Mini Blockheizkraftwerk BHKW

In diesem Artikel erfahren Sie die Funktionsweise des Mini Blockheizkraftwerkes BHKW. Weiterhin lesen Sie die Unterschiede zu dem normalen BHKW, die Einsatzmög­lichkeiten und die möglichen Brennstoffe.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Funktionsweise: Mini BHKW

Das Mini Blockheizkraftwerk, abgekürzt mit BHKW, arbeitet mit dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und ist besonders geeignet für mittlere Gebäudegrößen, zum Beispiel in Ein- und Mehrfamilienhäuser, Schulen, Autohäuser und Bäckereien. Das Mini BHKW funktioniert genau wie der große Bruder, allerdings mit einem kleineren Motor: ein Einzylinder-4-Takt-Spezialmotor mit etwa 580 cm³ Hubraum. Mit diesem Motor wird ein Generator ange­trieben, der Strom zwischen 5 kW und 5,5 kW er­zeugt. Dieser Generator ist ein wassergekühlter Asynchrongenerator.

Die Wärme, die bei dieser Er­zeugung entsteht, ist nicht verloren und kann zur Erwärmung des Hauses genutzt werden. Diese thermische Leistung beträgt bis etwa 15 kW. Sie müssen sich aber nicht zwischen Strom- und Wärmeerzeugung entscheiden, sondern es wird beides immer gleichzeitig erzeugt.

Der große Vorteil gegenüber anderen Strom- und Wärmeerzeugern, zum Beispiel in einem zentralen Kraftwerk mit Gas, Atomenergie oder Kohle ist, dass die Verluste sich stark minimieren. In einem Kraftwerk wird schon mehr als die Hälfte der Primärenergie nur bei der Umwandlung in Strom verloren. Auf dem Trans­portweg sind es noch einmal 2 Prozent, so dass zu Hause nur noch 40 Prozent der ursprünglichen Energie ankommt. Das Mini BHKW dagegen erzeugt die benötigte Wärme und den Strom direkt vor Ort und erleidet nur 10 Prozent an Umwandlungsverlusten und Sie können 90 Prozent der Primärenergie nutzen. Dadurch verbessert sich der Wirkungsgrad stark. Mit der Wärmeenergie, aber auch mit dem Strom können Sie dann eine Heizung antreiben. Mehrere Wärmetauscher führen die entstandene Wärme in den Kreislauf der Heizung und in die Warmwasserbereitung.

Eigenes Kraftwerk im Keller

Die Mini Blockheizkraftwerke sind aus der Idee heraus entstanden, dass jeder Hausbesitzer seinen Strom und die Wärme für die Heizung alleine erzeugen sollte, um die Verluste so gering wie möglich zu halten. Da ein normales BHKW zu groß wäre und eher für ganze Wohngebiete nutzbar ist, wurde das Mini BHKW entwickelt und die Hausbesitzer können sich so unabhängig von den Nachbarn ein Blockheizkraftwerk in den Keller stellen. Durch einen Schalldämpfer wird die Lärmbelästigung durch den Motor gering gehalten. Die möglichen Brennstoffe für ein Mini BHKW sind Erdgas, Flüssiggas, Heizöl, Biodiesel (RME) und Rapsöl. Damit sind Sie weiterhin auf fossile Brennstoffe angewiesen, aber Sie verbrauchen diese nicht mehr so stark, weil Sie weniger Verluste machen. Durch regelmäßige Wartung beläuft sich die Nutzungsdauer eines Mini Blockheizkraftwerkes auf bis zu 20 Jahre und hat damit eine sehr lange Lebensdauer.

Weiterlesen zum Thema "Heizungsratgeber"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Mini BHKW

BHKW für Doppelhaushälfte: Wem gehört der eingespeiste Strom?

Wir haben ein Mini BHKW und wir leben in einer Doppelhaushälfte. Laut Notarvertrag sind wir eindeutig der Besitzer des BHKW (es steht auch bei uns im Keller). Wir sind lediglich verpflichtet dem Nachbarn Warmwasser und Wärme zu liefern, was ja auch so passiert. Jedoch behauptet unser Nachbar, dass ihm der eingespeiste Strom auch gehört. Aber im Notarvertrag ist nichts hinsichtlich dessen geregelt. Es ist doch eigentlich so, dass dem Besitzer der Strom zur Verfügung (Verkauf oder Einspeisung) steht? Kann das sein, dass ihm etwas von dem eingespeisten Strom zusteht, obwohl er nicht der Besitzer des BHKWs ist? Ich freue mich über Hilfe!
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Hallo,
das ist doch eigentlich ganz eindeutig im Notarvertrag geregelt.
Wenn der Käufer der Doppelhaushälfte versäumt hat die Stromseite vertraglich zu fixieren, ist das sein Risiko. Nachträglich wird der das nicht einseitig ändern können.

Energieeffizienz-Experte / TGA Planung / freier Gutachter

Wirtschaftlichkeit eines Mini BHKW

Gibt es Details welche Annahmen bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung eines Mikro BHKW berücksichtigt werden müssen? Dient der Vergleich eher im Bezug auf Gas-Brennwertheizung, Elektroheizung mit PV-Anbindung, Gaswärmepumpe etc oder sind sie eher wirtschaftlicher als die Investition in ein Niedrigtemperaturhaus "ohne" Heizung?
Antwort von Rauscher GmbH & Co. KG

Für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung werden folgende Punkte berücksichtig:

a) Stromverbrauch am Tag, Stromverbrauch in der Nacht, Gesamtstromverbräuche
(je mehr Daten umso besser, Stromkosten/Jahr
b) Wärmeenergieverbräuche Tag/Nacht, Woche, Monat, Jahr (auch hier, umso mehr Daten, desto besser)
Energiekosten pro Jahr
c) Warmwasserverbräche im Haushalt
d) Anzahl Personen, Hausgröße, wenn vorhanden Leistung Kessel
e) Art des Gebäudes (Neubau, Altbau etc.)

Auf diesen Grundlagen lassen sich dann die Größe eines BHKW, Größe Pufferspeicher etc.
detailliert bestimmen und eine Berechnung erstellen

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Rauscher
Rauscher Haus- und Energietechnik

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