BHKW: laufende Kosten für Verbrauch und Wartung

9. November 2020
Die Betriebskosten sind ein zentraler Bestandteil in der wirtschaftlichen Betrachtung eines Blockheizkraftwerk. Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für den Brennstoff, den Kosten für Wartung und Instandhaltung sowie Kosten für Bedienung und Beaufsichtigung größerer Anlagen. Motor und Brennstoff bestimmen dabei maßgeblich, wie hoch die laufenden Kosten eines BHKW ausfallen.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Christian Märtel, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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HeizungenBHKWPreise & KostenLaufende Kosten

Blockheizkraftwerk: Laufende Kosten im Überblick

Die Kosten und der Verbrauch von BHKW Brennstoffen sind der größte Kostenfaktor im laufenden Betrieb. Die Brennstoffkosten pro kWh für die wichtigsten Brennstoffe sind (Stand Januar 2011 - Quelle: Carmen e.V.):

  • Heizöl: 7,6 Cent / kWh
  • Erdgas: 6,5 Cent / kWh

Der Verbrauch an Brennstoffen ist abhängig vom Motor, der Leistung und dem eingesetzten Brennstoff. Ein Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 5 kW (13 kW thermisch) hat einen Verbrauch von ca. 20 kW pro Stunde. Ein BHKW mit einer elektrischen Leistung von 50 kW (95 kW thermisch) hat einen Verbrauch von ca. 150 kW Stunde. Ein Kostenbeispiel:

BHKW 5 kW elektr. BHKW 50 kW elektr.
Heizöl pro Betriebsstunde 1,52 Euro 11,40 Euro
Erdgas pro Betriebsstunde 1,30 Euro 9,75 Euro

Die jährlichen Betriebsstunden errechnen sich mit Hilfe der Jahresdauerlinie eines BHKW.

Kosten für Wartung, Instandhaltung und Generalüberholung

Wie intensiv ein Blockheizkraftwerk gewartet werden muss, hängt von verwendeten BHKW Motor und seiner Laufleistung ab. So ist beispielsweise ein Mikro Blockheizkraftwerk mit Stirlingmotor oder Dampfmotor wartungsärmer als ein Mini BHKW mit Ottomotor.

Es bietet sich an, mit dem BHKW Hersteller einen Instandhaltungsvertrag (Vollwartungsvertrag) abzuschließen. Dort sind in der Regel alle notwendigen Maßnahmen wie Wartung- und Reparaturarbeiten, Ersatzteilen sowie die Generalüberholung des Motors enthalten. Die jährlichen Kosten errechnen sich auf Basis eines Cent-Betrags für jede erzeugten Kilowattstunde Strom.

Kosten für den Vollwartungsvertrag eines Erdgas BHKW (ohne MwSt.) | Klicken für eine größere Darstellung
Datenbasis 61 Verträge | Copyright © ASUE

Diese hier dargestellten Kosten sind für Mikro BHKW (stromerzeugende Heizungen) nicht repräsentativ. Die Generalüberholung des Motors wird als Einzelposten (ohne Vollwartungsvertrag) anders berechnet. Die Kosten beziffern sich je Kilowatt elektrische Leistung der Anlage. Eine Generalüberholung wird nach 25.000 bis 150.000 Betriebsstunden gemacht.

Kosten für die Generalüberholung eines Erdgas BHKW (ohne MwSt.) | Klicken für eine größere Darstellung Datenbasis 51 Verträge | Copyright © ASUE

Personalkosten bei großen Blockheizkraftwerken

Bei einem kleinen Erdgas Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus entstehen keine Kosten für die Bedienung. Anders ist es bei einem großen Blockheizkraftwerk. Das muss überwacht werden, möglicherweise muss Brennstoff nachgefüllt werden etc. Nach der VDI-Richtlinie 2007 kann man diese Kosten als prozentualen Anteil der Investitionskosten abschätzen. Ca. 3% kostet das Personal für Bedienung und Beaufsichtigung, Verwaltungskosten betragen ca. 1,5 %.

Förderungen minimieren laufende Blockheizkraftwerk Kosten

Bei der Berechnung der gesamten Kosten für ein Blockheizkraftwerk fallen viele Fördermöglichkeiten ins Gewicht:

  • Rückzahlung der Energiesteuer für ein BHKW
    Wenn das Blockheizkraftwerk einen Jahresnutzungsgrad von mindestens 70% hat, wird die zuvor errichtete Energiesteuer zurückgezahlt. Bei Erdgas sind das beispielsweise 0,55 Cent/kWh.
  • Zuschlagszahlungen für selbsterzeugten Strom
    Die Höhe des Zuschlags ist im KWK Gesetz festgelegt.
  • Einspeisevergütung für BHKW
    Wenn der selbsterzeugte Strom ganz oder teilweise in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, bekommt der Betreiber des BHKW vom Betreiber des Stromnetzes einen vereinbarten Betrag pro kWh.

Laufende Kosten sind ein zentraler Punkt in der Wirtschaftlichkeitsberechnung eines BHKW. Individuelle Aussagen können Angebotsvergleiche verschiedener Fachbetriebe treffen.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Blockheizkraftwerk Kosten

Einbau von Absorptionskältemaschine für BHKW

Wir interessieren uns für den nachträglichen Einbau im Rahmen KWKK einer Absorptionskältemaschine bei der erzeugte Wärme des vorhandenen BHKW`s (Baujahr 2016 Typ RMB NeoTower 1236 Leistung 16 KWh) in Kälte umgewandelt wird. Wer kann uns da weiterhelfen? Was müssen wir dabei beachten?
Antwort von Ing. Pless Motor Service

Um detaillierte Aussagen zu machen, muss das Gesamtsystem mit Wärme- und Kälteverbrauch betrachtet werden.
Zur Information vorab empfehle ich den Besuch von Anlagenanbietern von Absorptions- und Adsorptionskältemaschinen im Internet.
Ich kenne eine Anlage wo die thermische Energie des BHKW (20 KWel) -nur- für die Adsorptionskältemaschine (SorTech) genutzt wird.

In jedem Fall sollte eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit Vergleich beider Systeme zur Kompressionskältemaschine erstellt werden, um Festzustellen ob die Rahmenbedingungen für eine wirtschaftliche Nutzung vorliegen.

BHKW für Gewerbebetrieb mit Appartments

Ich interessiere mich für ein BHKW in Rheinstetten. 1. Es ist ein Gewerbebetrieb mit Appartments. 2. In den Appartements wohnen unregelmäßg 15 Personen. 3. Im Gewerbebetrieb arbeiten 27 Personen von Montags bis Freitags. Manchmal auch Samstags. 4. Baujahr ist 1976 (Heizung ist gleichalt). 5. Fläche sind etwa 1000qm Können Sie mir da helfen?
Antwort von Kay Energy Systems GmbH

Ein BHKW lohnt sich wenn die Gegebenheiten vor Ort gewährleistet sind.
Das wären Größe des Heizraums. Sowie Zugänglichkeit vor Ort. Der Schallschutz.
Gibt es einen Gasanschluss usw.

Des Weiteren werde diese mit Staatlichen Förderungen der KFW Bank und der Bafa Lohnenswert gefördert.

Kontaktieren sie uns, dann können wir Ihnen eine Leistungsfeststellung und Rendite Auflistung geben. Da sie den Strom selber nutzen können ist der Kosten Nutzen Faktor sehr hoch.

Kosten BHKW für Einfamilienhaus

Was kostet ein Blockheizkraftwerk für ein Einfamilienhaus? Welche Fördermittel gibt es von unterschiedlichen Stellen und worauf muss ich bei der Beantragung achten?
Antwort eines Haus&Co Experten

Realistischerweise sollten Sie für ein kleines Nano BHKW inkl. Installation mit 15.000 EUR aufwärts rechnen. Eine Förderung gibt es bei der BAFA (Zuschuss für Mini-KWK-Anlagen - nur im Altbau) und bei der KfW (Alt- und Neubau).

Eventuell kommt auch eine Brennstoffzellenheizung in Frage (eine Übersicht über die Fördermittel erhalten Sie hier: https://www.heizungsfinder.de/brennstoffzelle/heizung-foerderung). Die Heiztechnik ist allerdings noch deutlich teurer als ein BHKW.

Sanierung eines Mehrfamilienhauses als Pilotprojekt: Fachfirmen gesucht

Wir befinden uns in der Vorplanung für die Sanierung eines Mehrfamilienhauses mit ca. 15 WE bei einer Gesamtfläche von ca. 1.000 qm in Woltersdorf. Das Objekt befindet sich im örtlichen Sanierungsgebiet und ist geeignet als Pilotobjekt. Für die Heiztechnik erwägen wir ein BHKW mit Brennstoffzellenbetrieb. Dafür suchen wir kompetente Fachfirmen, die uns in der Planungsphase unterstützen und nach EnEV etc. zu planen?
Antwort von Architekt Energieberater Dubbers

Hier ein paar Tipps für geeignete Ansprechtpartner:

BHKW und PV: Firma Akut Solar, Wattstraße, Berlin

mit Brennstoffzelle: Firma Tuskulum, Berlin

gute Dachdecker: Firma Dennert, Berlin

Dämmung Fassade: Firma IRO, Berlin oder MAW

Viel Erfolg!

Heizung für Altbau mit 330qm gesucht. BHKW / Brennstoffzelle sinnvoll?

Für ein 100 Jahre altes Haus mit 330qm Wohnfläche suchen wir eine effiziente Heizung. Wir verbrauchten letztes Jahr 6260 kWh Strom und 43430 kWh Gas. Können wir ein BHKW ökonomisch und ökologisch betreiben? Erlauben es die Subventionen, ein mit Brennstoffzellen betriebenes BHKW in einem 2 bzw. 3-Familien-Haus einzubauen? Wie umweltfreundlich ist ein mit Gas oder Holz betriebenes BHKW im Vergleich mit einem Holzvergaserkessel? Gibt es kleine Solarpannels für ein nach Süden ausgerichtetes, aber zerklüftetes Dach?
Antwort von MICO-Energieberatung

Bei diesem Haus sollte doch zu erst einmal eine Energieberechnung durchgeführt werden. Der Verbrauch liegt ungefähr bei 130KWh/qm, was doch schon sehr hoch ist.
BHKW geht bei so einem großen Haus immer, aber dadurch wird der verbrauch nicht geringer.

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