Brennstoffe, News, Politik

Aus für Öl- und Gasheizungen in Dänemark

Aus fuer Oel- und Gasheizungen in DaenemarkWährend Deutschland über Klimaschutzmaßnahmen im Neubau und Gebäudebestand seit vielen Jahren diskutiert, schafft unser Nachbarland Dänemark Tatsachen und verbietet ab Anfang dieses Jahres den Einbau von Öl- und Gasheizungen im Neubau. Und auch dem Altbaubestand werden konsequente Auflagen gemacht. Ab 2016 sind Ölheizungen überall dort verboten, wo sich dem Hauseigentümer die Möglichkeit bietet, auf Fernwärme oder Gas umzusteigen.

Konträre Wirtschaftspolitik

Das Beispiel Dänemarks ist in Deutschland bisher vollkommen unbemerkt geblieben. Jedenfalls bis gestern als Cornelia Daniel auf die „Green Transition for Denmark“ aufmerksam wurde und die Tragweite dieser Beschlüsse in Ihrem Beitrag auf ecoquent-positions veröffentlichte. Für Österreich und Deutschland hält sie einen solchen Ausstieg für undenkbar, wird doch in beiden Ländern der Ersatz einer Heizung durch Brennwerttechnik mit Öl oder Gas sogar gefördert. Sie sieht die Gründe in der zu Dänemark konträren Politik in der großen wirtschaftlichen Abhängigkeit beider Länder von allen in der Öl- und Gasheizungsbranche agierenden Unternehmen. In der Tat würde ein solches rigoroses Verbot nicht nur positive Auswirkungen auf die alternativen Heizungstechniken haben, sondern auch strukturelle Konsequenzen auf jeder Wertschöpfungsebene der Öl- und Gasbeheizung nach sich ziehen.

Sensibilisierung durch Ölkrise

Aber warum geht Dänemark diesen Weg? Auf die Gründe des dänischen Ausstiegsbeschlusses geht Thorsten Zörner vom blog.stromhaltig näher ein. Diese seien in der Energiegeschichte Dänemarks zu finden, das in der Ölkrise in den 1970er Jahren schmerzlich erfahren musste, wie abhängig das Land von Energieimporten war. Während in der Folgezeit die Atomenergie von der dänischen Bevölkerung abgelehnt wurde, stieg Dänemark mit seinem langen Küstenstreifen zu einem der größten Windenergieproduzenten auf. Dies konnte den steigenden Energieverbrauch der Dänen jedoch nicht eindämmen, was den Dänen in der Folge einen Negativrekord mit dem höchsten pro Kopf CO2-Ausstoß in der Europäischen Union einbrachte. Das Verbot von Öl- und Gasheizungen ist daher auf diesem Hintergrund sowohl als energie- als auch klimapolitisch konsequent zu betrachten.

Klare Entscheidungen

Gerade angesichts des langwierigen Scheiterns der steuerlichen Förderung von Maßnahmen zur energetischen Altbausanierung im letzten Jahr und dem kürzlich verabschiedeten Entwurf der neuen Energieeinsparverordnung, in der es keine wirklich nennenswerte Verschärfungen der energetischen Anforderungen an Neubauten gibt, erscheint der Schritt Dänemarks für uns Deutsche doch als sehr mutig. Das stimmt jedoch nicht. Die Entscheidung Dänemarks ist lediglich konsequent und bedient sich keinerlei Umlagefinanzierungen, sondern einzig der staatlichen Autorität, ein einfaches Verbot für den Nutzen des Gemeinwohl durchzusetzen. Sicherlich werden auch die Dänen vor diesem Schritt abgewogen haben, ob dieser Dänemark mehr nützt als schadet. Nach der Entscheidung haben Sie sich im Gegensatz zu Deutschland aber nicht auf komplizierte Regelungen eingelassen, sondern klare Perspektiven geschaffen. Und dies kann der dänischen Wirtschaft gerade im Vergleich zur unsteten EEG-Politik auf lange Sicht wirtschaftlich mehr nützen als ein ständiges politisches Ränkespiel.

Weitere Artikel, die über den Ausstiegs Dänemark aus der Öl- und Gasbeheizung berichten:

photovoltaik-guide: Dänemark forciert erneuerbare Energien und verbietet Erdgas- und Ölkessel

energynet: Dänemark hat die Heizkostenbremse eingeführt

energie-experten: Dänemark verbietet Öl- und Gasheizungen

saving-volt: Einbau von Erdgas- und Ölheizungen in Dänemark verboten

Robert

Robert

Online-Redakteur bei Heizungsfinder.de
Robert ist Online-Redakteur für Heizungsfinder - dem Verbraucherportal zum Thema Heizungen.

Besuchen Sie Robert Doelling auf Google+
Robert
Aus für Öl- und Gasheizungen in Dänemark
0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung (0% Ergebnis)

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Loading Facebook Comments ...