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Der Heizungsfinder Sanierungsatlas für Deutschland

Seit Oktober wird in deutschen Haushalten wieder geheizt. Welche Heizkosten am Ende des Winters anfallen kann mit Sicherheit niemand sagen. Fest steht nur, dass ein Teil der Heizkosten auch in diesem Winter wieder auf das Konto von veralteter Heiztechnik geht, die zu viel Energie verbraucht. Vor Beginn der neuen Heizsaison hat der Verband der Heizungsindustrie erneut darauf verwiesen, dass der Austausch alter Gas- und Ölkessel kaum vorankommt. Und so werden in diesem Winter rund 5,5 Millionen Öl-Kessel und 9,1 Millionen Gas-Kessel mit veralteter Heizwert-Technik für anteilig überhöhte Heizkosten sorgen. Eine anonyme Masse an Altanlagen die kaum jemanden dazu bewegt, seine Gas- oder Ölheizung auf den Stand der Technik zu bringen. Dieser anonymen Masse will der Sanierungsatlas von Heizungsfinder.de ein Gesicht geben.
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Sanierungsatlas für Gas- & Öl-Heizwert Kessel älter als 15 Jahre

In der Summe 14,6 Millionen Gas- und Ölkessel, von denen weit mehr als die Hälfte älter ist als 15 Jahre, die nicht auf dem Stand der Technik sind, zu viel Energie verbrauchen und höhere Heizkosten bedingen als eigentlich notwendig. Wie hoch diese Zahl auch sein mag, sie bleibt für sich genommen ohne Bedeutung, solange ihr ein Bezugsrahmen fehlt. Ein Bezugsrahmen, der ein Bewusstsein dafür schafft, wie sich dieser Altanlagenbestand in Deutschland verteilt.

Bestand Gas- und Öl-Heizwert Anlagen in Deutschland 2012 Die nackten Zahlen | Bildquelle: Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V. – BDH

Wo wird am häufigsten noch mit alten Gas- oder Ölkesseln geheizt? Welche Regionen sind stärker vom Sanierungsstau betroffen als andere? Wo zeigt sich besonderer Handlungsbedarf? Und ergibt sich für Gas und Öl das gleiche Bild? Diese Fragen will der Heizungsfinder Sanierungsatlas für Gasheizungen und für Ölheizungen beantworten.

Ausgangspunkt: "Wie viele Haushalte sind in jedem Bundesland betroffen?"

Diese Frage ist der Bezugsrahmen, den der Heizungsfinder Sanierungsatlas an die Bestandszahlen von Altanlagen anlegt. Altanlagen meint in diesem Fall Gas- und Öl-Heizwert Kessel (Konstant- und Niedertemperatur-Kessel), die 15 Jahre und älter sind. Konkret sind dies rund 5,7 Millionen Gaskessel und 3,6 Millionen Ölkessel, die alle vor 1998 installiert wurden.

Warum diese Eingrenzung? Weil mit Gas und Öl betriebene Konstant- und Niedertemperaturkessel noch extrem weit verbreitet sind in Deutschland. +15 Jahre alte Anlagen machen noch immer fast die Hälfte aller zentralen Heizungsanlagen in Wohngebäuden aus. Dabei ist die Heizwert-Technik längst nicht mehr auf dem neusten Stand. Sie wurde vor weit mehr als zehn Jahren bereits von der Brennwert-Technik abgelöst, die deutlich sparsamer ist. Das Einsparpotenzial bei einem Kesseltausch beziffert der BDH auf 10 bis 15 Prozent.

Und so zeigt sich für die 40,6 Millionen Haushalte in Deutschland folgendes Bild:

  • Der Altanlagenbestand von Gas-Heizwert Kesseln, die älter sind als 15 Jahre, betrifft rechnerisch jeden 7. Haushalt in Deutschland.
  • Der Altanlagenbestand von Öl-Heizwert Kesseln, die älter sind als 15 Jahre, betrifft rechnerisch jeden 11. Haushalt in Deutschland.

Wie stark die einzelnen Bundesländer von diesem Schnitt abweichen soll im nachfolgenden Sanierungsatlas als Indiz dafür stehen, wie hoch der Sanierungsbedarf im jeweiligen Bundesland ist.

1.) Sanierungsatlas für Gas-Heizwert Anlagen älter als 15 Jahre

2012 summierte sich der Altanlagenbestand von Gas-Heizwert Anlagen, die alle seit mehr als 15 Jahren bereits in Betrieb waren, auf rund 5,7 Millionen Geräte. Gemessen an den 40,6 Millionen Privat-Haushalten betrifft dieser Altanlagenbestand rein rechnerisch jeden 7. Haushalt in Deutschland.

Beim Blick auf die 16 Bundesländer wird recht schnell deutlich, dass in einigen Ländern noch deutlich mehr Haushalte betroffen sind als in anderen. So reicht die Spanne von jedem 5. Haushalt (was einen hohen Altanlagenbestand bedeutet, wenn mehr Haushalte betroffen sind) bis hin zu jedem 16. Haushalt (was einen niedrigen Altanlagenbestand bedeutet, wenn weniger Haushalte betroffen sind).

Heizungsfinder Sanierungsatlas für Gas-Heizwert Anlagen älter als 15 JahreGrafik ist unter Nennung der Bildquelle heizungsfinder.de frei verwendbar | © ikKsuEpseLonZet - Fotolia.com

Besonders hoher Sanierungsbedarf bei alten Gasheizungen zeigt sich in einer zusammenhängenden Region, die sich vorm Nordwesten und Westen Deutschlands bis in die Mitte des Landes erstreckt. Vor allem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und angrenzend in Thüringen ist der Altanlagenbestand im Verhältnis am höchsten. Dort würde man in nahezu jedem 5. Haushalt noch ein Altgerät vorfinden.

Anders die Lage in Süddeutschland und den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Hier ist der Sanierungsbedarf deutschlandweit am geringsten. So ist Berlin nur jeder 11., in Baden-Württemberg jeder 12., in Hamburg jeder 13. und in Bayern jeder 16. Haushalt vom Altanlagenbestand betroffen.

Besser als der Durchschnitt sind am Ende jedoch nur 6 von insgesamt 16 Bundesländern. In 10 Ländern, und damit mehr als der Hälfte aller Bundesländer, ist der Altanlagenbestand höher als im Durchschnitt. Erhöhter Sanierungsbedarf zeigt sich hauptsächlich in diesen Ländern:

Altanlagenbestand betrifft jeden... im Bundesland
(genauer Wert für Haushalte)
Sanierungsbedarf ist
einzuschätzen als...
5. Haushalt Niedersachsen (4,57) sehr hoch
Nordrhein-Westfalen (5,06)
Sachsen-Anhalt (5,4)
6. Haushalt Thüringen (5,5) hoch
Rheinland-Pfalz (5,84)
Brandenburg (6,32)
Mecklenburg-Vorpommern (6,33)
7. Haushalt Saarland (6,54) durchschnittlich
Schleswig-Holstein (6,55)
Bremen (6,62)
im Durchschnitt jeden 7. Haushalt (7,10)
8. Haushalt Hessen (7,9)
Sachsen (7,94)
11. Haushalt Berlin (11,07) gering
12. Haushalt Baden-Württemberg (12,37)
13. Haushalt Hamburg (12,5)
16. Haushalt Bayern (15,66) sehr gering


Deutliches Ost-West Gefälle bei sehr alten Gasheizungen

Obwohl in nahezu allen neuen Bundesländern bis auf Sachsen (Berlin ausgenommen) der Sanierungsbedarf überdurchschnittlich ist, zeigt sich beim genaueren Blick auf die Altersstruktur ein differenziertes Bild. Der hohe Altanlagenbestand in den ostdeutschen Ländern ist auf einen starken Zubau nach der Wiedervereinigung (ab Oktober 1990) zurückzuführen. Der Großteil der Gasheizungen in diesen Bundesländern ist daher jüngeren Alters (15 bis 22 Jahre).

Besonders alte Gasheizungen, die seit mehr als 22 Jahren ihren Dienst tun (Baujahr vor Okt. '90), sind in den neuen Ländern nahezu kaum noch vorhanden. Ihr Zahl ist mit insgesamt rund 29.500 Geräten verschwindend gering im Vergleich zu den rund 1,2 Millionen Gasheizungen, die noch in den alten Bundesländern seit mehr als 22 Jahren ihren Dienst tun (Berlin ausgenommen). Der Sanierungsstau bei den ältesten Gasheizungen, die weit über 22 Jahre alt sind, betrifft daher hauptsächlich und übergreifend die westdeutschen Bundesländer.

2.) Sanierungsatlas für Öl-Heizwert Anlagen älter als 15 Jahre

Rund 3,6 Millionen Öl-Heizwert Kessel waren 2012 in Deutschland seit 15 Jahren und länger in Betrieb. Dieser Altanlagenbestand verteilt sich deutschlandweit rechnerisch auf jeden 11. Privathaushalt, legt man die 40,6 Millionen Haushalte aus dem Jahr 2012 als Maßstab an.

Gliedert man das Land weiter in seine 16 Bundesländer auf, so zeigt sich ein deutlich differenziertes Bild. In Bundesländern mit dem höchsten Altanlagenbestand ist rechnerisch jeder 7. Haushalt betroffen, wohingegen sich der geringste Altanlagenbestand in einem Bundesland auf nahezu jeden 50. Haushalt verteilt.

Heizungsfinder Sanierungsatlas für Öl-Heizwert Anlagen älter als 15 JahreGrafik ist unter Nennung der Bildquelle heizungsfinder.de frei verwendbar | © ikKsuEpseLonZet - Fotolia.com

Im Südwesten und Süden Deutschlands ist der Sanierungsbedarf bei alten Öl-Heizungen am höchsten. Besonders betroffen sind die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland, wo ein alter Heizkessel auf jeden 7. Haushalt kommt. In Bayern ist es jeder 8. Haushalt, in Baden-Württemberg und Hessen jeder 9. Der leicht überdurchschnittliche Altanlagenbestand setzt sich über ein Band von Thüringen und Sachsen-Anhalt bis in den Norden nach Schleswig-Holstein fort, wo jeweils ein alter Öl-Kessel auf jeden 10. Haushalt entfällt.

Der verhältnismäßig geringere Sanierungsbedarf in der Nordhälfte Deutschlands schwächt sich jeweils nach Westen (Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen) und Osten (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen) weiter ab. In den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg ist der Sanierungsbedarf am geringsten.

Altanlagenbestand betrifft jeden... im Bundesland
(genauer Wert für Haushalte)
Sanierungsbedarf ist
einzuschätzen als...
7. Haushalt Rheinland-Pfalz (6,98) sehr hoch
Saarland (7,39)
8. Haushalt Bayern (8,35) hoch
9. Haushalt Baden-Württemberg (8,77)
Hessen (9,12)
10. Haushalt Thüringen (10,29) durchschnittlich
Schleswig-Holstein (10,31)
Sachsen-Anhalt (10,36)
im Durchschnitt jeden 11. Haushalt (11,36)
13. Haushalt Niedersachsen (13,17) gering
Brandenburg (13,22)
14. Haushalt Mecklenburg-Vorpommern (14,11)
15. Haushalt Sachsen (15,05)
16. Haushalt Nordrhein-Westfalen (15,85)
27. Haushalt Bremen (27,33) sehr gering
39. Haushalt Berlin (38,99)
49. Haushalt Hamburg (49,14)


Älteste Ölheizungen fast ausschließlich in alten Bundesländern

Die Verschiebungen in der Altersstruktur von Ost nach West treten bei Ölheizungen noch deutlicher zu Tage als bei Gasheizungen. Ölheizungen, die älter sind als 22 Jahre (in Betrieb genommen vor der Wiedervereinigung im Oktober '90), belaufen sich in den neuen Bundesländern absolut auf rund 12.500 Anlagen (Berlin ausgenommen). Altanlagen, die aus der gleichen Zeit stammen, sind in den alten Bundesländern noch mit rund 1,2 Millionen Geräten vertreten. Auch hier wird der deutliche Sanierungsbedarf der ältesten Ölheizungen flächendeckend in den alten Bundesländern deutlich.

3.) Sanierungsbedarf in den einzelnen Bundesländern

Neben einem Gesamtbild für Deutschland (zurück zur Auswertung für Gasheizungen und Ölheizungen) will der Heizungsfinder Sanierungsatlas auch einen genaueren Blick auf den Sanierungsbedarf in jedem der 16 Bundesländer werfen: Wie ist der Altanlagenbestand an Gas- und Öl-Heizungen dort insgesamt zu bewerten? Welchen Tendenzen zeigen sich in der Altersstruktur? Ist die Situation in angrenzenden Bundesländern ähnlich? Und wie schlägt sich das Bundesland im Deutschlandvergleich?

Diese Auswertung wird nach und nach für jedes Bundesland erstellt. Für die nachfolgend aufgelisteten Bundesländer liegt die Auswertung bereits vor. Per Klick auf den Link gelangen Sie direkt zu den einzelnen Ländern.

Rheinland-Pfalz: größter Sanierungsbedarf bei Öl- und Gasheizungen insgesamt

Landeswappen Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz liegt mit seinem Bestand von rund 324.000 Gas-Heizwert Kesseln und rund 271.000 Öl-Heizwert Kesseln, die alle älter sind als 15 Jahre, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Gemessen an den knapp 1,9 Millionen Haushalten in Rheinland-Pfalz betrifft der Altanlagen­bestand an Gasheizungen rechnerisch jeden 6. Haushalt. Entsprechend alte Ölheizungen würden sich in jedem 7. Haushalt finden. Damit sind in Rheinland-Pfalz so viele Haushalte betroffen wie in keinem anderen Bundesland.

Besonders deutlich wird der Sanierungsbedarf bei Ölheizungen. Mit jedem 7. betroffenen Haushalt hat Rheinland-Pfalz bundesweit den höchsten Altanlagenbestand. Ähnlich hoch ist der Bestand von alten Öl-Heizwert-Geräten nur noch im benachbarten Saarland, womit in dieser Region Deutschlands noch am häufigsten mit alten Ölheizungen geheizt wird. Aktuell sind noch rund 48.000 Öl-Kessel in Rheinland-Pfalz in Betrieb, die über 30 Jahre alt sind.

Gasheizungen gleichen Alters summieren sich in Rheinland-Pfalz noch auf rund 22.000 Anlagen. Damit ist die Altersstruktur von Gas-Heizwert Anlagen, die 15 Jahre und älter sind, zwar etwas weniger stark geprägt von besonders alten Anlagen, die seit mehr als 30 Jahren in Betrieb sind. Insgesamt bleibt die Zahl der veralteten Gasheizungen in Rheinland-Pfalz aber sehr hoch. Nur in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind bundesweit mehr Haushalte vom Altanlagenbestand an Gasheizungen betroffen. Bei Ölheizungen ist der Altanlagenbestand in diesen vier Bundesländern weniger stark ausgeprägt, weshalb Rheinland-Pfalz insgesamt am schlechtesten abschneidet von allen Bundesländern.

So summiert sich der Sanierungsbedarf in Rheinland-Pfalz insgesamt auf 7,6 Prozent aller Öl-Heizungen und 5,7 Prozent aller Gasheizungen, die deutschlandweit älter sind als 15 Jahre und noch mit Heizwert-Technik heizen. Da Rheinland-Pfalz nur rund 4,7 Prozent aller Bundeshaushalte stellt ist der Altanlagenbestand mit dem einhergehenden Sanierungsbedarf als überaus hoch anzusehen.

(Hier gelangen Sie zurück zur Gesamtauswertung für Gasheizungen sowie zur Gesamtauswertung für Ölheizungen.)

Sachsen: beste Bilanz aller Flächenländer

Landeswappen Sachsen

Sachsen steht beim Sanierungsbedarf seiner alten Gas- und Ölheizungen sehr gut da. Von den Altbeständen sind im Freistaat weniger Haushalte betroffen als im bundesweiten Durch­schnitt. Eine positive Bilanz, die kein anderes Flächenland aufweist.

Derzeit sind in Sachsen noch rund 280.000 Gas-Kessel und rund 150.000 Öl-Kessel in Betrieb, die vor 15 Jahren und mehr installiert wurden und noch mit veralteter Heizwert-Technik heizen. Moderate Bestände angesichts der 2,2 Millionen Haushalte im Land. So würde sich rechnerisch in jedem 8. Haushalt eine entsprechend alte Gasheizung finden (Bundesdurchschnitt bei 7) und in jedem 15. Haushalt eine entsprechend alte Ölheizung (Bundesdurchschnitt bei 11).

In Sachsen wird also schon ein Stück weit effizienter und ressourcenschonender geheizt als im Rest der Republik, was vor allem Mietern zu Gute kommt und für die Sanierungsbereitschaft von Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümern spricht. Eine ähnlich moderne Beheizungsstruktur findet sich momentan noch in Bayern - sowie den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen, die jedoch städtebaulich anders zu bewerten sind als Flächenländer, da hier mehr Haushalte auf einen Heizkessel entfallen durch den überwiegenden Geschosswohnungsbau.

Deutlich wird der gute Sanierungsstand beim Blick auf die Altersstruktur der Kessel. Besonders alte und ineffiziente Geräte, die seit mehr als 30 Jahren in Betrieb sind, finden sich in Sachsen kaum noch. Ihre Zahl summiert sich noch auf rund 650 Gas- und 180 Öl-Kessel. Der überwiegende Teil der sächsischen Altanlagen ist jüngeren Datums (15 bis 22 Jahre in Betrieb) und stammt aus der Zeit nach der Wiedervereinigung, als ein regelrechter Bauboom bei Gas- und Ölheizungen in Sachsen und den ostdeutschen Bundesländern insgesamt einsetzte.

Zieht man aufgrund der historischen Entwicklung nur die neuen Bundesländer als Vergleich heran, so zeigt sich auch hier, dass die sächsischen Städte und Gemeinden beim Sanierungsbedarf besser abschneiden als die übrigen neuen Länder. In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern (Berlin ausgenommen) stehen zahlenmäßig zunächst weniger Altanlagen in den Heizungskellern. Gemessen an den Haushalten sind es anteilig wieder höhere Altbestände, da diese Bundesländer deutlich weniger Haushalte beheimaten als der Freistaat. Und so erreicht Sachsen auch als einziges der neuen Bundesländer eine positive Bilanz bei seinen Gasheizungs-Altbeständen, die niedriger sind als der bundesweite Durchschnitt.

(Hier gelangen Sie zurück zur Gesamtauswertung für Gasheizungen sowie zur Gesamtauswertung für Ölheizungen.)

4.) Methodik und Hintergründe zum Heizungsfinder Sanierungsatlas

  • Datenbasis & Grenzen des Datenbestandes

    Die Auswertung des Heizungsfinder Sanierungsatlas stützt sich auf Daten des Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband (ZIV) sowie Daten des Statistischen Bundesamtes.

    Gas- und Öl-Heizwertfeuerstätten sind in Deutschland nach der 1. BImSchV wiederkehrend zu überwachen, wodurch ein Überblick über die Gesamtzahl an Gas- und Ölfeuerungsanlagen möglich wird. Brennwertfeuerstätten werden hierbei nicht erfasst, da sie bei Gasbetrieb nicht der Messpflicht nach 1. BImSchV unterliegen. Mit Öl betriebene Brennwertfeuerstätten werden hinsichtlich Ruß und Ölderivaten überprüft, fallen jedoch aus der Statistik raus, da sie gegenüber Gas das Ergebnis verfälschen würden.

    Eine tiefere regionale Auswertung auf der Ebene von Regierungsbezirken, Landkreisen, Städten und Gemeinden ist nach Recherchen von heizungsfinder.de nicht möglich. Das Schornsteinfeger-Handwerk verfügt mit seinen 16 Landesinnungsverbänden, 54 Einzelinnungen und rund 7.800 Kehrbezirken zwar über eine entsprechende regionale Verbreitung, jedoch liegt über die Bundesländerebene hinaus kein Statistikauftrag vor.

  • Wahl des Bezugsrahmens "Haushalte"

    "Gebäude", "Wohneinheiten" und "Haushalte" sind mögliche Bezugsrahmen, die für eine Auswertung des Altanlagenbestands von Gas- und Öl-Heizungen herangezogen werden können. Keine dieser drei Bezugsgrößen ermöglicht jedoch eine exakte Zuordnung der Bestandszahlen.

    Denn die Beheizungsstruktur ist in Deutschland zu verschieden. Ein Gas- oder Ölkessel kann sowohl ein Gebäude mit einer Wohneinheit und einem Haushalt beheizen (Einfamilienhaus) als auch ein Gebäude mit mehreren Wohneinheiten (Mehrfamilienhaus). Hierbei ist nicht gesagt, dass die Anzahl der Wohneinheiten auch der Anzahl der Haushalte entsprechen muss, wenn z.B. Wohngemeinschaften aus mehreren Haushalten gebildet werden. Ebenso können Mehrfamilienhäuser über mehrere Kessel geheizt werden, was bei Gas-Etagenheizungen der Fall ist.

    Für den vorliegenden Sanierungsatlas wurden die 40,6 Millionen Haushalte in Deutschland als Bezugsrahmen ausgewählt, weil sie es sind, die nach Auffassung der Autoren von der Wärmeversorgung am ehesten betroffen sind. Es sind Haushalte, die mit bezahlbarer und preisstabiler Wärme versorgt werden wollen, weniger Gebäude oder Wohneinheiten. Immobilien sind nur eine weitere anonyme Masse, der ein praxisrelevanter Bezug fehlt. Haushalte sind am Ende der Souverän, der über die Modernisierung einer veralteten Heizungsanlage (mit) entscheidet. Sei es als Eigentümer eines Einfamilienhauses oder als Mieter in einem Mietwohnverhältnis, der zunächst die Kosten einer Heizungsmodernisierung anteilig mittragen muss für anschließende Energie- und Kosteneinsparungen.

  • Heizwert- und Brennwert-Technik

    Moderne Gas- und Öl-Heizungen mit Brennwert-Technik sparen zwischen 10 und 15 Prozent an Energie ein gegenüber Heizwert-Geräten (Konstant- und Niedertemperaturkessel). Diese Einsparungen werden erzielt, weil Brennwertkessel auch die in den Verbrennungsgasen enthaltene Wärme nutzen. Also nahezu den gesamten Energiegehalt (den Brennwert) des eingesetzten Brennstoffs. Heizwert-Geräte nutzen hingegen "nur" die Energie, die bei der Verbrennung von Gas und Öl entsteht (den Heizwert). Durch die nahezu vollständige Ausnutzung des Brennstoffs erreichen moderne Brennwert-Geräte Nutzungsgrade zwischen 96 und 99 Prozent, weshalb Heizwert-Geräte nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

    Auf dem Neugerätemarkt wurden Gas- und Öl-Heizwert Kessel deshalb weitgehend von der Brennwert-Technik verdrängt. Standard- / Konstanttemperatur-Kessel dürfen seit 1998 nicht mehr eingebaut werden. Niedertemperatur-Kessel werden hingegen noch verbaut, jedoch fast ausschließlich beim Austausch alter Gasetagenheizungen in Mehrfamilienhäusern.

    Auch wenn Konstanttemperatur-Kessel bereits vollständig und Niedertemperatur-Kessel fast vom Heizungsmarkt verschwunden sind, finden sich die Geräte noch für eine sehr lange Zeit und in dominierender Stückzahl im Gebäudebestand wieder. Grund hierfür ist zum einen die genuin hohe Verbreitung von Gas- und Ölheizungen in Deutschland (80% aller zentralen Heizungssysteme sind entweder Gas- oder Ölheizungen) sowie zum anderen die niedrige jährliche Sanierungsrate von rund drei Prozent bei Gaskesseln und rund einem Prozent bei Ölkesseln (BDH, 2012).

  • Sanierungs-Möglichkeiten für Altanlagen

    Im Zuge einer Heizungssanierung ist zunächst die Frage zu klären, ob der verwendete Energieträger, in diesem Fall Gas bzw. Öl, beibehalten werden soll. Da dies in der Regel die kostengünstigere Variante ist als den Energieträger zu wechseln (mit Ausnahme von Elektroheizungen), werden ein Großteil der Altanlagen durch neue effizientere Kessel ersetzt, die den gleichen Energieträger verwenden.

    So geht die aktuelle Shell BDH Hauswärme-Studie bei einer Fortschreibung der derzeitigen Austauschraten davon aus, dass mehr als 80 Prozent der abgehenden Ölheizungen durch Öl-Brennwerttechnik, und mehr als 90 Prozent der abgehenden Gasheizungen durch Gas-Brennwerttechnik ersetzt werden.

Wechselraten beim Austausch von Heizgeräten ab 2016Bildquelle: Shell BDH Hauswärme-Studie 2013

Der Wechsel hin zu einem anderen Energieträger ist bei Ölheizungen laut Studie eher zu beobachten als bei Gasheizungen. Als Alternativen neben dem Wechsel zu Gas bieten sich übergreifend Wärmepumpen, Holzheizungen (Holzvergaser und Pelletheizungen) oder Mini-KWK Anlagen (Blockheizkraftwerke) an.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur Heizungsfinder.de
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