Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerk ermitteln

Um die Wirtschaftlichkeit eines BHKW beurteilen zu können, wird eine Vergleichs­rechnung herangezogen. Verglichen werden die jährlichen Heiz- und Stromkosten der aktuellen Heizung mit den Anschaffungskosten, Betriebskosten und Vergütungen des Blockheizkraftwerk. Wirtschaftlich interessant wird die Investition dann, wenn jährlich Einsparungen gegenüber der bestehenden Anlage erzielt werden, diese die Anschaffungskosten nach einer definierten Zeit aufwiegen und das BHKW ab dann kostengünstiger Strom und Wärme liefert.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenBHKWWirtschaftlichkeit

BHKW Wirtschaftlichkeit: Einflussfaktoren auf Amortisation & Rendite

Folgende Faktoren fließen in die Berechnung der Wirtschaftlichkeit eines Blockheizkraftwerk ein:

  • Kapitalgebundene Kosten
  • Verbrauchsgebundene Kosten und Strombezugskosten
  • Betriebsgebundene Kosten
  • finanzielle Einnahmen und Einsparungen durch Einspeisevergütung, KWK-Zuschlag und Steuereinsparungen

1. Kapitalgebundene Kosten

Hierzu zählen alle Ausgaben, die für die Anschaffung und Installation des Gerätes anfallen. Dies sind neben dem reinen Anschaffungspreis für das BHKW zusätzliche Kosten für Zubehör (Wärmespeicher & Regelungstechnik), Planungskosten sowie Einbau- und Anschlusskosten.

2. Verbrauchsgebundene Kosten und Strombezugskosten

Verbrauchsgebundene Kosten sind die jährlichen Aufwendungen für den BHKW Brennstoff. Die laufenden Kosten setzen sich zusammen aus dem Brennstoffpreis für Erdgas, Heizöl oder Pflanzenöl sowie dem jährlichen Brennstoffbedarf. Dieser wird vom BHKW Fachbetrieb berechnet mit Hilfe der Jahresdauerlinie.

Strombezugskosten entstehen im Rahmen der Wirtschaftlichkeit, wenn der erzeugte Strom den Strombedarf des Haushaltes nicht vollständig decken kann und ein gewisser Anteil konventionell über den Energieversorger bezogen wird.

3. Betriebsgebundene Kosten

Betriebsgebundene Kosten sind ein weiterer Teil der laufenden Kosten eines Blockheizkraftwerk. Sie entstehen durch Wartung und Instandhaltung der Anlage. Hauptverantwortlich für diesen Kostenpunkt der Wirtschaftlichkeit ist der BHKW-Motor. Für großere Blockheizkraftwerke in Wohnungswirtschaft und Industrie fallen in der Wirtschaftlichkeit zusätzliche Personalausgaben für Verwaltung und Bedienung an.

4. Einnahmen und Einsparungen

Finanzielle Einnahmen erzielt ein Blockheizkraftwerk über zwei Wege:

  • den KWK-Zuschlag für jede Kilowattstunde Strom, die im Blockheizkraftwerk erzeugt wird
  • die BHKW Einspeisevergütung für Strom, der vollständig oder teilweise ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird

Einsparungen sind möglich über Steuerrückerstattungen für Energie- und Stromsteuer sowie geringere Betriebskosten für Strom.

5. Amortisation & Rendite

Die Investition in ein BHKW amortisiert sich, wenn durch die jährlich geringeren Betriebskosten so viel Geld eingespart werden konnte, wie das Blockheizkraftwerk in der Anschaffung gekostet hat.

Der Zeitraum wird berechnet, indem die jährlichen Einsparungen und einmaligen Investitionskosten ins Verhältnis gesetzt werden. Abhängig von den Gegebenheiten ist bei den meisten BHKW eine Amortisation nach 3 bis 6 Jahren erreicht.

Die Amortisation und Wirtschaftlichkeit ist dabei von der weiteren Entwicklung des Strom- und Gaspreises abhängig.

Je nach den Einsatzbereichen für das Blockheizkraftwerk sind die Renditen für BHKW unterschiedlich hoch. Hier einige Beispiele des Ingenierbüro BHKW-Consult:

  • Rendite Ein-/Zweifamilienhaus: 6-12%
  • Rendite große Mehrfamilienhäuser: 8-15%
  • Rendite Altenheime, Schulen und Sporthallen: 10 – 20%
  • Rendite Hotels und Krankenhäuser: 10 – 25%
  • Rendite Industrie: 10 – 25 %

Je nach Finanzierung des BHKW fällt die Rendite unterschiedlich hoch aus.

Individuelle Aussagen über die Wirtschaftlichkeit und Amortisation eines BHKW trifft im Zweifel der Fachbetrieb.

Weiterlesen zum Thema "KWK-Gesetz"

Erfahrungen & Fragen zum Thema BHKW

Lohnt sich eine Brennstoffzellenheizung in einem Einfamilienhaus

Welche infrastruktur benötie ich um eine Brennstoffzellenheizung für ein EFH instalieren zu können? Ab wann lohnt sich überhaupt für ein EFH eine Brennstoffzellenheizung? Welche Förderungen kann ich beantragen.
Antwort von Gerhard Mayr

Nur mit Zuschuss

Ölverbrauch eines BHKW

Was verbraucht eine stromerzeugende Heizung, z.B. ein BHKW an Öl? Es wurde bei ca.270m² Wohnfläche auf 3 Etagen (ein Familienhaus) ca.3500 ltr/Jahr. geschätzt beim Ölkessel.
Antwort von BAD | HEIZUNG | SOLAR | SANITÄR | HAUSTECHNIK WENDEL

Hallo zusammen,
die Frage Was verbraucht ein BHKW an öl?
Der Verbrauch von Öl hat mehrere Grundlagen.
Fläche, Baujahr, Anspruch des Betreibers an Wohnraum Temperaturen.

Ich Verkaufe und baue BHKW`s sehr gern ein. Aber nur da wo die Sinn ergeben.
Bei der Fläche von 270m² und kein Beheizter Pool. Streichen Sie das BHKW von Ihrer liste.
Lassen Sich eine neue Öl-Brennwert Heizung mit Solar einbauen, haben Sie mehr von.

Gruß Robert Wendel
Heizung & Sanitär

Neue Heizung für altes Bauernhaus

Heizung für altes Bauernhaus (denkmalgeschützt), ca. 280qm: welche Heizung bietet sich an und mit welchen Kosten muss man rechnen?
Antwort von Buderus Deutschland

Hallo, wir bieten ein Tool an, in dem verschiedene Varianten gerechnet werden. https://www.buderus.de/de/heizsystemberater
Entscheidend ist auch, welcher Energieträger ( Erdgas, Strom für Wärmepumpe oder Pellet) verwendet werden soll, d.h. es sollte geprüft werden ob Erdgas anliegt. Soll ein Kaminofen zum Einsatz kommen? Ist ein Schornstein oder Kamin verfügbar? Soll eine Fußbodenheizung eingebaut werden? Denkbar wäre auch ein Hybridsytem, also eine Kombination aus verschiedenen Energieformen.
z.B. Gasbrennwertkessel mit Anbindung eines Kaminofens und Solaranlage.
GBH192i als Hybridmodell https://www.buderus.de/de/produkte/catalogue/alle-produkte/8089_logamax-plus-gbh192it

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