Heizung erneuern in wenigen Schritten

Eine Heizungserneuerung steht nicht nur an, wenn der Kessel zu alt geworden ist und die Sollleistung nicht mehr erbringt. Aber warum die Heizung erneuern, wenn sie noch funktioniert? Die Heiztechnik hat in den letzten Jahrzehnten deutliche Fortschritte verzeichnet - mit dem Austausch älterer Niedertemperatur- oder gar Konstanttemperaturkessel durch moderne Brennwertkessel steigern Sie die Effizienz ihres Heizsystems deutlich und senken so ihre Heizkosten.

Heizungserneuerung mit Brennwerttechnik

Wenn Sie ihre Heizung erneuern und bei ihrem gegenwärtigen Brennstoff (wir gehen hier von Gas oder Öl aus) bleiben möchten, sollten Sie im ersten Schritt einer Heizungsmodernisierung prüfen, welche Heizung Sie im Betrieb haben. Bis in die 80er Jahre war der Konstanttemperatur­kessel das gängigste System. Bedingt durch die schlechte Dämmung der Gebäude und eine mangelhafte Regelbarkeit arbeitet dieser Kessel nach heutigen Maßstäben auf viel zu hohen Temperaturniveaus und ist ineffizient. Der modernere Niedertemperaturkessel arbeitet zwar deutlich effizienter, aber auch hier senkt eine Heizungserneuerung spürbar die Kosten.

Ein zeitgemäßer Kessel arbeitet mit Brennwerttechnik. Zusätzlich zur guten Regelbarkeit und geringen Wärmeverlusten nutzt ein Kessel mit dieser Technik die Wärme der Verbrennungsabgase aus, die ansonsten ungenutzt durch den Schornstein entweichen würde. Im Vergleich zum Niedertemperaturkessel spart eine Brennwertheizung durchaus 6 (Öl) bis 12 Prozent (Gas) an Heizkosten und im Falle eines alten Konstanttemperaturkessels sogar noch deutlich mehr! Im folgenden Video sehen Sie eine beispielhafte Heizungserneuerung mit Brennwerttechnik und Solar:

Video: Youtube / Energie Südbayern GmbH

 

Heizungserneuerung mit Brennwerttechnik: worauf Sie achten müssen

Das Abgassystem: beim Heizen mit Brennwertgeräten fällt zwangsläufig Kondensat an. Bei einem herkömmlichen Schornstein kann es deshalb zu Feuchtigkeitsschäden kommen und auch der Abgasabzug ist unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Falls kein entsprechendes zusätzliches Abgassystem installiert wird, muss der Schornstein saniert werden. Gerne werden hier säure- / feuchtigkeitsresistente Rohre aus Stahl oder zum Beispiel auch Kunststoff eingezogen.

Heizkörper prüfen: damit die Heizungserneuerung wirklich Nutzen bringt, sollte das Augenmerk neben dem Wärmeerzeuger auch auf dem Wärmeverteilsystem liegen. Generell arbeitet ein Brennwertkessel mit allen Auslegungen und Heizkörpern zusammen. Mit niedrigeren Systemtemperaturen und neuen Heizkörpern kann man aber durchaus noch einige Effizienzgewinne verzeichnen. Ein Fachbetrieb sollte sich das Verteilnetz im Rahmen der Heizungserneuerung einmal genau anschauen.

Hydraulischen Abgleich durchführen. Hier wird die gesamte Verteilung noch einmal optimiert - es wird unter anderem dafür Sorge getragen, dass jeder Heizkörper die richtige Wärmemenge erhält und die Heizungspumpe nur bedarfsgerecht arbeitet. Sprechen Sie den Fachmann bei der Heizungserneuerung unbedingt auf diese Maßnahme an!

Weitere Möglichkeiten der Heizungserneuerung

Zusätzlich zum Kesseltausch können Sie ihre Heizung auch mit einer Solarthermieanlage aufwerten. Wie das funktioniert und was Sie von dieser Heizungserneuerung haben, erfahren Sie in unserem Artikel zum Nachrüsten der Heizung. Wenn Sie von Gas oder Öl auf eine umweltfreundlichere und nachhaltigere Heizung umsteigen möchten, sollten Sie einmal in unsere Übersicht zum Heizungsaustausch schauen.

Wenn Sie ihre Heizung erneuern wollen, sollten Sie kostenlos Kontakt mit Fachbetrieben für Heiztechnik aufnehmen. Sie analysieren die Bedingungen vor Ort und zeigen Ihnen die passende Vorgehensweise bei der Heizungserneuerung.


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Autor: Thorben Frahm