Welche Systeme beim Heizungsaustausch möglich sind

Früher oder später kommt man nicht daran vorbei: der alte Heizkessel hat den Dienst quittiert und man muss die Heizung austauschen. Aber auch wenn der alte Kessel noch zufriedenstellend arbeitet, kann ein Heizungsaustausch ungeahnte Sparpotentiale zutage fördern. Hier zeigen wir Alternativen zu fossilen Systemen, wenn Sie ihre Heizung austauschen.

Heizung austauschen - die Alternativen im Überblick

Heizung austauschen & Heizungsaustausch© jojje11 - Fotolia.comIn diesem Artikel behandeln wir die Vorgehensweise, wenn Sie ihre bestehende Gas- oder Ölheizung gegen einen Kessel mit einem anderen Brennstoff tauschen wollen. Möchten Sie bei ihrem aktuellen Brennstoff bleiben, so schauen Sie doch einmal in unsere Texte zur Heizungserneuerung oder zur Heizungssanierung.

Wenn Sie eine Gasheizung oder Ölheizung besitzen und das Heizsystem wechseln möchten, bieten sich mehrere gängige Alternativen an.

Die gängigsten sind Pelletheizung und Wärmepumpe. Ein Heizungsaustausch gegen eine Ölheizung bietet sich aufgrund des Brennstoffpreisniveaus generell nicht an. Dies betrifft in den meisten Fällen auch eine reine Elektroheizung.

Heizung austauschen: eine Pelletheizung ist günstig im Betrieb

Heizung austauschen - PelletheizungPelletheizung mit Pelletlager, Quelle: JunkersEine Pelletheizung arbeitet wie eine herkömmliche Gasheizung: der Brennstoff wird verfeuert und die Wärme über den Heizkreislauf abgegeben. Der Unterschied zum Gaskessel besteht darin, dass Sie den Brennstoff in einem zusätzlichen Lager bereitstellen müssen (unter Umständen kann man einen bestehenden Öltank zu einem Pellettank umrüsten).

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine Pelletheizung beim Heizung austauschen teurer in der Anschaffung ist als eine Gasheizung - allerdings sind die Brennstoff­kosten deutlich niedriger.

Zusätzlich erhalten Sie Fördergelder: das BAFA zahlt 2.400 Euro Mindestförderung als Zuschuss, wenn Sie ihre Heizung austauschen. Außerdem heizen Sie fast CO2-neutral. Mehr dazu finden Sie in unserem Bereich zur Pelletheizung.

Heizungsaustausch gegen eine Wärmepumpe - worauf muss ich achten?

Heizungsaustausch - Luft-Wasser-WärmepumpeLuft-Wasser-Wärmepumpe in Außenaufstellung,
Quelle: Stiebel Eltron
Tauschen Sie ihre Heizung gegen eine Wärmepumpe, verläuft die Sache etwas anders. Der Heizkreislauf bleibt bestehen, der Kessel entfällt allerdings. Die Wärmepumpe entnimmt ihre Energie dem Erdboden (Sole-Wasser-Wärmepumpe) oder der Umgebungsluft (Luft-Wasser-Wärmepumpe). Im Vergleich zur Pelletheizung sind die Brennstoffkosten höher, allerdings sparen Sie sich einen dezidierten Lagerraum beim Heizung austauschen - die Wärmepumpe läuft mit Strom.

Für eine Erdwärmepumpe müssen Sie entweder eine Bohrung durchführen lassen oder Sie benötigen eine gewisse Gartenfläche für oberflächennah verbaute Erdkollektoren. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist preiswerter als eine Erdwärmepumpe, jedoch nicht ganz so effizient: die Heizkosten fallen bei dieser Variante höher aus.

Besonders wichtig beim Heizung austauschen: ihre Heizkörper sollten zumindest Niedertemperaturheizkörper sein oder zu solchen umgerüstet werden - eine Fußbodenheizung ist ideal.Übrigens können Sie eine Wärmepumpe sehr gut mit einer Photovoltaikanlage kombinieren, die einen guten Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe übernimmt. Auch bei der Wärmepumpe können Sie Zuschüsse durch das BAFA erhalten. In unserem Bereich zur Wärmepumpe finden Sie weitere Informationen zum Thema.

Weitere Maßnahmen beim Heizungsaustausch: Heizkörper & hydraulischer Abgleich

Ob Sie eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe favorisieren: wenn Sie ihre Heizung austauschen müssen Sie ihr Augenmerkt neben dem Kessel auch auf den Heizkreislauf selbst richten. Moderne Heiztechnik braucht vergleichsweise geringe Systemtemperaturen. Alte Heizkörper sind hier evtl. falsch ausgelegt und müssen ausgetauscht werden, damit Sie ihre Einsparungen wirklich realisieren. Ein hydraulischer Abgleich ist ebenso wichtig und Sie sollten einen Fachbetrieb unbedingt danach fragen, wenn Sie ihre Heizung austauschen. Nur so arbeitet ihre Heizung wirklich bedarfsgerecht.

Heizung austauschen - was ist mit BHKW & Elektroheizungen?

Der größte Vorteil der Elektroheizung besteht in niedrigen Anschaffungskosten - aber die Betriebskosten sind im Vergleich zu den anderen Heizsystemen sehr hoch. Wenn Sie also schon eine Öl- oder Gasheizung und damit einen bestehenden Heizkreislauf besitzen, sollten Sie diesen nutzen und von einer Elektroheizung eher absehen. Falls Sie bereits eine Elektroheizung haben und ihre Heizung austauschen, sollten Sie einmal mit einem Fachbetrieb sprechen.

Beachten Sie, dass sich ein BHKW (abgesehen von den neueren Micro-BHKW) praktisch sehr selten für ein Einfamilienhaus eignet. Hier sollte ein kompetenter Fachbetrieb unbedingt vor Ort eine Analyse vornehmen. Hier sind generelle Aussagen nur sehr schwer möglich - zu den Grundbedingungen zählt ein hoher UND konstanter Wärmebedarf, damit das BHKW lange Laufzeiten erzielt.

Konsultieren Sie mehrere Fachbetriebe für Heizungen und sprechen Sie Alternativen durch. Nur so können Sie die passenden Lösungen finden, wenn Sie ihre Heizung austauschen.


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Autor: Thorben Frahm