Heizkosten im Einfamilienhaus im Überblick

Heizkosten im Einfamilienhaus lassen sich pauschal schwer wiedergeben, denn zwischen Bestandsbauten und Neubauten liegen energetisch betrachtet Welten. Anhand der Entwicklung der baulich-energetischen Mindestanforderungen an Wohngebäude lassen sich aber einige Durchschnittswerte für Heizkosten im Einfamilienhaus abbilden.

Heizkosten im Einfamilienhaus - Grundlagen, Systeme & Ergebnisse

Die folgenden Angaben für eine Heizung im Einfamilienhaus sind Durchschnittswerte und überschlägig ermittelt. Sie ersetzen nicht eine detaillierte Berechnung durch einen Fachmann, sondern sollen in erste Linie als Orientierungshilfe für durchschnittliche Heizkosten im sanierten Einfamilienhaus oder im Neubau gelten.

Wir gehen von einem Einfamilienhaus mit einer Nutzfläche von 150 Quadratmetern aus. Der Berechnung zugrunde liegen Daten des IER Stuttgart. Der Solarthermieunterstützung liegt ein Deckungsgrad von 20 Prozent des Gesamtbedarfs zugrunde. Die Ermittlung der Öl-Brennwertkesselkosten beruhen auf eigenen Schätzungen.

Heizkosten im sanierten Bestandsbau-Einfamilienhaus nach KfW130 Standard

Hier liegt ein Jahreswärmebedarf von circa 12.000 kWh/a, den die Heizung bereitstellen muss, vor. Bei aktuellen Brennstoffkosten und unter Zugrundelegung der verschiedenen Jahresnutzungsgrade der unterschiedlichen Heizsysteme ergeben sich demnach derzeit jährliche Heizkosten (mit zentraler Warmwasserbereitung) von:

Heizkosten im Einfamilienhaus nach KfW130

Heizkosten im Neubau-Einfamilienhaus

Im Neubau können wir laut aktueller Energieeinsparverordnung (EnEV) für das Objekt von einem Jahreswärmebedarf von 10.000 kWh/a ausgehen. In diesem Fall haben wir reine Öl- und Gasbrennwertkessel nicht mit einbezogen, da das EEWärmeG die anteilige Nutzung erneuerbarer Energien fordert. Durch verstärkte Dämmmaßnahmen oder bspw. den Einsatz von anteiligem Bioerdgas wäre eine solche Nutzung zwar möglich, aber dies ist eher selten der Fall. Die Kosten für Heizung und Warmwasserbereitung sehen dann beispielhaft aus:

Heizkosten Einfamilienhaus Neubau

 

Anmerkungen zu den Beispielen

Die angegebenen Heizkosten spiegeln nur die Verbrauchskosten wider und sollten deshalb nicht als alleinige Richtlinie für die Wahl einer Heizung gelten. Im Netz werden Sie einige Studien finden, welche diese Werte bestätigen, während andere deutlich abweichen. Dies ist in unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen bedingt. Die Kostenverhältnisse zwischen den einzelnen Systemen werden allerdings relativ ähnlich sein, auch wenn die konkreten Kosten abweichen.

Sie sollten also bei der Wahl des Heizsystems weiterhin auf die Investitionskosten achten. Generell haben obige Systeme die Eigenschaft, dass die Niedrigverbrauchssysteme wie Pelletheizung oder Wärmepumpen vergleichsweise teuer in der Anschaffung sind. Systeme wie die Gasbrennwertheizung haben einen höheren Verbrauch, sind dafür preiswerter in der Anschaffung. Außerdem beachten Sie bitte auch die durchschnittlichen Preissteigerungsraten der einzelnen Brennstoffe. Unser Heizungsratgeber hilft Ihnen bei der Ermittlung, ob sich ihre Immobilie für ein bestimmtes Heizsystem eignet.

Detaillierte Prognosen können aufgrund der unterschiedlichen Gebäude nur Fachbetriebe für Heiztechnik in einer Analyse vor Ort ermitteln. Erste Hilfe erhalten Sie auch kostenlos in unserem Heizungsfinder Forum.


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Autor: Thorben Frahm