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Bauliche Anforderungen für eine Elektroheizung

Vollwertige elektrische Raumheizungen mit Speicher- oder Infrarot-Technologie haben den großen Vorteil, dass sie mit dem geringsten Aufwand aller Heizsysteme installiert werden können. Die baulichen Anforderungen halten sich bis auf die Installation der Elektrik in Grenzen. Prüfen Sie in diesem Teil unserer Checkliste zunächst, ob Ihre Räume samt Elektrik fit sind für dein Einbau von elektrischen Heizkörpern. Im anschließenden Teil werfen wir einen näheren Blick auf die Anschaffungs- und Betriebskosten.
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Elektroheizungs-Checkliste Teil 2: technische & bauliche Voraussetzung

Die nachfolgenden baulichen Anforderungen beschränken sich auf elektrische Heizkörper, die fest im Raum montiert werden. Durchlauferhitzer und mobile Zusatzheizgeräte können ohne größere Planung meist direkt in Betrieb genommen.

Reicht als Anschluss die normale Steckdose?

  • Es gibt Einphasenwechselstrom (230V) und Dreiphasenwechselstrom / Drehstrom (400V) in Ihrem Haushalt. Normale Steckdosen liefern nur Einphasenwechselstrom. Elektroheizungen, die mit Einphasenwechselstrom laufen, können Sie direkt an die normale Steckdose anschließen. Achten Sie beim Kauf auf die Kennzeichnung L1/N/PE für den Einphasen­wechselstrom-Anschluss bzw. den klassischen CEE 7/4 Schukostecker.

  • Beachten Sie bei Einphasenwechselstrom, dass Sie an eine einzelne Steckdose maximal 3.680 Watt (3.500 Watt die Regel) anschließen können. Ansonsten fliegt Ihnen die Sicherung raus oder es könnte zu einem Kabelbrand kommen.

  • Für Dreiphasenwechselstrom werden vom Elektrounterverteiler extra Leitungen zu den jeweiligen elektrischen Geräten gelegt, so z.B. zum Herd in der Küche. Über die normale Steckdose können Sie eine Elektroheizung mit Dreiphasenwechselstrom (L3/N/PE) nicht betreiben. Diese Elektroheizungen benötigen extra Leitungen, die unter Umständen neu gelegt werden müssen.

Kann ich einfach so mit Strom heizen?

Für den Anschluss einer Elektroheizung gibt es gewisse Vorschriften der Netzbetreiber. Diese sind in den "Technischen Anschlussbedingungen" zusammengefasst. Wenn Sie sich für eine elektrische Raumheizung interessieren bedeutet das:

  • Elektroheizungen, die fest installiert werden, benötigen eine Beurteilung und Zustimmung des jeweiligen Netzbetreibers - unabhängig davon, ob die Geräte mit Ein- oder Dreiphasenwechselstrom laufen bzw. mit Speicher- oder Infrarot-Technik heizen. Darunter fallen fest an Decken und Wänden bzw. fest in Decken, Wänden und Fußböden installierte Flächenspeicherheizungen sowie Infrarot-Flächenheizungen. Durchlauferhitzer und mobile Zusatzgeräte benötigen keine Zustimmung.

  • Der Netzbetreiber kann von Ihnen verlangen, dass Sie eine fest installierte Elektroheizung nur mit einer zusätzlichen Steuerungs- und Regelungseinrichtung betreiben dürfen. Je nach Netzauslastung wird dann der Strombezug für die Heizung durch Netzbetreiber reguliert. Dies trifft z.B. auf Flächenspeicherheizungen zu, die mit einer sog. Aufladesteuerung nach DIN 44574 ausgestattet werden.

  • Elektroheizungen und Durchlauferhitzer mit mehr als 4.600 Watt Bemessungsleistung müssen über einen Drehstromanschluss (L3/N/PE) angeschlossen werden.

Sind meine Räume für den Einbau geeignet?

Elektroheizungen sind von allem Raumheizungen am unkompliziertesten zu installieren. Das ist ihr großer finanzieller Vorteil gegenüber allen Zentralheizungen. Es müssen keine Heizungsrohre verlegt oder Heizkörper und Pufferspeicher angeschafft werden.

Trotz der vereinfachten Montage sollten vorab folgende Punkte überprüft werden:

  • Wenn eine Elektroheizung als vollwertige Raumheizung zum Einsatz kommt, sollte das Gebäude ausreichend wärmegedämmt sein.

  • Steckdosen sind meist nicht immer dort installiert, wo auch ein Heizkörper seinen Platz findet. Unter Umständen müssen Kabel neu verlegt werden, wenn die Entfernung zu bisherigen Steckdosen nicht ausreicht. Bei Steckdosennutzung sollte jede Steckdose im Raum einzeln abgesichert sein.

  • Sollen die Heizkörper direkt verkabelt werden mit der Hauselektrik ohne Steckdosennutzung müssen ebenfalls neue Kabel gezogen werden.

  • Benötigt ein Heizkörper Dreiphasenwechselstrom müssen neue Leitungen gelegt werden. Die vorhandene Elektrik im Zimmer kann nicht genutzt werden.

  • Flächenheizkörper, ob mit Wärmespeicher- oder Infrarot-Technik, können problemlos an jeder Wand montiert werden. Bei Trockenbauwänden müssen evtl. Hohlraumdübel für die stärkere Belastung verwendet werden.

  • Flächenspeicherheizungen erwärmen wie klassische Heizkörper die Raumluft. Sie sollten daher möglichst Platz unter einem Fenster finden.

  • Soll eine Infrarotheizung an bzw. in der Decke montiert werden, sollte der Raum eine ausreichende Deckenhöhe haben, um übermäßige Wärme am Kopf zu vermeiden. Von Vorteil ist bei Deckenmontage auch ein Stein- / Fliesenfußboden, der die Wärme speichern kann. Auch sollten Infrarotheizungen nicht auf Fensterflächen strahlen.

Für sämtliche Arbeiten an der Hauselektrik sollten Sie in jedem Fall einen gelernten Elektriker oder Elektroheizungs Fachbetrieb engagieren, auch wenn Sie die Heizkörper separat kaufen wollen! Was elektrische Heizkörper kosten und wie hoch der viel diskutierten Stromverbrauch ausfällt, lesen Sie in dritten Teil unserer Elektroheizungs-Checkliste.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de