Sparsam Heizen - welches Heizsystem energiesparend arbeitet

Im zweiten Teil unserer Reihe "Heizmöglichkeiten" betrachten wir, wie man sparsam Heizen kann. Hier betrachteten wir weniger die Investitionskosten als den Brennstoff und die Heizkosten, die sich daraus ergeben. In diesem Artikel finden Sie weitere Anhaltspunkte zur Systemwahl, aktuelle Brennstoffkosten und einen Vollkostenvergleich am Beispiel eines sanierten Einfamilienhauses nach KfW 70 Standard.

Sparsam Heizen - Brennstoffpreise & Verbrauchskosten im Überblick

Wer sparsam Heizen möchte, sieht sich der Frage ausgesetzt, ob er eher kurzfristig niedrige Investitionskosten oder langfristige Ersparnisse erzielen will. Hier behandeln wir hauptsächlich die Brennstoff- und Vollkosten der gängigen Heizsysteme. Die jeweiligen Investitionskosten finden Sie in unserem Artikel "Günstig Heizen". Falls Sie sich eher für Aspekte des Schadstoffausstoßes von Heizsystemen interessieren, erhalten Sie unter "Umweltfreundlich Heizen" weitere Informationen.

Die Brennstoffpreise sind eine Seite der Wirtschaftlichkeitsberechnung...

Was hat Einfluss auf die langfristigen Kosten? Wie kann man sparsam Heizen? Zuerst einmal sind die Investitionskosten entscheidend (s.o.). Zwei weitere Faktoren sind die Brennstoffpreise und die Wirkungsweise bzw. Effizienz des Heizsystems. Betrachten wir einmal die Brennstoffpreise:

Sparsam Heizen - Brennstoffpreise 2012Grafik: © Heizungsfinder.de, Daten: Bundesverband der Energie- und
Wasserwirtschaft e. V. (BDEW)

Hier wird ersichtlich, dass Pellets pro Kilowattstunde am günstigsten sind, gefolgt von Gas und Öl. Der durchschnittliche Wärmepumpen-Stromtarif liegt schon deutlich darüber, während der reine Stromtarif den Spitzenplatz einnimmt. Aus diesen Daten lässt sich bereits ableiten, welche Systeme sparsam heizen. Doch Vorsicht: im Falle der Wärmepumpe (Spalte "WP-Strom") tun sich schnell Missverständnisse auf. Der Wärmebedarf eines Hauses wird bei einer Wärmepumpe nicht komplett durch Strom gedeckt. Die Jahresarbeitszahl gibt an, in welchem Verhältnis der Stromeinsatz zum Wärmegewinn steht. Bei einer Jahresarbeitszahl von 3 wird also aus einer Kilowattstunde Strom 3 Kilowattstunden Wärme. Dementsprechend muss man die jährlichen Heizkosten umrechnen.

...die Energieeffizienz des Gebäudes darf aber ebensowenig vernachlässigt werden

Um eine Einschätzung der tatsächlichen Heizkosten zu geben, sehen Sie in der folgenden Grafik beispielhaft die Verbrauchskosten der verschiedenen Heizsysteme über ein Jahr im Verglich (in Euro pro Jahr). Grundlage für den Vergleich ist ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, welches auf den KfW 130 Standard saniert worden ist:

Heizkosten Einfamilienhaus KfW 130

Grafik: © Heizungsfinder.de, Daten: Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER),
Universität Stuttgart

 

Deutlich wird, dass die Heizsysteme, die im Vergleich zu den Brennwertheizungen die höheren Investitionskosten besitzen - also Pelletheizungen und Wärmepumpen - markant niedrigere Verbrauchskosten aufweisen. Hier ist also über die Betriebsdauer durchaus mit einer Amortisation der Mehrausgaben zu rechnen - moderne Systeme kosten mehr, aber beim Thema "Sparsam Heizen" haben sie die Nase vorn.

Diese Angaben dienen allerdings nur als grobe Richtwerte. Jede Immobilie ist verschieden und eine detaillierte Beratung durch einen Experten ist dringend anzuraten, wenn Sie sparsam heizen möchten. Lassen Sie sich grundsätzlich immer mehrere Angebote verschiedener Fachleute zustellen, um richtig vergleichen zu können.

Hier finden Sie Fachbetriebe für Heiztechnik aus ihrer Region, die Ihnen beim sparsamen Heizen weiterhelfen. In unserer Download-Sektion finden Sie unsere Checklisten zu den unterschiedlichen Heizsystemen - so bereiten Sie sich optimal auf die Erstgespräche vor.


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Autor: Thorben Frahm