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Kompost zu Biogas: Gras, Grünschnitt, Algen, Holz & Stroh

Wurde bis vor einigen Jahren Rasen- und Grünschnitt oder Straßenbegleitgrün zum Mulchen oder als Kompost-Material eingesetzt, ist heute auch die Produktion von Biogas mit diesen Ausgangsstoffen möglich. Stroh, Holz oder Algen sind gute Energieträger zur Biogas-Produktion. Ihr Vorteil gegenüber Mais, Getreide & Co. ist: sie sind keine potentiellen Lebensmittel und konkurrieren nicht mit diesen um Ackerfläche.
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Kompost Biogas - energetische Nutzung von Gras & Grünschnitt

Kompost dient grundsätzlich der Bodenverbesserung. Wie in der Biogas-Produktion läuft ein Vergärungsprozess ab. Der Unterschied zwischen der Biogas-Produktion und der Kompost-Herstellung ist, dass die Vergärung des Kompost durch Luftzufuhr (aerob) geschieht. Die Biogas-Entstehung in einer Biogasanlage geschieht unterdessen ohne Luft (anaerob). Gleichzeitig wird das Biogas bei der Produktion aufgefangen, bei der Vergärung von Kompost nicht.

Biogas KompostBiogasanlagen können auf eine Vielzahl an Energieträgern zurückgreifen | Bild: Jürgen Rösemeier

Die dritte Möglichkeit, Grünschnitt zu nutzen, ist, durch Verbrennung in Energie umzusetzen. Doch auch nach der Fermentation sind Grünschnitt, Stroh, Holz oder Algen noch als wertvoller Dünger zu verwenden. Verbrannt ist das Material aber kein wertvoller Dünger mehr.

Rasen, Stroh & Co. - statt Kompost Biogas produzieren

Grünschnitt aus dem öffentlichen Park, von der nicht oder nur teils genutzten Wiese, Straßenbegleitgrün und alle Formen der Landschafts- und kommunalen Pflege sind als Biogas Substrat geeignet. Der Nachteil aber ist, dass sie nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt anfallen. Auch sind weite Transportwege von Grünschnitt beim möglichen nicht immer wirtschaftlich.

Doch siliert ist der Grünschnitt ganzjährig für die Vergärung zu Biogas verfügbar. Bei frischem Grünschnitt kann der Gärprozess im Fermenter einer Biogas-Anlage allerdings gestört werden und die Ausbeute negativ beeinflussen. Eine Aufbereitung mittels Aufspaltungstechnik ist für einen optimierten, weil beschleunigten Vergärungsprozess hier angebracht.

Wie Grünschnitt, so ist auch Stroh für die Vergärung und damit die Biogas-Produktion geeignet. Gerne verwendet wird Mais-Stroh. Das Stroh kann ganz ohne den Mais-Korn verarbeitet werden (vgl. Biogas aus NawaRo). Auch hier kann eine Aufbereitung die Vergäreigenschaften und damit die Methan-/Biogas-Ausbeute von Stroh positiv beeinflussen.

Algen befinden sich noch in der Erprobungsphase

Nicht nur in der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie werden Algen gezüchtet, um als wirkungsvoller Zusatzstoff zu dienen. Auch die Biogas-Produktion profitiert von Algen. In verschiedenen Forschungsprojekten erzielen die Algen einen mittleren Biogas-Ertrag mit hohem Methangehalt von bis zu 76,3 Prozent. Doch viele Unwägbarkeiten wie die kalten Wintermonate in Mitteleuropa und die hohen Nährstoffkosten für die Algen-Zucht machen die Biogas-Herstellung mit Algen hierzulande noch schwierig.

Holz als Basis für die Gasproduktion

Holz wie Knick- oder Forst-Holz, Holz aus der Landschaftspflege, Alt-Holz und Industrie-Holz steht für die Gasproduktion ausreichend zur Verfügung. Auch sind die Potentiale der Holzwirtschaft noch längst nicht ausgeschöpft. Eine Vergärung auf herkömmliche Weise kann hier allerdings nicht statfinden. Hierzu ist eine chemische Behandlung und eine Vergasung bei 850 °C nötig. So entsteht synthetisches Gas (SNG).

Kompost - Biogas ist oft nicht als alleiniges Substrat geeignet

Die Biogas-Produktion mit Kompost wie Grünschnitt & Co. hat einige Nachteile. Mit Lebensmittelrohstoffen und Wirtschaftsdünger laufende Biogas-Anlagen sind wesentlich einfacher zu betreiben. Auch kann der Kompost, bis auf einige Ausnahmefälle, nicht als ausschließliches Substrat genutzt werden. Auch wenn es bereits erste Pilotprojekte gibt, die beispielsweise mit Stroh und einer Brennstofzelle als BHKW einer Biogas Anlage arbeiten.

Die Biogas Faustzahlen geben schnell eine erste Orientierung über die Eignung verschiedener Substrate zur Produktion von Biogas.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de