungen vor allem für Allergiker sehr sinnvoll und hilfreich sein.

Gut zu wissen

  • Zu den "echten" Wärmwellenheizungen zählen nur solche, die gemäß DIN EN IEC 60675-3 einen bestimmten Strahlungswirkungsgrad erreichen.
  • Jeder warme oder heiße Körper gibt Wärmestrahlung ab. Das ist im Stefan-Boltzmann-Gesetz beschrieben: Jeder Körper, dessen Temperatur über die des absoluten Nullpunktes von -273,15 Grad Celsius hinausgeht, gibt Wärmestrahlung ab.
  • Elektromagnetische Strahlung lässt sich nicht nur durch heiße Oberflächentemperaturen erzeugen: Auch verschiedene physikalische Prozesse, wie etwa der photoelektrische Effekt, der den Photovoltaikanlagen zugrunde liegt, erzeugen Strahlungswärme.

Wie funktioniert eine Wärmewellenheizung?

Bei anderen Heizungsarten, die auf Wärmeleitung beziehungsweise Konvektion basieren, ist der Heiz- beziehungsweise Wärmeeffekt zu einem großen Teil davon abhängig, dass ein Temperaturunterschied besteht. Die Wärmewellenheizung-Funktionsweise findet hingegen auf jeden Fall statt – solange der strahlende Körper wärmer ist als der absolute Nullpunkt. Welche Wärme dann aber letztlich auf dem angestrahlten Gegenstand oder Körper erreicht wird, hängt von dessen aktueller Ausgangstemperatur ab. Nur wenn er kühler ist als die eintreffenden Wärmewellen, wird er sich erwärmen.

Die Wärmwellenheizung gehört zu den elektrischen Direktheizungen. Sie erwärmt Raumluft indirekt: Indem die durch Strahlung aufgenommene Wärme von Gegenständen wieder an die Raumluft abgegeben wird. Diese Wärme wird von Menschen als besonders behaglich empfunden. Das bedeutet, mit einer Wärmewellenheizung entsteht eine hohe thermische Behaglichkeit. Denn die Wärmewellenheizung generiert eine mittlere Temperaturerhöhung der der gesamten Umgebungsflächen.

Die Elektro-Wärmewellenheizung kann als Zusatzheizung oder als Hauptheizung zum Einsatz kommen. Eine Zusatzheizung kommt zum Beispiel in einzelnen, nur selten genutzten Räumen zum Einsatz. Hierfür gibt es keine Auflagen. Kommt die Wärmewellenheizung aber als Hauptheizung zum Einsatz, so muss sie fachkundig installiert werden.

Wie sind Wärmewellenheizungen technisch aufgebaut?

Der grundsätzliche Aufbau aller Wärmewellenheizungen ist sehr ähnlich. Das Heizelement, durch das der Strom fließt, ist von einem Gehäuse umschlossen, das ganz unterschiedlich aussehen kann. Dabei ist das Heizelement ein elektrischer Widerstand und sorgt für die Umwandlung von elektrischer Energie in Wärmeenergie. Die Rückwand der Wärmewellenheizung ist thermisch gedämmt und das davor liegende flächige Heizelement strahlt die Wärm nach außen. Dieser Aufbau trifft auf die sogenannten Dunkelstrahler zu.

Dem gegenüber steht der Hellstrahler. Bei diesem kann das Heizelement sichtbar sein oder nicht. Es besteht aus einem Glühfaden oder aus einer Glühplatte. Üblicherweise befindet sich hinter dem Heizelement ein Reflektor, der dafür sorgt, dass die Wärme in einem Winkel nach vorne abgestrahlt wird. In die rückwärtige Richtung besteht nur noch eine minimale Abstrahlung.

Ist eine Wärmewellenheizung schädlich?

Eine Wärmewellenheizung oder Infrarotheizung ist nicht schädlich. Der Grund: Es handelt sich um Infrarot-C-Strahlen (IR-C-Strahlen). Diese dringen nur bis in die oberste Hautschicht, die Hornhaut, vor. Die so aufgenommene Wärme wird zwar als angenehm empfunden, hat aber keine weitere Wirkung.

Die Sorge, dass eine Wärmewellenheizung gesundheitsschädlich sein könnte, rührt aus einer grundlegenden Angst vor jeglicher Art von Strahlung. IR-C-Strahlen gehören aber nicht zu den schädlichen Strahlen. Zu diesen zählen etwa die IR-A und die IR-B-Strahlung: Diese sind kurzwellig und dringen tief ins Hautgewebe ein. Das kann zu Gewebeschäden führen. Wärmewellenheizung und Gesundheit hingegen stehen sich nicht entgegen.

Wärmewellenheizung Kosten

Wenn Sie eine Wärmewellenheizung kaufen möchten, ist natürlich neben der Funktionsweise und dem Erscheinungsbild die Frage nach den Kosten eines Wärmewellenheizgerätes relevant. Grundsätzlich sind sie in der Anschaffung günstiger als andere Heizungssysteme. Bei den laufenden Kosten sieht es anders aus: Hier können bei unvorsichtiger Anwendung mitunter sehr hohe Kosten auflaufen – vor allem, wenn die Strompreise besonders hoch sind.

Anschaffungskosten

Kleinere Wärmewellenheizungen mit einer geringen Leistung von etwa 300 Watt kosten etwa 45 Euro, während größere und leistungsstärkere Wärmewellenheizungen, die auch aufwändiger gestaltet sind, bis zu 600 Euro kosten können.

Geht es um Heizsäulen oder Standheizungen mit Wellenheizung ist das Spektrum wesentlich größer: Abhängig von Leistung und Größe können die Anschaffungskosten für eine Wärmewellenheizung hier zwischen 40 und 1.000 Euro liegen. Für eine Deckenheizung können 70 bis 600 Euro anfallen und für eine Wandheizung etwa 40 bis 1.600 Euro. Die Anschaffungspreise für eine Wärmewellenheizung schwanken stark – je nachdem, bei welchem Anbieter man schaut und welche Besonderheiten das einzelne Gerät mitbringt.

Eine staatliche Förderung gibt es für die Wärmewellenheizung allerdings nicht. Planen Sie den Einbau einer Wärmwellenheizung als Hauptheizung – etwa als Ersatz für ein fossil betriebenes Heizungssystem – so könnte das steuerliche Absetzen der Handwerkerkosten möglich sein. Lassen Sie diese Option am besten durch einen Fachhandwerksbetrieb prüfen.

Laufende Kosten der Wärmewellenheizung

Die Wärmewellenheizung hat, zum Beispiel im Vergleich mit einer Wärmepumpe, eine eher schlechte Energieeffizienz. Denn der Umwandlungsgrad von Strom in Wärmeenergie beträgt 1:1. Also bedeutet eine zugeführte Kilowattstunde Strom ziemlich genau eine Kilowattstunde Heizenergie. Eine Luftwärmepumpe hingegen macht aus einer zugeführten Kilowattstunde Strom etwa drei Kilowattstunden Heizenergie. Dieser Vergleich zeigt, dass der Stromverbrauch einer Wärmewellenheizung eher hoch ist und ihre Effizienz somit eher schlecht.

Ansonsten gilt, wie bei jedem anderen Heizungssystem auch, dass die Effizienz mit dem Dämmstandard eines Gebäudes steigt. Ist ein Gebäude also gut gedämmt, so wird der Wärmewellenheizung-Verbrauch geringer ausfallen. Die folgende Tabelle des Bundesverband Infrarotheizung bietet einen Überblick über die benötigte Heizleistung je nach Baujahr des Gebäudes:

Baujahr oder Gebäudestandard

Heizleistung

Baujahre bis 1982

60-100 W/qm

Baujahre 1983 bis 1995

40-60 W/qm

Baujahre ab 1996 generell

30-40 W/qm

KfW-Effizienzhaus 70

15-30 W/qm

Passivhaus

10 W/qm

(Quelle: Bundesverband Infrarotheizung e. V.)

Welche Leistung eine Wärmewellenheizung mitbringen muss, um für wohlige Wärme im Haus zu sorgen, lässt sich mit der folgenden Faustregel für eine Wärmewellenheizung überschlagen.

  • Faustregel für die passende Leistung einer Wärmewellenheizung:
    Je nach Dämmstandard liegt die benötigte Leistung einer Wärmewellenheizung zwischen 10 und 100 Watt Leistung pro Quadratmeter.

Beispielrechnung:

Möchten Sie einen Raum mit 30 qm mithilfe einer Wärmewellenheizung beheizen, und gehen wir von 80 Watt Leistung pro Quadratmeter aus, so benötigen Sie insgesamt eine Leistung von 2.400 Watt. Setzen wir eine durchschnittliche Betriebsstundenzahl von 1.440 Stunden pro Jahr (an 180 Tagen im Jahr für 8 Stunden) an, so liegt der Wärmewellenheizung-Stromverbrauch bei 2,4 kWh*1.440=3.456 Kilowattstunden pro Jahr. Bei dem Strompreis Stand Dezember 2022, 43,3 Cent pro Kilowattstunde, bedeutet dies jährliche Stromkosten von rund 1.486 Euro.

Dass der Wärmewellenheizung-Verbrauch bei einer höheren Quadratmeterzahl entsprechend steigt, lässt sich ableiten.

Möchten Sie die Wärmewellenheizung als alleinige Heizung verwenden, müssen Sie zusätzlich an die Warmwassererzeugung denken: Hierfür müssen Sie mehrere Boiler anschaffen, die wiederum ebenfalls Strom benötigen. Selbstverständlich fallen für diese außerdem Anschaffungskosten an.

Was jedoch bei Nutzung einer Wärmwellenheizung entfällt, sind regelmäßige Wartungen, wie sie etwa bei einer Gasheizung notwendig sind. Außerdem sind keine Gebühren für den Schornsteinfeger oder CO2-Abgaben fällig.

Tipp: Sie können die Menge an teuer zugekauftem Netzstrom mit einer eigenen Photovoltaikanlage senken: Mit einem Stromspeicher um etwa 70 Prozent und ohne Speicher immerhin noch um etwa 30 Prozent. Wenn Sie Photovoltaik und Elektroheizung kombinieren, können Sie so Ihre Stromkosten für die Wärmewellenheizung senken und zugleich Ihre Umweltbilanz verbessern. Zudem ist die Wärmewellenheizung eine Variante zum Heizen ohne Gas.

Wärmewellenheizung Vor- und Nachteile

Die Wärmewellenheizung hat einige Vorteile, aber auch einige Nachteile, Die folgende Tabelle bietet einen Überblick.

Wärmewellenheizung Vorteile

Wärmewellenheizung Nachteile

günstiger Anschaffungspreis

evtl. hohe bis sehr hohe Heizkosten

hohe Thermische Behaglichkeit

zusätzliche Warmwassererzeugung durch Boiler notwendig

kein Gasanschluss oder Brennstofflager erforderlich

sinnvoll für selten genutzte oder einzelne Räume

sofortige Wärme

Heizkosten durch PV senkbar

attraktive Heizkörper wie Bilder oder Spiegel

Worauf achten bei Planung, Kauf und Einbau einer Wärmewellenheizung?

Wenn es um die Planung einer Wärmewellenheizung, deren Kauf und Einbau geht, ist vor allem wichtig, ob das Wärmewellenheizgerät als Zusatzheizung oder als Hauptheizung verwendet werden soll. Denn für eine Zusatzheizung, etwa für einen gelegentlich genutzten Hobbykeller oder ähnliches, sind keine besonderen Gesetze zu beachten. Sie können mit etwas Geschick den Einbau beziehungsweise den Einsatz in Eigenregie durchführen. Für den Kauf ist zu beachten, dass eine Zusatzheizung eine deutlich geringere Leistung erbringen muss, als es bei einer Hauptheizung für das ganze Haus der Fall ist.

Soll mithilfe des Wärmewellenheizgerätes als Zusatzheizung lediglich die thermische Behaglichkeit in bestimmten Zonen eines Raumes optimiert werden, so ist die passende Aufstellung relevant. Hierzu hilft eine Visualisierung: Wo würden Sie eine Leuchte aufstellen, damit das Licht überall hindringt, wo es benötigt wird? Denn die Infrarotstrahlung funktioniert im Grunde genauso. Wichtig ist nun nur noch, das zugehörige Thermostat ebenfalls in der Zone zu platzieren, die zusätzlich beheizt werden soll. So kann eine Überhitzung verhindert werden.

Soll die Wärmewellenheizung jedoch als Hauptheizung zum Einsatz kommen, ist die Situation anders. Hier ist eine Ausführung durch das Fachhandwerk erforderlich. Es muss eine fachmännische Heizlastberechnung gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG) durchgeführt werden. Dies ist komplex, denn die altbekannten Berechnungsverfahren für Konvektionsheizungen lassen sich nicht einfach auf Wärmewellenheizungen anwenden. Im Zuge der Berechnungen durch einen Fachbetrieb werden dann auch Grenzwerte für den Jahresenergieverbrauch festgelegt. Bei der Planung einer Wärmwellenheizung als Hauptheizung hat es sich inzwischen etabliert, die Kombination mit einer Photovoltaikanlage und auch einer Wärmepumpe in die Berechnungen mit einzubeziehen.

Prüfen Sie mit dem Heizungsrechner, ob eine Wärmwellenheizung die ideale Lösung für Ihre Immobilie ist:

FAQ

Wie gut ist eine Wärmewellenheizung?

Eine Wärmewellenheizung hat einen Wirkungsgrad von 100 Prozent. Denn sie wandelt Strom direkt in Wärme um. Da keine Luft aufgewirbelt wird, ist die Wärmewellenheizung außerdem sehr gut für Allergiker geeignet.

Was kostet eine Wärmewellenheizung?

Eine Wärmewellenheizung kostet je nach Leistung zwischen 45 und 1.000 Euro.

Was ist besser: Infrarot- oder Wärmewellenheizung?

Bei der Wärmewellenheizung handelt es sich um eine Infrarotheizung. Es ist lediglich eine alternative Bezeichnung. Daher profitiert man in jedem Fall von der behaglichen Strahlungswärme.

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