Rechnet sich dezentrale Warmwasserbereitung?

Bei einer dezentralen Warmwasserbereitung wird Trinkwasser in jedem Raum separat erwärmt - mit Hilfe von Strom oder Gas. Geringe Anschaffungs- und Installationskosten stehen erhöhten Betriebskosten gegenüber. Elektrische Durchlauferhitzer und Co. sind als Zusatzgeräte bei niedrigem Warmwasserverbrauch eine interessante Option.

Dezentrale Warmwasserbereitung - Vorteile und Nachteile

Dezentrale WarmwasserversorgungDezentrale Warmwasserversorgung mit Durchlauferhitzern oder Kleinspeichern
Quelle: www.clage.de

Vorteile: Der niedrige Investitions­aufwand spricht für eine dezentrale Warmwasserbereitung. Durchlauf­erhitzer kosten je nach Leistung, Hersteller und Zusatzfunktionen (hydraulische Regelung, elektronische oder vollelektronische Regelung) pro Gerät zwischen 200€ und 500€.

Jedoch benötigt jede Zapfstelle ein eigenes Gerät zur elektrischen Warmwasser­bereitung. Das erhöht die Anschaffungskosten in der Summe.

Für eine dezentrale Warmwasser­bereitung sprechen ebenso die niedrigen Installationskosten. Die Geräte können in der Regel ohne einen Handwerker an einem Wasser­anschluss angebracht werden. Umbauarbeiten im Haus durch zusätzliche Warmwasserleitungen und Speicher sind nicht erforderlich.

Zudem fallen bei einer dezentralen Warmwasserbereitung keine Wärmeverluste an, wie es bei zentraler Bereitung auftritt: dort geht im Laufe der Zeit Wärme aus dem Speicher oder auf dem Transportweg vom Speicher oder Wärmeerzeuger zur Zapfstelle verloren. Je länger der Transportweg, desto mehr Wärme geht verloren.

Zum Einsatz kommen Geräte für eine dezentrale Warmewasserbereitung mit Strom vor allem in Altbauten ohne zentrale Warmwasserzeugung. Eine elektrische Warmwasserbereitung arbeitet häufig in Räumen, in denen eher selten warmes Wasser gebraucht wird. Das sind zum Beispiel Gäste-WCs oder Büroräume. Auch in Gartenlauben und Ferienhäusern ist Warmwasserbereitung mit Strom anzutreffen. Insgesamt unterscheidet man vier Systeme: den elektrischen (oder gasbetriebenen) Durchlauferhitzer, den Boiler, den Kleinspeicher sowie den Warmwasserspeicher mit bis zu 150 Litern Fassungsvolumen. Weitere Informationen zu Anforderungen an eine dezentrale Warmwasserbereitung erhalten Sie in unserem Artikel zum Durchlauferhitzer Test.

Nachteile der dezentralen Warmwassererzeugung

Die Betriebskosten pro Liter Warmwasser sind höher als bei einer zentralen Warmwasserbereitung mit Gas oder einem anderen Brennstoff. Der hohe Stromverbrauch der Geräte steht über einen Zeitraum von mehreren Jahren selten im Verhältnis zu den niedrigen Anschaffungskosten. 

Als Zusatzgerät ist eine elektrische Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzer überall dort sinnvoll, wo aufgrund der räumlichen oder finanziellen Gegebenheiten kein zentrales Heizungssystem möglich ist oder Warmwasser nicht regelmäßig gebraucht wird. Das heißt, dass die Warmwasserbereitstellung größtenteils zentral erfolgt, dass einige Räume jedoch nicht daran angeschlossen sind, die bei Bedarf ein Durchlauferhitzer bedient.

Dezentrale Frischwasserstationen bei zentraler Heizungsanlage

Eine interessante Mischform ist die Verbindung aus einer Zentralheizung in Kombination mit dezentralen Frischwasserstationen. Dort stellt ein Heizungssystem Wärme zur Verfügung, die über das normale Heizungsnetz zirkuliert. An den Zapfstellen befindet sich jeweils eine Frischwasserstation, die über einen Wärmeübertrager Energie aufnimmt und mit dieser bei Bedarf Wasser erwärmt, ohne dass es zu einem Kontakt zwischen Heizungs- und Frischwasser kommt. Das erschwert Legionellenbildung und erfordert trotzdem vergleichsweise geringen Investitionsaufwand.

Fachbetriebe für Heizungen beraten Sie gern, ob eine zentrale oder dezentrale Warmwasserbereitung für Ihre Immobilie am besten geeignet ist.

 

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Autor: Thorben Frahm